Überraschend

06. Juni 2011 12:32; Akt: 06.06.2011 12:56 Print

Ein Baby für Ruby

Ruby Rubacuori, die 18-jährige Marokkanerin, die vergangenes Jahr eine Affäre mit Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hatte, erwartet ihr erstes Kind. Keine Angst: Der Cavaliere ist nicht der Vater.

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Ruby Rubacuori hat am 17. März in Genua geheiratet. Genau neun Monate später soll ihr erstes Kind zur Welt kommen. (Bild: Reuters)

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Ruby Rubacuori ist schwanger. Ihr Manager, Helmut Werner, verbreitete am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur APA die gute Nachricht. Vater ist der 42-jährige Luca Risso, Inhaber einer Diskothek in Genua, den die junge Marokkanerin im März geheiratet hat. «Sie hat jetzt endlich das, was sie sich immer gewünscht hat: Eine eigene kleine Familie», meinte Werner.

Von einem Babybauch ist allerdings noch nichts zu sehen. «Oder sie kaschiert ihn gut», so der Manager. Werner habe seinen Schützling jedenfalls «noch nie so glücklich» erlebt. Derzeit macht sie gemeinsam mit ihrem Mann in Mexiko Ferien.

«Prozess des Jahres» stockt

Während sich im Hause Risso viel tut, scheint der Sexprozess gegen den italienischen Regierungschef einfach nicht vom Fleck zu kommen: Bei der dritten Anhörung zum Fall Ruby stellte sich am Montag in Mailand zunächst Egidio Verzini aus Verona als neuer Anwalt der jungen marokkanischen Prostituierten vor. Mit ihr soll Berlusconi bei «Bunga-Bunga»-Festen wiederholt Sex gehabt haben. Der neue Anwalt soll Ruby als Geschädigte vertreten.

Der 74-jährige Berlusconi war erneut nicht im Gerichtssaal, als seine Anwälte die von ihnen vorgelegten 16 Einsprüche erläuterten. Darunter ist die Frage, ob denn das Mailänder Geschworenengericht für diesen Fall überhaupt zuständig sein kann.

Berlusconi wird Sex mit minderjährigen Prostituierten und Amtsmissbrauch vorgeworfen, weil er Ruby in seiner Funktion als Regierungschef vor dem Gefängnis bewahrt haben soll. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Haft.

Der Prozess ist weiterhin im Vorstadium: Die Staatsanwälte werden sich am 14. Juni zu den Vorstössen der Berlusconi-Verteidigung äussern können. Die Anwälte des Ministerpräsidenten sind davon überzeugt, in beiden Punkten der Anklage seine Unschuld beweisen zu können.

Das Gericht wollte voraussichtlich am 18. Juli über die Einsprüche der Verteidigung entscheiden. Es dürfte das Verfahren, das in Italien «Prozess des Jahres» genannte wird, dann auf die Zeit nach der Sommerpause verschieben.

(kle/sda)