Arabische Welt in Aufruhr

22. Februar 2011 17:26; Akt: 21.03.2011 17:21 Print

Revolution auf Google Maps und Twitter

Ein Mash-up aus Twitter und Google Maps hält nun die Internetgemeinschaft über die Geschehnisse in Libyen und im Mittleren Osten auf dem Laufenden.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der indische Blogger Virender Ajmani hat den Kurznachrichtendienst Twitter und Google Maps zusammengelegt, um die Ereignisse im Mittleren Osten und im Maghreb besser verfolgen zu können. Anlässlich der Protestwelle in der arabischen Welt programmierte Ajmani ein Mash-up aus beiden Onlinediensten, auf dem im Fünf-Sekunden-Takt die neusten Twitter-Nachrichten auf der entsprechenden Landkarte angezeigt werden. Im Tool hat der Benutzer die Möglichkeit, die Entwicklungen in Bahrain, Ägypten, Libyen oder Iran zu verfolgen.

Derzeit dürfte es für Libyer schwierig sein, sich über die Community-Seiten im Internet zu organisieren: Das Regime von Muammar Gaddafi hat teilweise den Zugang zu Nachrichtenseiten wie Al Jazeera sowie zu Facebook, Twitter und YouTube gesperrt. Er befürchtet, dass Bilder der brutalen Repression, die seine Anhänger - vor allem nachts - gegen die Demonstranten durchführen, nach aussen dringen könnten.

Wieso der Diktator den Zugang zum Internet nicht komplett abschaltet, ist allerdings unbekannt. Die Mittel dazu hätte er ohnehin: Sein ältester Sohn Mohammed kontrolliert den staatlichen Anbieter «General Post and Telecommunications Company», der das Monopol für die Netzzugänge hat. Vielleicht weiss Gaddafi Senior, dass das wenig nützt: Sein Nachbar Hosni Mubarak hatte während den Protesten in Ägypten das Internet neun Tage lang komplett sperren lassen. Am 11. Februar wurde er dennoch gestürzt.

(kle)