«Guantánamo Five»

16. Oktober 2012 03:19; Akt: 16.10.2012 03:36 Print

Drahtzieher von 9/11 erneut vor Gericht

Bei einer Anhörung vor dem Militärtribunal in Guantánamo machte Chalid Scheich Mohammed, der Kopf hinter den Attentaten, erneut klar, dass er das Tribunal nicht anerkennen werde. Noch dreht sich der Prozess um Verfahrensfragen.

storybild

Der mutmassliche Kopf hinter den Anschlägen auf das World Trade Center vom 9. September 2001, Chalid Scheich Mohammed (ganz rechts) in einer Skizze vor dem Militärtribunal in Guantánamo.

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Fünf mutmassliche Drahtzieher der Terroranschläge vom 11. September 2001 sind am Montag zu einer Anhörung vor einem Militärtribunal im US-Gefangenenlager Guantánamo erschienen. Im Gegensatz zur Anklageerhebung im Mai, als die Männer vor Gericht für einen Tumult gesorgt hatten, hörten sie diesmal den Ausführungen des Richters zu.

Anerkennen wollen sie das Tribunal dennoch nicht. «Ich glaube nicht, das es vor diesem Gericht irgendeine Gerechtigkeit gibt», sagte der selbst ernannte Kopf hinter den Attentaten, Chalid Scheich Mohammed, der sich mehrfach mit der Planung der Angriffe gebrüstet hat. Den Angeklagten werden Terrorismus, Verschwörung und Mord in 2.976 Fällen vorgeworfen. Ihnen droht die Todesstrafe.

Gerichtstermine boykottieren

Bei der Anhörung am Montag machte die Verteidigung deutlich, dass ihre Mandanten die Autorität der US-Regierung nicht anerkennen und künftige Gerichtstermine boykottieren könnten. Bereits der Transport aus den Hochsicherheitszellen in den Gerichtssaal erinnere die Angeklagten an vergangene traumatische Ereignisse, sagte Anwalt Jim Harrington. Militärrichter James Pohl verfügte schliesslich, dass Mohammed und seine Mitangeklagten zumindest bis zum Ende der Woche zu keinen weiteren Anhörungen mehr kommen müssten.

Die US-Regierung hat eingestanden, dass die Angeklagten vor ihrem Transport nach Guantánamo 2006 besonderen Verhörmethoden unterzogen wurden, darunter die Folter durch Waterboarding, ein simuliertes Ertrinken.

Das Hauptverfahren wird voraussichtlich erst im kommenden Jahr beginnen. Zu den Prozesstagen kommen auch Angehörige der Opferfamilien nach Guantánamo, die im Losverfahren bestimmt werden. Zusätzlich sind für Betroffene und die Öffentlichkeit geschlossene Videoübertragungen in New York, New Jersey, Massachusetts und Maryland eingerichtet.

Geheimhaltung umstritten

Vor dem eigentlichen Gerichtsverfahren muss der Richter eine Schutzverfügung erlassen, damit die Verteidigung vertrauliche Dokumente einsehen kann. Eine solche Anordnung stösst aber auf Kritik der Anwälte, da sie glauben, dass die Angeklagten dann nicht mehr ihre Verschleppung und die Foltermethoden der Geheimdienste in den CIA-Geheimgefängnissen weltweit schildern dürfen. Auch US-Medien sehen die freie Presse durch eine Schutzverfügung behindert. Noch hat der Richter eine solche nicht angeordnet.

Neben Mohammed steht auch Ramsi Binalschibh vor Gericht, der mit den Todespiloten um Mohammed Atta in Hamburg kooperiert haben soll. Die weiteren Angeklagten sind Ali Abd al-Aziz Ali, Walid bin Attash und Mustafa Ahmad al Haesawi.

(dapd)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan Meier am 16.10.2012 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Mutmassliche Drahtzieher 9/11

    Mutmasslich = angenommen, anscheinend, wahr- scheinlich. Also die USA ist nicht sicher das das die 5 Drahtzieher zum 9/11 sind. Aber irgendwer muss/sollte ja für diese Geschichte(9/11) geradestehen. Der 9/11 müsste eigentlich nochmals richtig untersucht werden, damit die Wahrheit an Tageslicht rückt. Aber das wird kaum geschehen, da dies verhindert wird. Daher bleiben viele Fragen zum 9/11 wohl für immer unbeantwortet................

  • Mathias am 16.10.2012 10:33 Report Diesen Beitrag melden

    Gerechtigkeit? das ist nicht gerecht!

    Das Terroristen vor gericht stehen ist richtig (ob das gericht objektiv ist seidahingestellt). Aber wieso ist die USA nach Afganistan einmarschiert? keiner der hiergenanten "Drahzieher + mittäter" sowie der mutmaslichen Piloten ist aus Afgahnistan oder hat auch nur etwas mit afgahnistan zu tun. nur der Haupt drahtsieher wie er sich "gebrüstet" hat (unter 180 facher waterboarding) ist im afganischen unabhängikeitskrieg gegen die sowjets gewesen, dort wurde er durch USA unterstützt (auch osama!)! Die haben mehr mit saudis und katar zu tun, wieso sind die aber hauptverbündete der USA im Osten?

  • Thomas am 16.10.2012 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    9/11

    Was haben denn die jetzt damit zu tun? Wer sich ein unabhängiges Bild zu 9/11 machen will googelt nach Loose Change 2 Uncut german, eine ca. 90-minütige Dokumentation Ich war am Anfang au skeptisch gegenüber der Verschwörungstheorie, doch wenn man die ersten 5 minuten gesehen hat schaut man auch die restlichen 85 minuten Ich habe selten eine so eindrückliche Doku gesehen, wer sie ebenfalls gesehen hat kann bestimmt zustimmen Und an all diese, die denken, sie müssen mich jetzt als Verschwörungstheoretiker kritisieren, sollen zuerst die Doku schauen

  • Neandertal Vs Digital am 16.10.2012 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Was mich immer wieder erstaunt an der

    ganzen 9/11 Geschichte- wie in aller Welt kann Amerika die Superweltmacht, mit unzähligen Geheim und Militärdiensten überhaupt von ein paar Typen, die sich in irgendwelchen Höhlen versteckten, in ein so einer Art und Weise angeriffen werden. Entweder sind all die Sicherheitsorgane unfähige Lachnummern und die Stärke demzufolge ein reiner Bluff oder die Geschichte hat sich ganz anderst zuugetragen, als uns erzählt wird.

  • Compaq am 16.10.2012 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Hut ab!

    Ein Land welches jährlich mehr Geld für die Verteidigung ausgibt als die ganze Welt zusammen, wird von 19 Amateuren ohne jegliche militärische Ausbildung angegriffen und in die Knie gezwungen. Wer soll diesen Quatsch noch glauben? Ein unversehrter Pass fliegt aus den WTC Trümmern direkt in die Hände der Polizei, eine einzige, dennnoch verschwommene Aufnahme vom bestbeschützten Gebäude dieser Welt, ein von alleine einstürzendes Gebäude(WTC7) und, und, und! Wie lang soll diese Show noch eigentlich weitergehen?