06. Mai 2009 11:35; Akt: 11.04.2012 14:44 Print

Häuser des Grauens

Es wurde gefoltert, es wurde gequält – in diesen Horrorhäusern geschah Fürchterliches. Was wird aus ihnen?

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Ende August 2011 erschüttert ein neuer Fritzl-Fall ganz Österreich: Ein 80 Jahre alter Mann soll mehr als 40 Jahre lang seine beiden Töchter gefangen gehalten, sexuell missbraucht und körperlich misshandelt haben. Am 19. August 2011 fand in Hamburg die Polizei in der Wohnung eines 30-Jährigen ein wahres Folterparadies. Der Mann hatte sogar eine alte Telefonkabine zu einer Sexzelle umgebaut. In diesem Haus im deutschen Westerwald soll der 48-jährige Detlef S. seine leibliche Tochter und seine beiden Stiefkinder über Jahre hinweg sexuell missbraucht und zum Teil zur Prostitution gezwungen haben. Mit der Stieftochter soll er dabei insgesamt acht Kinder gezeugt haben. Mitte Mai 2010 wurden im kolumbianischen Turmequé fünf Kinder aus ihrer jahrelangen Gefangenschaft in Erdhöhlen befreit. Der psychisch kranke Vater hatte sie dort eingesperrt. Im November 2009 wurden ein Vater und seine vier Söhne in Missouri verhaftet: Sie hatten minderjährige Familienmitglieder vergewaltigt und «Hochzeiten» mit den Mädchen inszeniert, um sich danach in einem Hühnerstall an ihnen zu vergehen. Ende Oktober wurden im Haus des verurteilten Sexualstraftäters Anthony Sowell in Cleveland elf Frauenleichen gefunden. Die Nachbarn hatten mehrmals von einem «ungeheuerlichen Gestank» berichtet, der seit Jahren über der Gegend lag. Die 29-jährige Jaycee Lee Dugard ist Ende August nach einem 18-jährigen Martyrium in der Gewalt ihres Entführers Philip Garrido in Kalifornien entkommen. Sie war an einem abgelegenen Ort in völliger Isolation gefangen gehalten worden. In diesem Haus an der Heinestrasse 60 in Wien wohnte Natascha Kampusch während acht Jahren - unfreiwillig - im Keller ihres Peinigers. Dass sie sich nach ihrer Freilassung um das Haus bemühte, überraschte einige. An der Ybbsstrasse 40 in Amstetten führte Josef Fritzl mehr als zwei Jahrzehnte ein Doppelleben: Oben lebte er mit seiner Ehefrau und den Pflegekindern - unten im Keller missbrauchte er seine Tochter Elisabeth. Das Fachwerkhaus des zu lebenslanger Haft verurteilten «Kannibalen von Rotenburg», Armin Meiwes, wurde 2007 im Internet für 74 500 Euro zum Kauf angeboten. Via della Pergola, Perugia: Hier wurde die britische Austauschstudentin Meredith Kercher in der Nacht zum 2. November 2007 im Verlauf eines Sexspiels getötet. In dieser Wohnung in Wien tötete der 39-jährige Reinhard S. Mitte Mai 2008 in einer Gewaltorgie seine Frau, seine siebenjährige Tochter, seine Eltern und seinen Schwiegervater mit einer Axt. Maria M. wurde in diesem Haus in einem kleinen Dorf in der süditalienischen Region Kampanien von ihrer Familie 18 Jahre lang unter unvorstellbaren hygienischen Verhältnissen gefangen gehalten. Mitte Juni 2008 wurde sie von der Polizei befreit. Dieses Haus im deutschen Siegen wirkt recht idyllisch. Doch der Eindruck täuscht. In der Tiefkühltruhe der Familie wurden Anfang Mai 2008 drei Babyleichen gefunden. Die 44-jährige Mutter hatte diese vor Jahren dort verstaut. Ende November 2007 erstickte die 31-jährige, psychisch kranke Steffi B. in diesem Haus im deutschen Darry ihre fünf Söhne. Sie wollte sich direkt nach der Tat umbringen. In diesem Haus im schwyzerischen Muotathal hat ein Jugendlicher Mitte April 2008 seine Stiefmutter und seinen Stiefbruder umgebracht. Zudem verletzte er seinen Vater. Der Täter wurde vor Ort verhaftet.

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