Mohammed-Karikatur

18. September 2012 21:28; Akt: 19.09.2012 17:45 Print

Hackerangriff auf Satire-Magazin «Charlie Hebdo»

Die Provokation der französischen Satire-Zeitschrift «Charlie Hebdo» hat Folgen. Nach der Veröffentlichung einer Mohammed-Karikatur wurde die Homepage des Magazins gehackt.

Bildstrecke im Grossformat »
Der pakistanische Eisenbahnminister Ghulam Ahmad Bilour bietet aus eigener Tasche 100 000 Dollar Belohnung für die Ermordung von Nakoula Basseley Nakoula, den Regisseur des Anti-Islam-Films. Bei Ausschreitungen in Bangladesch wurden dutzende Menschen verletzt. Viele der Demonstranten wurden verhaftet. Bei Protesten in der pakistanischen Stadt Peshawar ist der Fahrer eines Fernsehjournalisten durch Polizeikugeln getötet worden. Die Beamten hätten auf die Demonstranten geschossen, weil diese ein Kino in Brand gesteckt hätten. (Bild aus Rawalpindi, Pakistan) Das deutsche Satiremagazin «Titanic» hat für Ende September ebenfalls eine Ausgabe zum Islam angekündigt. «Der Westen in Aufruhr - Bettina Wulff dreht Mohammed-Film!», soll die Schlagzeile der Nummer heissen. Inmitten der Protestwelle druckte das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» neue Mohammed-Karikaturen. Die Zeichnungen, würden diejenigen schockieren, die schockiert sein wollten, sagte der verantwortliche Redaktor Stéphane Charbonnier vor der Veröffentlichung dem Nachrichtensender iTele. Er verwies auf die Pressefreiheit. Die ersten Bilder des nicht-vermummten Nakoula Basseley Nakoula, dem Macher von «Unschuld der Muslime», sind aufgetaucht. «Daily News» veröffentlichte ein Foto vom Set des umstrittenen islam-feindlichen Filmes, das Nakoula mit der 21-jährigen Schauspielerin Anna Gurji zeigt. Sie hatte zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, wovon der Film handelte. erhalten. Zentralrats-Aushängeschild Nicolas Blancho gehört zwar nicht zum Organisationskomitee, findet die Aktion aber eine «gute Sache». verübt. Dabei kamen am frühen Dienstagmorgen mindestens neun Menschen ums Leben. Die Attentäterin steuerte ihren mit Sprengstoff beladenen Wagen in einen Minibus, der ausländische Arbeiter zum Flughafen bringen sollte, wie die Polizei erklärte. Die Explosion sei gewaltig gewesen. . Mit Hunderten Anhängern stürmte er mitten durch die Reihen der Polizei. Zuvor hatte Hassine gesagt, die Demo vor der US-Botschaft, bei der am Wochenende vier Menschen getötet worden waren, hätte friedlich verlaufen sollen. Die Polizei sei schuld an der Eskalation. ausgerufen. In Windeseile verbreitet sich der Mordaufruf auf diversen dschihadistischen Foren im Internet. Der Regisseur des Films ist unterdessen mit seiner Familie untergetaucht. Hisbollah-Chef Scheich Hassan Nasrallah zeigt sich in Beirut überraschend an einer Demonstration gegen den Mohammed-Film. Aus Angst vor Anschlägen meidet er für gewöhnlich die Öffentlichkeit. Bei Demonstrationen hunderter Menschen in der Unruheprovinz Khyber Pakhtunkhwa kam es nach Behördenangaben zu Zusammenstössen, bei denen ein Mensch getötet und zwei Menschen verletzt wurden. Zudem starb eine Person, die am Sonntag bei Protesten in Karachi verletzt worden war. Demonstranten in mehreren indonesischen Städten haben am Montag die Proteste gegen den Anti-Islam-Film fortgesetzt. Mohamed al-Magariaf, der lybische Präsident, erwägt einen Militärschlag gegen die Verantwortlichen des Angriffs auf die US-Botschaft. Bei der Attacke am Donnerstag, 13. September 2012 waren vier Menschen gestorben, unter ihnen der US-Botschafter Chris Stevens. Die deutsche Bundeskanzlerin hat sich dafür ausgesprochen, eine öffentliche Vorführung des anti-islamischen Videos «Die Unschuld der