Trotz mehr Mohnanbau

20. November 2012 15:15; Akt: 20.11.2012 16:12 Print

Taliban produzieren weniger Opium

Die Anbaufläche für Schlafmohn in Afghanistan nimmt weiter zu. Doch die Taliban produzieren weniger von der lukrativen Droge Opium - schuld sind Krankheiten und das schlechte Wetter.

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Angesichts hoher Opiumpreise hat die Anbaufläche für Schlafmohn in Afghanistan in diesem Jahr weiter zugenommen. Verglichen mit 2011 sei die Fläche um 18 Prozent auf 154'000 Hektar gewachsen, teilte das UNO-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) am Dienstag in Kabul mit. Das entspricht etwas mehr als der gesamten Fläche des Kantons Luzern.

Wegen Pflanzenkrankheiten und schlechten Wetters habe die Opiumproduktion aus der Mohnernte aber von 5800 Tonnen auf 3700 Tonnen abgenommen. Sie liegt damit nur knapp über dem Stand von 2010. Aus Rohopium wird Heroin gewonnen. Afghanistan ist mit Abstand der weltweit grösste Drogenproduzent.

Opium als Finanzierung für die Taliban

Die Taliban finanzieren ihren Aufstand unter anderem durch Drogengeschäfte. Gleichzeitig treiben Drogen die Korruption in Afghanistan an.

UNODC teilte am Dienstag bei der Vorstellung des Afghanistan- Jahresberichts mit, knapp die Hälfte der Anbaufläche für Schlafmohn liege in nur einer einzigen Provinz, nämlich in Helmand. Die südafghanische Provinz ist eine Taliban-Hochburg.

In der Hälfte der 34 Provinzen werde kein Schlafmohn angebaut, teilten die UNO mit. Auf 9600 Hektar hätten Sicherheitskräfte Schlafmohn vernichtet. Das sei eine mehr als zweieinhalbmal so grosse Fläche wie 2011.

Grosse Versuchung

Bauern erzielten mit 196 Dollar pro Kilo Rohopium weiterhin einen relativ hohen Preis, berichtete UNODC. Dadurch sei die Versuchung gross, Schlafmohnanbau zu beginnen oder fortzusetzen. Durch die schlechten Erträge aus der diesjährigen Ernte sei das Einkommen pro Hektar Anbaufläche aber von 10'700 Dollar auf 4600 Dollar um mehr als die Hälfte gefallen.

Der Gesamtwert des in Afghanistan hergestellten Rohopiums sei deshalb ebenfalls um etwa die Hälfte auf 700 Millionen Dollar gesunken. Nach sieben Prozent 2011 mache das in diesem Jahr vier Prozent des Bruttoinlandprodukts aus.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael am 21.11.2012 06:47 Report Diesen Beitrag melden

    Taliban nix Heroin

    Ihr habt schon einige male geschrieben dass die Mohnfelder von den Taliban angebaut werden. Ist leider zu bezweifeln da unter der Talibanherrschaft der Mohnanbau fast zum erliegen gekommen ist. Erst seit der amerikanischen Invasion bauen die Bauern wieder Mohn an. Und das Opium Herion fliesst in Strömen nach Iran,Russland und usw. was bestimmt kein Zufall ist.

  • Style2ouf am 20.11.2012 17:51 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht Taliban sondern die Bauern

    Die Taliban produziert kein Opium. Das sind eher die Opiumbauern in Afghanistan wo durch die Taliban bezahlt werden für den Anbau.

  • Dax Shep am 20.11.2012 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Geschichtsunterricht

    Die Taliban haben den Anbau von Opium unterbunden bis Ende des Jahres 2001 als die USA einmarschiert ist. 154'000 Hektaren = 1540 km2. Und das sieh man aus der Luft nicht? Dort wird nicht halb soviel unternommen um den Opiumanbau zu stoppen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Patrik Malgiaritta am 21.11.2012 20:40 Report Diesen Beitrag melden

    Als Morphium mehr Wert als Droge.

    Wenn die lieben Bauern die Wahrheit wüssten, würden sie nicht so ein Dasein dürsten. Opium als Form von Morphium für den Westen, dass beste gegen Schmerzen und Qualen!

  • Frank am 21.11.2012 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    die lieben isaf

    passen ja brav auf die felder auf. insofern wird das auch nicht weniger werden. wirft ja auch viel zu viel gewinn ab das ganze sonst hätte man auch nicht all diese statistischen daten.

  • Michael am 21.11.2012 06:47 Report Diesen Beitrag melden

    Taliban nix Heroin

    Ihr habt schon einige male geschrieben dass die Mohnfelder von den Taliban angebaut werden. Ist leider zu bezweifeln da unter der Talibanherrschaft der Mohnanbau fast zum erliegen gekommen ist. Erst seit der amerikanischen Invasion bauen die Bauern wieder Mohn an. Und das Opium Herion fliesst in Strömen nach Iran,Russland und usw. was bestimmt kein Zufall ist.

  • nobodyistdergroesste am 20.11.2012 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Witz

    Als die Taliban noch an der Macht waren wurden die Mohnfelder zerstört und jetzt?Werden sie von Uno Soldaten oder Spezial Einheiten der Usa bewacht.Schwer bewaffnet natürlich.Aber naja man kann es auch anders sehen.Taliban ist böse.Islam ist böse.Palästinser sind böse.Nur die Amis sind die guten.Länder ausrauben und Regierungen zu stürzen um eine getürkte Demokratie zu etablieren geht klar oder?Alles Lug und Betrug sage ich da einfach mal dazu.So siehts aus...

  • Jackmans am 20.11.2012 21:24 Report Diesen Beitrag melden

    Drogen mit dem Koran vereinbar?

    Nicht nur die Talibans finanzieren ihren Dschihad mit Drogen, auch andere moslemische Radikale u Terrororganisationen. Das interessante dabi ist wie auch das Widersprüchige, dass der Islam dies aber eigentlich verbietet. Somit wird hier nur wieder bestätigt, das die Auslegung des Korans durch diese Leute sich doch von gemässigten Moslems unterscheidet, das man wohl sagen darf, das sie zwar Krieg führen, der aber alles andere ist, als heilig. Zudem wird im Bericht vergessen, welches Ausmass die Drogen auch auf die Afghanen haben, da nicht wenige von Ihnen selbst süchtig sind.