«Costa Concordia»

15. Oktober 2012 12:40; Akt: 17.10.2012 15:05 Print

Jetzt gilt es ernst für Schettino

Seit neun Monaten liegt das Wrack des Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» vor der toskanischen Küste. Nun ist die Beweisaufnahme fortgesetzt worden - ein Prozess dürfte erst 2013 beginnen.

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Nächste Woche beginnt die Reederei Costa Crociere damit, das havarierte Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» aufzurichten. Das ganze Jahr hindurch arbeitete die Reederei daran, dass schiff am Meeresgrund zu sicher. Nachste Woche soll es dann mit Hilfe von Gewichten und Kränen aufgerichtet werden. Die Fischer der Insel befürchten, dass das Schiff auseinander bricht und sie danach mit einer Umweltkatastrophe kämpfen müssen. Am 18. Mai 2012 gab die Reederei Costa Crociere bekannt, dass in wenigen Tagen mit der Bergung des havarierten Kreuzfahrtschiffes «Costa Concordia» begonnen werden soll. Am 26. März haben Taucher zwei weitere Leichen aus dem Wrack geborgen. 27 Opfer wurden bislang an Land gebracht. Drei befinden sich noch im Schiff. Zwei Personen gelten noch als vermisst. Am 23. Februar finden Taucher erneut vier Leichen an Bord der Costa Concordia. Weitere 7 Personen werden noch vermisst. Am 22. Februar 2012 finden Taucher vier Leichen in der Costa Concordia. Am 31. Januar war die Suche nach den verbliebenen 15 Vermissten endgültig eingestellt worden. Mit einem Spezialboot sammelten Einsatzkräfte am 26. Januar Müll rund um das havarierte Kreuzfahrtschiff ein. Am 25. Januar werden erstmals Bilder veröffentlicht, welche die Flucht mit Rettungsbooten zeigen. Die Überlebenden des Unglücks hatten die Besatzung kritisiert, dass die Rettung schlecht organisiert war. Am 23. Januar finden die Rettungskräfte die Leichen Nummer 14 und 15. Noch immer werden 17 Menschen vermisst. Am 18. Januar tauchten erste Satellitenaufnahmen der «Costa Concordia» vor... ...der Insel Giglio auf. Rettungstaucher finden am 17. Januar fünf weitere Leichen im Wrack der «Costa Concordia». Die Suche nach den Vermissten geht weiter. Die halb versunkene «Costa Concordia» liegt am Abend des 16. Januar vor der Küste der Insel Giglio. Rettungstaucher suchen im Schiffswrack weiter nach Überlebenden. Ein Taucher schwimmt im Inneren der «Costa Concordia» und sucht nach Lebenszeichen. Das Inventar des Luxusliners ist komplett durcheinander gekommen. Die Generaldirektor Gianni Onorato und ... ... der Vorstandsvorsitzende Pier Luigi Foschi distanzieren sich an einer Pressekonferenz am 16. Januar von ihrem Kapitän Francesco Schettino. sei eigenmächtig und ohne Genehmigung vom Kurs abgewichen. Das Kentern der «Costa Concordia» sei somit auf menschliches Versagen zurückzuführen. (Bild: TV-Aufnahme vom 14. Januar) Immer noch werden mindestens 15 Personen vermisst. Doch weil das Schiff wegzurutschen droht, müssen die Bergungsarbeiten für mehrere Stunden unterbrochen werden. Am eingetragen. Es liegt bedenklich nahe an der Fährenroute Porto Giglio - Porto Santo Stefano. Unermüdlich suchen die Rettungsleute auch am das Wrack des in der Nacht auf 14. Januar 2012 auf Grund gelaufenen Schiffs nach Vermissten ab. Die Bergung gestaltet sich als schwieriger Kletterakt. Kabine um Kabine muss durchsucht werden. Auch Taucher sind rund um die Uhr im Einsatz. Hier ist eines der Decks zu sehen ... ... und hier die Pianobar des Kreuzfahrtschiffs. Das Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» hat ... ... einen Felsen gerammt, ... ... «der ein 70 Meter langes Loch in den Rumpf gerissen hat», sagte Francesco Paolillo von der italienischen Küstenwache. Das Schiff wurde regelrecht Danach hat es sich und läuft langsam voll. Fast 30 Stunden nach der Havarie ist in der Nacht auf den Sonntag (15. Januar) ein lebend aus einer Kabine geborgen. Das Paar hatte auf dem Kreuzfahrtschiff seine verbracht. Am Samstag, 14. Januar, werden Tote geborgen, viele Personen sind noch immer vermisst. Passagiere mit Schwimmwesten an Bord des Unglücksschiffs, kurz nach der Havarie. Viele wurden beim Unglück vor der toskansichen Küste verletzt Ein Grossteil der rund 4200 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord ... ... wurde mit Schlauchbooten evakuiert. Der Hafen von Giglio ist von Schiffbrüchigen belagert. «Wir haben einen grossen Krach gehört, dann war es die Hölle», sagte ein Passagier, der zusammen mit anderen Betroffenen aufs Festland nach Porto Santo Stefano gebracht wurde. Dass sich der Unglücksort unmittelbar vor dem Hafen der Insel Giglio befindet, erleichterte die Evakuierung. Francesco Schettino, des Schiffes wurde verhaftet. Gegen ihn wird wegen mutmasslichen Totschlags und Verursachung von Schiffbruch ermittelt. Zudem wird ihm vorgeworfen, das Schiff verlassen zu haben, als sich noch Menschen an Bord befanden. Die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere nannte das Schiffsunglück «eine bestürzende Tragödie». Dramatische Rettungsaktionen an Bord des Kreuzfahrtschiffes. Das Unglück erinnert an den Untergang der Titanic vor 100 Jahren.