Muslime» in Deutschland zu verbieten. SP und Grüne sind gegen die Zensur. Allgemeine Zustimmung erntete das Einreiseverbot für den US-Prediger und Islamfeind Terry Jones. . Sie wurden mit Steinen beworfen und mit Stöcken attackiert. Zudem zündeten Demonstranten mehrere Polizeifahrzeuge an. Muslime aller Altersklassen skandierten in Afghanistan: «Tod für Amerika!» In Kabul und bei einem US-Militärstützpunkt in Dschalabad erkalierte die Situation. Auch am Sonntag kam es erneut zu Demontrationen. Unter anderem in Libanon (Bild), Afghanisitan, Pakistan, Indien und der Türkei. In Pakistan starb am Sonntag ein Demonstrant bei Zusammenstössen zwischen der Polizei und aufgebrachten Muslimen, die auf das US-Konsulat in Karachi marschierten. Aber auch in Europa gingen Muslime vielerorts auf die Strasse. So in ... ... in , ... ... oder in den . Allerdings scheine die Gewalt abzuflauen, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta. , libanesischer Politiker und Chef der radikalislamischen Hisbollah, ruft in einer im ganzen Libanon übertragenen TV-Rede seine Anhänger zu Protesten auf und kündigt an, dass seine Organisation Demonstrationen im ganzen Land organisieren werde. Er fordert seine Anhänger aber ausdrücklich auf, auf Attacken auf Botschaften zu verzichten. . Die Polizei nahm 150 Personen fest. auf die US-Botschaft. Auch eine in der Nachbarschaft der Botschaft wurde völlig verwüstet. rufen die Demonstranten Anti-USA-Slogans. machen die Menschen ihrem Ärger immer noch Luft. . Auch die wird das Oberhaupt der katholischen eine Veranstaltung für Jugendliche abhalten. Der droht Rechtsradikalen, die den Film «Die Unschuld der Muslime» auf ihre Homepage stellen wollen: Die Behörden würden mit allen rechtsstaatlichen Möglichkeiten gegen sie vorgehen. geplant gewesen sein. (Auf dem Bild vom 14.9. besucht er verletzte libysche Botschaftswächter in Benghasi) In aus. Auf den Plakaten steht unter anderem «Im Islam gehts nicht darum, Menschen zu töten. Benghasi wird dich immer lieben, Chris (Stevens, der getötete US-Botschafter; Anm.d.Red.). Du wirst immer in unseren Herzen sein». (links) hat mit seinem Anti-Islam-Film «Unschuld der Muslime» in der ganzen muslimischen Welt Proteste beispiellosen Ausmasses ausgelöst. Am Samstag, 15.9., liess sich der ägyptisch-stämmige Christ in Los Angeles von der Polizei vernehmen. . FREITAG, 14. SEPTEMBER Ägypten:wurde die ganze Nacht auf Samstag weiterprotestiert. In der Strasse, die zur US-Botschaft in Kairo führt, kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten. Ein Grossaufgebot an Polizisten sperrt den Zugang zur diplomatischen Vertretung der USA ab. Die Muslimbrüder haben mittlerweile den landesweiten Protest gegen den Film abgesagt. Sie wollen sich auf «symbolische Proteste» auf dem Tahrir-Platz in Kairo beschränken. abgehalten. verlangte Gerechtigkeit für die Opfer: «Wir werden diejenigen zur Verantwortung ziehen, die sie uns nahmen.» stockte bei ihrer Ansprache zeitweilig die Stimme. Sie sagte, die Menschen in Ägypten, Tunesien, Libyen und dem Jemen sollten nicht die «Tyrannei der Diktatur, gegen die Tyrannei des Mobs» eintauschen. gehandelt haben, bei denen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen gezeigt wurden. «Al Jazeera» hatte zuvor dieses . Den Eindringlingen soll es gelungen sein, die deutsche Flagge herunterzuholen und stattdessen eine islamische Fahne zu hissen. Nach dam Angriff auf die deutsche Botschaft zogen die Demonstranten Richtung US-Botschaft. Auch in Israel, in der Nähe des Damaskus-Tors, hat sich ein Protestzug formiert. Die Demonstranten spiegeln sich im Helm eines Polizisten. Inzwischen ist der Papst in Beirut