Traurige Feststellung

21. November 2012 16:10; Akt: 21.11.2012 16:17 Print

Die Erderwärmung ist kaum noch zu bremsen

Der Ausstoss von Treibhausgasen hat im letzten Jahrzehnt massiv zugenommen. Das Ziel, einen globalen Temperaturanstieg zu verhinden, ist nur noch mit sehr grossen Anstrengungen zu schaffen.

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Der Klimawandel in der Infografik.

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Die Welt entfernt sich immer weiter von dem Ziel, die Erderwärmung rechtzeitig zu stoppen. Ohne einschneidende Massnahmen sei ein Plan, die Temperatur auf ein Plus von maximal zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, nicht erreichbar, sagt die UNO-Umweltbehörde UNEP. Anstatt zu sinken, sei der globale Ausstoss an Treibhausgasen seit dem Jahr 2000 bereits um etwa 20 Prozent gestiegen, heisst es in einem Bericht, den die UNEP am Mittwoch in London präsentierte.

Ohne massivem Umschwung zum Klimaschutz werde der Ausstoss an Treibhausgasen bis 2020 auf 58 Gigatonnen (Milliarden Tonnen) steigen, sagte UNEP-Exekutivdirektor Achim Steiner. Um das Zwei-Grad-Klimaziel zu halten, dürfe der Ausstoss bis dahin jedoch nicht mehr als 44 Gigatonnen betragen.

Dafür müssten die Länder ihre im Zuge von UNO-Konferenzen vorgelegten Absichtserklärungen stark erhöhen. Denn selbst, wenn die einzelnen Staaten ihre jeweils am weitesten gehenden Klimaschutzzusagen einhielten, bleibe bis 2020 eine Lücke von 8 Gigatonnen. Falls die nötigen Emissionsreduktionen bis 2020 nicht erreicht werden, würde ihre spätere Umsetzung danach mindestens 10 bis 15 Prozent mehr kosten, betonen die 55 Forscher aus 22 Ländern in dem Bericht.

Mit heutiger Technologie erreichbar

Dem UNEP-Bericht zufolge ist der angestrebte Rückgang der Emissionen mit bestehender Technologie jedoch erreichbar. Derzeit müssten noch keine neuen, teils unausgereiften Technologien wie etwa die umstrittene CO2-Speicherung zum Einsatz kommen.

Die Forscher nannten einige wirtschaftliche Bereiche, darunter Verkehr und Bauwirtschaft, bei denen es in einigen Ländern bereits interessante technische Ansätze zur Emissionsreduktion gebe. Dort seien aber noch starke Sparmassnahmen und Effizienzsteigerungen möglich. Steiner lobte auch die weltweiten Investitionen in Höhe von insgesamt fast 260 Milliarden Dollar in erneuerbare Energien im vergangenen Jahr.

Der Bericht wurde im Vorfeld des 18. UNO-Klimagipfels vorgelegt, bei dem ab kommenden Montag in Doha (Katar) weiter über die Reduktion der Treibhausgase verhandelt werden soll. Nach Ansicht von Forschern drohen bei einem Temperaturanstieg von mehr als zwei Grad Celsius über den Wert vor der Industrialisierung unter anderem ein komplettes Abschmelzen des Grönlandeises sowie Dürren und Unwetter unbekannten Ausmasses.

(sda)