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Der Unglückskapitän kam durch die Hintertür, erwartet von Hunderten Überlebenden und Hinterbliebenen von Todesopfern. Nach mehrmonatiger Pause hat die italienische Justiz am Montag die Beweisaufnahme zur Havarie des Kreuzfahrtschiffs «Costa Concordia» fortgesetzt. Der Andrang war so gross, dass die Anhörung in einem Theater der toskanischen Stadt Grosseto stattfand, um allen interessierten Betroffenen Platz zu bieten.

Die «Costa Concordia» mit 4200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord war am 13. Januar zu nah an die kleine Insel Giglio herangefahren, hatte einen Felsen gerammt und war gekentert. 32 Menschen kamen ums Leben, darunter auch zwölf deutsche Passagiere.

Grosser Andrang

Über 1000 Menschen kamen, um dem beschuldigten Kapitän Francesco Schettino ins Gesicht zu sehen. «Wir wollen ihm in die Augen schauen und sehen, wie er auf die Beschuldigungen reagiert», sagte der deutsche Überlebende Michael Liessen, der mit seiner Frau an der nicht öffentlichen Anhörung teilnahm.

Schettino, im Anzug und mit Sonnenbrille, schlüpfte ohne ein Wort zu den wartenden Medien durch einen Hintereingang in das Gebäude. Anwälte berichteten, der 51-Jährige habe die Anhörung konzentriert verfolgt. Seine Verteidiger hätten einige Einsprüche gegen Beweismittel eingelegt. Die Beratungen in dieser Woche spielen eine Rolle bei der Entscheidung, ob ihm der Prozess gemacht wird.

Prozess wohl nicht mehr dieses Jahr

Der damalige Kapitän wird der fahrlässigen Tötung verdächtigt; er soll das Unglück verursacht und vor Passagieren und Mannschaft von Bord gegangen sein. Er weist die Vorwürfe zurück und hält dagegen, er habe das Schiff noch in flacheres Wasser gesteuert und so sogar Leben gerettet. In Grosseto soll nun die Beweislage gegen Schettino und acht weitere Beschuldigte erörtert werden, darunter Schiffspersonal und Mitarbeiter des Kreuzfahrtunternehmens Costa Crociere. Ein Prozess würde wohl nicht mehr in diesem Jahr beginnen.

Bei der Anhörung soll erstmals auch die vollständige Auswertung des Bordschreibers öffentlich gemacht werden. Der Termin war bereits für Juli vorgesehen gewesen, aber dann vertagt worden, weil die Experten vor allem zur Auswertung der Black Box mehr Zeit benötigten.