gelandet. In der libanesischen Stadt haben sich die Demonstranten ein US-Fastfood-Restaurant als Ziel genommen und es völlig verwüstet. Bei den Zusammenstössen zwischen Polizei und Demonstranten soll ein Mensch ums Leben gekommen sein. . Manche versuchen, aufs Botschaftsgelände zu gelangen. Dabei reissen sie die US-Flagge herunter und ersetzen sie durch eine Dschihad-Fahne. Vier Demonstranten wurden getötet und 49 verletzt. werden nach dem Freitagsgebet US-amerikanische und israelische Flaggen verbrannt. Der Protestmarsch führt zu US-Botschaft in der Hauptstadt Doha. Im Jabalya-Camp verbrennen aufgebrachte Palästinenser US-amerikanische und israelische Flaggen. verbrennen sie israelische und amerikanische Flaggen. nimmt nach dem Freitagsgebet an einem Protestmarsch gegen den Anti-Islam-Film teil. Das Plakat zeigt US-Präsident Barack Obama mit einer Brille in Form des Davidsterns. Östlich der Hauptstadt Kabul verbrennen erzürnte Muslim US-Flaggen und eine Obama-Puppe. Lautstark protestieren sie gegen den Film und rufen anti-amerikanische Slogans. , im indischen Bundesstaat Kaschmir. Auch hier werden Flaggen verbrannt. Im indischen haben die Demonstranten eine Strasse mit US-Flaggen ausgelegt, damit möglichst viele auf sie treten können. Im Staat mit der grössten muslimischen Bevölkerung der Welt protestieren die Menschen ebenfalls gegen den Islam-kritischen Film. führt, stehen sich Polizei und Demonstranten gegenüber. Der Präsident der Nationalversammlung, Mohammed Yusef el-Megarief, besucht das zerstörte US-Konsulat und drückt sein Mitgefühl mit den getöteten US-Amerikanern aus. In Dhaka protestieren rund 10 000 Menschen gegen den Islam-feindlichen Film. Sie verbrennen US-Flaggen und versuchen, die US-Botschaft zu erreichen. bereiten sich die Sicherheitskräfte auf Proteste vor der US-Botschaft vor. Die Sicherheitsmassnahmen in US-Einrichtungen wurden weltweit verstärkt und alle diplomatische Vertretungen in höchste Alarmbereitschaft versetzt - auch in Tokio. sind die Proteste gegen den Muslim-feindlichen Film bereits im Gang. DONNERSTAG, 13. SEPTEMBER 2012 Deutschland: Die US-Botschaft in Berlin wurde teilweise evakuiert, da anscheinend verdächtiges weisses Pulver gefunden wurde. Feuerwehr, Rettungswagen und Polizei sind vor Ort. Eine Mitarbeiterin soll über Atemprobleme geklagt haben. verurteilte die Angriffe auf diplomatische Vertretungen und verurteilte zugleich jegliche Beleidigung des muslimischen Propheten Mohammed. 500 Personen versammelten sich vor der Schweizer Botschaft in Teheran und forderten den Tod des Machers des islamfeindlichen Mohammed-Films. Die Schweiz vertritt in Iran die US-Interessen. 200 Sicherheitsleute schützen die Botschaft vor Übergriffen. Vor genau zwei Jahren, am zu stürmen (Bild). Ziel eines Angriffes. Am war sie von Terroristen angegriffen worden. 19 Menschen kamen damals ums Leben, ein Grossteil des Konsulats brannte nieder. (Archivbild vom Tag nach dem Anschlag 2008) , die mit Al-Kaida verbündet sein sollen. DIENSTAG, 11. SEPTEMBER Libyen: Am Mittwoch wurde die US-Vertretung in der libyschen Stadt Bengasi angegriffen. Die Attacke hat vier Todesopfer gefordert. Bei den Angriffen wurde sind ebenfalls ums Leben gekommen. «Ich verurteile die empörenden Attacken auf unsere diplomatische Einrichtung auf das Schärfste», erklärte (im Bild mit US-Aussenministerin Hillary Clinton) nach der Attacke. Da weitere Ausschreitungen befürchtet werden, soll das US-Kriegsschiff «USS McFaul» (hier im Golf von Aden) nach Libyen verlegt werden. Der Zerstörer «USS Laboon» ist bereits vor Ort. . Vor dem Gebäude protestierten gegen den Film, der in den USA produziert worden war.

