Videoverbreitung stoppen

24. September 2012 22:25; Akt: 24.09.2012 22:41 Print

Zweite Klage gegen Schmäh-Film

Erneut versucht eine Darstellerin aus dem Film «Innocence of Muslims» das Video auf YouTube sperren zu lassen. Mit einem Eilantrag war die Frau vergangene Woche an einem Gericht in Los Angeles gescheitert.

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Der Film (2012) stellt den Propheten Mohammed als Kinderschänder, blutrünstigen Feldherr, Homosexuellen und Feigling dar. Der Youtube-Trailer löst weltweite Proteste in muslimischen Ländern aus. Hinter dem Film sollen mehrere US-Amerikaner stecken. Als genannt. Am 15. September 2012 wird er von den US-Behörden vernommen. Nakoula ist vorbestraft und lebt in der Nähe von Los Angeles. Nakoula soll sich laut Gerichtsunterlagen auch schon Mark Basseley Youssef, Yousseff M. Basseley oder Nicola Bacily genannt haben. Das alles klingt auffällig ähnlich wie . Dieser Name wurde schnell als Verantwortlicher für den Fillm herumgereicht. Im Zusammenhang mit dem provozierenden Billigstreifen taucht ausserdem auch der Name auf. Klein will bei «Innocence of Muslim» als Berater fungiert haben. Er bezeichnet sich selbst als «aktiven Christen» und als Kritiker des radikalen Islams. Die Gewalt, die der Film in Nordafrika auslöste, findet Klein gut. «, um der Welt und auch der Mehrheit der Muslime zu zeigen, wie gefährlich diese Leute sind», sagte er gegenüber CBS News. Hat mit dem Macher des Film Kontakt: . Der radikale Christ gehört keiner etablierten Kirche an. 2010 veröffentlichte er die anti-islamistische Polemik «Islam is of the Devil». Im September 2010 hatte er weltweit Aufsehen durch seine Ankündigung erregt, eine durchzuführen. Er hatte die Aktion jedoch abgesagt. Die in einem Statement im US-Sender CNN explizit von der eigenen Arbeit. Ihnen war gesagt worden, dass sie am Film «Desert Warriors» arbeiteten. Der Prophet Mohammed sei im Drehbuch nie aufgetaucht. Der Film sei in der Postproduktion umgeschnitten und neu synchronisiert worden. Der Film «Innocence of Muslim» wurde am 23. Juni 2012 . Ein Trailer wurde im Juli 2012 auf Youtube hochgeladen. Film und Trailer fanden zunächst nur wenig Beachtung. Erst als im September 2012 eine arabisch synchronisierte Fassung auf Youtube geladen wurde, wurde er in muslimischen Ländern überhaupt wahrgenommen. In der Folge kam es zu . Den Auftakt machte eine Gruppe Bewaffneter, die am 11. September 2012 (dem 11. Jahrestag von 9/11) das überfiel und vier Mitarbeiter der diplomatischen Vertretung tötete. Ob es sich dabei um eine terroristische oder eine spontane Aktion handelte, ist umstritten. Unter den Opfern war auch der (hier in einer Aufnahme vom 11. April 2011). In der Folge wurden die US-Botschaften in muslimischen Ländern stärker bewacht. Trotzdem gelang es Bewaffneten und drei Menschen zu töten. Die Ausschreitungen wurden sowohl vom libyschen Übergangspräsidenten Mohamed Al-Magariaf (Bild) als auch vom ägyptischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi scharf verurteilt. In mehreren muslimischen Ländern, darunter Ägypten und Libyen, sperrte Youtube den Zugang zum umstrittenen Trailer. .

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Eine im islamfeindlichen Film «Die Unschuld der Muslime» mitwirkende Schauspielerin will vor einem US-Bundesgericht die Weiterverbreitung des Videos stoppen. Cindy Lee Garcia will noch am Dienstag wegen einer Verletzung des Urheberrechts Klage einreichen.

Gemäss ihrer Anwältin Cris Armenta fühlt sich Garcia von den Filmemachern getäuscht. Ihr sei die wahre Absicht des Films verheimlicht worden und die Aufnahmen seien von anderen Sprechern neu vertont worden, sagte die Anwältin dem US-Fernsehsender NBC.

Garcia war in der vergangenen Woche vor einem kalifornischen Gericht mit dem Versuch gescheitert, auf dem Onlinedienst YouTube eingestellte Ausschnitte des Videos sperren zu lassen.

Ein Gericht in Los Angeles lehnte einen Eilantrag der Schauspielerin am Donnerstag ab. Armenta kritisierte, dass der Film gegen YouTubes Richtlinien verstosse, wonach hasserfüllte Inhalte verboten seien.

Die bereits vor einem kalifornischen Gericht eingereichte Klage gegen den mutmasslichen Produzenten des Films sei wieder zurückgezogen worden, sagte Armenta. Stattdessen solle sich der unter dem Pseudonym Sam Bacile auftretende Nakoula Basseley Nakoula, ein aus Ägypten stammender koptischer Christ, vor einem Bundesgericht verantworten.

Garcia erklärte, sie habe einen Vertrag für einen Film mit dem Titel «Der Wüstenkrieger» unterschrieben. Während der vier Drehtage habe sie nur vier Seiten des Regiebuchs gesehen und von der islamfeindlichen Absicht des Films keine Ahnung gehabt. Niemand habe vom Islam oder dem Propheten Mohammed gesprochen.

Die Ausschnitte des Films stehen bereits seit Juli auf YouTube, wurden zunächst aber kaum beachtet. Erst als Anfang September eine arabisch synchronisierte Fassung auftauchte und Auszüge im ägyptischen Fernsehen gezeigt wurden, zogen wütende Muslime vor US- und andere westliche Einrichtungen. Bei den gewalttätigen Protesten wurden über 50 Menschen getötet.

(sda)