«Das absolute Chaos»

Eine entscheidende Frage ist, in welchem Mass Schettino beziehungsweise die Crew und die Reederei für das Unglück verantwortlich sind. Ein Bericht von Experten vorigen Monat gab Schettino die Hauptschuld an der Kollision und der schiefgelaufenen Evakuierungsaktion. Sie wiesen aber auch darauf hin, dass nicht alle Besatzungsmitglieder Italienisch verstanden, nicht alle in Sicherheitsmassnahmen auf dem neuesten Stand waren und nicht alle Passagiere an Notfallübungen hatten teilnehmen können.

Schettinos Anwälte hatten vergebens beantragt, den indonesischen Steuermann zu der Anhörung zu laden. Dennoch zeigte sich einer der Verteidiger während einer Pause zuversichtlich und sagte, es träten Verantwortlichkeiten zutage, die nicht allein Schettinos seien.

Einige Überlebende und Hinterbliebene machen die Reederei verantwortlich und halten ihr Nachlässigkeit vor. Dazu zählt auch Peter Ronai, Anwalt der Angehörigen eines ungarischen Geigers, der seine Rettungsweste einem Kind überlassen hatte und selbst ums Leben gekommen war. «Niemand hätte sterben müssen», sagte Ronai. «Das Schiff war so gross wie ein Einkaufszentrum, es war dunkel, es war das absolute Chaos.»

(dapd)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Heinz Lauener am 16.10.2012 01:29 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Vertrauen

    Ich glaube, Herr Schettino wird mit einem Freispruch oder einer Bewährungsstrafe aus der Affäre kommen - egal ob er schuldig ist oder nicht. Denn so ist unsere Zeit.

  • Martial Callair am 15.10.2012 23:42 Report Diesen Beitrag melden

    Es gilt ernst für Alle!!

    Diese Angelegenheit ist unseriös von A bis Z. Der super Kapitän Schettino gehört für lange Zeit ins Gefängnis. Diese Reederei ist bis in Amerika zurück unglaubwürdig und gehört geschlossen. Solche Fälle passieren wieder!

  • Jackmans am 15.10.2012 22:26 Report Diesen Beitrag melden

    Verantortung

    Nun ja, er trägt als Kapitän die Verantwortung. Bei solche inem Verhalten würde man ja auch beim Autofahrer nicht dem Beifahrer die Schuld geben oder dem Garagisten, der meinte, mit dem Auto könne man eben dies und das. Ob die Reederei auch zur Verantwortung gezogen wird, mag sich zeigen. Vielleicht gibt es da Anhaltspunkte für, keine Ahnung, doch letztendlich ist wie auf jedem Schiff, der Kaptiän der Träger der Verantwortung. Und wenn alles bisher so stimmt, war er sich seiner Kaptitänsehre nicht würdig.

  • schade am 15.10.2012 21:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    Ich war vor zwei wochen auf der costa fascinosa und dort haben wir einen Mann kennen gelernt der auf der costa concordia war. Seine Tochter ist gestorben. Er hat gesagt, das Schlimste war die panik zu sterben und die anweisungen des Personals wurden in der hektik nicht mehr beachtet.

  • Umberto T. am 15.10.2012 14:36 Report Diesen Beitrag melden

    Free Schettino!

    Schettino for President. Nachdem nun Berlusconi definitiv nicht mehr für das Amt des Ministerpräsidenten kandidieren will, wäre es nun an der Zeit, Schettino für dieses Amt fit zu machen. Er bringt alle Voraussetzungen mit. Nach Napolitano könnte dann Berlusconi Staatspräsident werden. Wäre das schön für Italien.

    • Jackmans am 15.10.2012 22:22 Report Diesen Beitrag melden

      @Umberto

      Im Ernst???

    • Paul am 15.10.2012 22:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jackmans

      Du kennst Sarkasmus oder?

    • Martial Callair am 15.10.2012 23:44 Report Diesen Beitrag melden

      Feigling als Kapitän!

      Umberto, nicht nötig, Italien ist schon lange das sinkende Schiff!

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