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Am Tag der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen im französischen Satire-Blatt «Charlie Hebdo» haben Hacker den Online-Auftritt der Zeitschrift lahmgelegt. Die Seite ist seit Montagmorgen nicht mehr erreichbar.

Bislang sei es nicht gelungen, wieder online zu gehen, sagte eine Sprecherin des Blattes der Nachrichtenagentur DPA. Die Facebook-Seite wurde ebenfalls attackiert, sie konnte nach einiger Zeit aber wieder aufgerufen werden.

Ungeachtet der weltweiten Proteste gegen den Mohammed-Schmähfilm aus den USA hatte «Charlie Hebdo» am Mittwoch neue, teils derbe Karikaturen des Propheten veröffentlicht.

«Intouchables 2»

Auf der Titelseite der neuesten Ausgabe ist ein gebrechlicher Mann mit Turban in einem Rollstuhl zu sehen, der von einem Mann jüdischen Aussehens geschoben wird. «Man darf sich nicht lustig machen», wird den beiden Figuren in einer Sprechblase in den Mund gelegt. Darüber prangt der Titel «Intouchables 2» («Die Unantastbaren 2») in Anlehnung an den Film «Ziemlich beste Freunde». Die Titelseite war am Vorabend auf der Webseite des Blattes zu sehen.

Wenige Stunden vor der Veröffentlichung traf die französische Polizei nach eigenen Angaben Sicherheitsvorkehrungen vor dem Redaktionsgebäude von «Charlie Hebdo» in Paris. Im November 2011 war es zu massiven Protesten gekommen, nachdem das Wochenblatt eine Sonderausgabe dem islamischen Recht, der Scharia, gewidmet hatte und diese «Charia Hebdo» genannt hatte. Darin war der Prophet Mohammed als ausserordentlicher Chefredakteur «eingeladen» gewesen. Demonstranten hatten damals das Gebäude in Brand gesetzt.

Proteste werden immer brutaler

Radikale Islamisten nutzen die Wut über den Mohammed-Schmähfilm immer stärker aus. In Afghanistan hat eine Selbstmordattentäterin aus Rache für den Film zwölf Menschen mit in den Tod gerissen. Die Terrorgruppe Al-Kaida und die Taliban riefen zu mehr Gewalt auf. In der afghanischen Hauptstadt Kabul rammte die Attentäterin ihren mit Sprengstoff vollgepackten Wagen in einen Minibus voller ausländischer Flughafen-Arbeiter. Unter den Opfern waren acht Südafrikaner.

Ein Sprecher der extremistischen Gruppe Hesb-e-Islami Gulbuddin übernahm in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AP die Verantwortung für den Anschlag. Eine 22 Jahre alte Frau namens Fatima habe das Sprengstofffahrzeug gefahren. «Der Anti-Islam-Film hat unsere religiösen Gefühle verletzt, wir können das nicht tolerieren», sagte der Sprecher.

Die Al-Kaida im Islamischen Maghreb rief wegen des Films zu Anschlägen auf amerikanische Diplomaten auf und begrüsste in einer Stellungnahme den Tod des US-Botschafters in Libyen, Christopher Stevens. Die Gruppe drohte mit Anschlägen in Algerien, Tunesien, Marokko und Mauretanien. Zudem forderte sie alle Muslime auf, US-Diplomaten zu töten oder auszuweisen, «um unser Land aus Rache für die Kränkung der Ehre des Propheten vom Schmutz zu reinigen». Die Taliban drohten ebenfalls mit Attacken auf die internationale Schutztruppe ISAF als Vergeltung für das Video.

Obama: Macher des Films ist ein «dubioser Typ»

Der Macher des Schmähfilms gerät unterdessen immer stärker unter Druck. US-Präsident Barack Obama bezeichnete ihn am Dienstagabend bei einem Fernsehauftritt als «dubiosen Typ». Die ägyptische Generalstaatsanwaltschaft erliess Haftbefehle gegen den mutmasslichen Regisseur Nakoula Basseley Nakoula, den US-Prediger Terry Jones und sechs ägyptische Kopten. Den Angeklagten werde vorgeworfen, der nationalen Einheit geschadet, den Islam beleidigt und öffentlich angegriffen sowie falsche Informationen verbreitet zu haben, hiess es in einer Mitteilung. Ihnen drohe die Todesstrafe.

Saudi-Arabien liess derweil den Zugang zu allen Webseiten sperren, auf denen das Video zu sehen ist. Google hatte den Zugang zu dem Film nach der Gewalt in Libyen und Ägypten bereits in diesen beiden Ländern sowie in Indonesien und Indien gesperrt. Auch Russland erwägt wegen des Schmähfilms, den Zugang zu blockieren.

(sda)