Neue Anreicherungsanlage

16. November 2012 20:14; Akt: 16.11.2012 20:14 Print

Iran vor Bau einer Atombombe?

Der Iran hat eine umstrittene neue Uran-Anreicherungsanlage vollendet. Damit könnte das Land in zweieinhalb Monaten genügend Uran anreichern um Atomwaffen zu bauen.

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Die neue iranische Uran-Anreicherungsanlage macht dem Westen Sorgen. (Bild: Keystone/AP/Vahid Salemi)

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Der Iran hat seine zweite Urananreicherungsanlage in Fordo fertig gebaut. Das berichtete die Internationale Atomenergiebehörde IAEA in ihrem am Freitag fertiggestellten Iran-Bericht. Alle für die Anreicherung von Uran auf 20 Prozent benötigten zentralen Teile habe Teheran in der unterirdischen Anlage installiert, heisst es darin.

Damit kann das Land künftig deutlich mehr Brennstoff anreichern als bisher. Der Westen verdächtigt den Iran seit Jahren, eine Atombombe bauen zu wollen. Teheran bestreitet das. Die Anreicherung auf 20 Prozent ist für die Herstellung medizinischen Materials nötig.

Teheran reichert seit Jahren deutlich mehr Uran auf etwa fünf und 20 Prozent an, als das Land für sein einziges Atomkraftwerk in Buschehr oder Forschungszwecke braucht.

Besonders die 20-prozentige Anreicherung macht westlichen Diplomaten Sorgen: Von dieser Stufe aus ist es deutlich einfacher, den Brennstoff höher anzureichern, damit man ihn für Atomwaffen verwenden kann.

Wie lange noch bis zur Atombombe?

Nach dem Bericht besitzt der Iran momentan 135 Kilogramm auf 20 Prozent angereichertes Uran. Für eine Atombombe bräuchte man etwa 250 Kilogramm - ein Ziel, dass das Land nun bei voller Nutzung seiner Kapazitäten in zweieinhalb Monaten erreichen könnte. Damit wäre der Bau aber noch nicht abgeschlossen.

In dem Bericht kritisiert IAEA-Chef Yukiya Amano auch, dass seine Inspektoren immer noch keinen Zugang zur Militäranlage Parchin bekommen haben. Der IAEA lägen Informationen vor, dass es dort in der Vergangenheit Experimente für die Entwicklung von Atomwaffen gegeben habe, heisst es.

Aus IAEA-Kreisen verlautete, dass die Atominspektoren im Land momentan in einer «Atmosphäre von Einschüchterung» arbeiten müssten. Das islamische Land hatte im September vermutet, dass die IAEA von Terroristen oder Spionen unterwandert sein könnte.

(sda)