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Gaza-Konflikt
21. November 2012 06:19; Akt: 21.11.2012 10:12 Print
Keine Feuerpause - Beschuss geht weiter
Die erhoffte Einigung auf eine Feuerpause zwischen Israel und den Palästinensern ist ausgeblieben. Der Bombenbeschuss geht weiter – mit unverminderter Härte.
Während die internationale Diplomatie weiter auf eine Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas drängt, gehen die Kämpfe weiter. Auch in der Nacht zum Mittwoch wurden aus Gaza-Stadt wieder Luftangriffe gemeldet.
Bildstrecken Israels «Eiserne Kuppel» im Stresstest Infografik Der Nahostkonflikt Gebäude mit AFP-Büros in Gaza von israelischen Raketen getroffenBei einem israelischen Luftangriff ist am Dienstag in Gaza ein Gebäude von Raketen getroffen worden, in dem die Nachrichtenagentur ihre Büros in der Stadt hat. Ein AFP-Fotograf, der sich zum Zeitpunkt des Angriffs im vierten Stock des Gebäudes aufhielt, blieb unverletzt.
Auch andere Mitarbeiter der Agentur kamen nicht zu Schaden. Im sechsten Stock des Gebäudes schlugen allem Anschein nach mindestens drei Raketen ein. (sda)
Clinton trifft Abbas
US-Aussenministerin Hillary Clinton hat im Rahmen ihrer Bemühungen um ein Ende der Gewalt im Nahen Osten Palästinenserpräsident Mahmud Abbas getroffen. Am Mittwoch reiste sie von Jerusalem nach Ramallah im Westjordanland, wo sie von Abbas empfangen wurde.
Vor dem Präsidentensitz demonstrierten etwa 50 Personen gegen den Besuch. Starke Polizeikräfte riegelten das Gelände ab. Abbas fordert ein sofortiges Ende der israelischen Angriffe gegen Ziele im Gazastreifen.
Ein Sprecher der israelischen Regierung wollte Berichte nicht kommentieren, wonach sich Clinton nach dem Treffen mit Abbas erneut mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu treffen werde. Clinton wurde am Mittwoch ausserdem in Kairo zu Gesprächen mit Ägyptens Präsident Mohammed Mursi erwartet.
Am Dienstagabend hatten sich die Hoffnungen auf eine unmittelbar bevorstehende Verkündung einer Feuerpause bei den Verhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo zerschlagen. Daraufhin verstärkten beide Seiten ihre Angriffe. Die israelische Armee bestätigte weit mehr als 20 Einsätze in den letzten Stunden des Tages.
Unter anderem sei eine Einsatzzentrale der Hamas in einem Mediengebäude angegriffen worden, hiess es. Ausserdem hätten Kampfflugzeuge Raketenabschussanlagen, Waffenlager und -Fabriken sowie Schmugglertunnel bombardiert.
Der US-Sender CNN berichtete am frühen Mittwochmorgen von einer Serie von Explosionen an einem Regierungsgebäude in Gaza-Stadt. Die palästinensische Nachrichtenagentur Maan meldete den Beschuss einer Polizeistation in Chan Junis im Süden des Palästinensergebiets.
Keine Schäden durch Raketen
Zugleich berichteten arabische und israelische Medien von weiteren Raketen, die aus dem abgeriegelten Palästinensergebiet auf Israel abgefeuert worden seien. Laut dem israelischen Nachrichtenportal Ynet schlugen am späten Abend erneut Raketen aus dem Gazastreifen auf israelischem Gebiet ein.
Meldungen über Schäden oder Verletzte gab es nicht. Wie die Armee am Morgen mitteilte, wurden zwei weitere Geschosse, die auf dicht besiedeltes Gebiet abgefeuert worden seien, in der Nacht abgefangen und zerstört.
Seit der blutigen Eskalation des Konflikts vor einer Woche kamen mehr als 130 Menschen im Gazastreifen und fünf in Israel ums Leben. Fast 1000 Menschen wurden verletzt, die meisten von ihnen Palästinenser.
Clinton in Israel
Der internationale Druck auf beide Seiten, sich auf eine Waffenruhe zu verständigen, wurde in den vergangenen Tagen immer grösser. Am Dienstagabend traf US-Aussenministerin Hillary Clinton in Jerusalem ein. Bei einem Treffen mit Premier Benjamin Netanjahu versicherte sie, sie werde mit Israel und Ägypten zusammenarbeiten, um in den kommenden Tagen eine Feuerpause zu erreichen.
«Das Ziel ist eine dauerhafte Regelung, die zur regionalen Stabilität beiträgt und den Sicherheitsinteressen und legitimen Forderungen Israels und der Palästinenser Rechnung trägt», sagte sie.
Clinton würdigte ausdrücklich die Vermittlung des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi zur Beilegung des Gaza-Konflikts. Ihn werde sie an diesem Mittwoch in Kairo treffen, sagte sie. Auch ein Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sei geplant.
Offene Debatte im UNO-Sicherheitsrat
Neben Clinton bemühten sich am Dienstag der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle und UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon in Nahost um Deeskalation. Auch der UNO-Sicherheitsrat will am (heutigen) Mittwoch in einer offenen Debatte über den Gaza-Konflikt beraten.
Das mächtigste UNO-Gremium hatte sich bislang nicht über die seit knapp einer Woche andauernde Offensive der israelischen Streitkräfte gegen militante Palästinenser im Gazastreifen geäussert.
Hamas erschiesst sechs mutmassliche Kollaborateure im Gazastreifen
Verstörende Bilder sind derweil aus dem Gazastreifen verbreitet worden. Wegen mutmasslicher Kollaboration mit Israel sind dort sechs Menschen erschossen worden. Eine grosse Menschenmenge versammelte sich in Gaza um fünf der blutigen Leichen, eine sechste wurde an ein Motorrad gebunden und durch die Strassen der Stadt geschleift, während die Menge «Spion, Spion» rief. (Anm. d. Red.: 20 Minuten Online verzichtet an dieser Stelle darauf, die Bilder dieser Aktion zu zeigen.)
Der militärische Arm der Palästinenserorganisation Hamas, die Issedine-al-Kassam-Brigaden, übernahmen die Verantwortung für die Tötungen. Nach Angaben der Hamas hatten die sechs Getöteten Informationen über Kämpfer und Raketenabschussplätze an Israel weitergegeben.
Der Mittwochmorgen zeigt Gaza-Stadt in Trümmern
Im Grossformat auf dem Videoportal ![]()
(Quelle: AP)
(jam/pre/sda)
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Alle 59 Kommentare

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Viel Erfolg gegen die Besatzung
liebe palästinenser, brüder und schwestern, als moslem leide ich natürlich mit euch!
Hamas und Co. das Genick brechen!
Israel muss dieser Hamas und Co. ein für alle Mal das Genick brechen! Dann und nur dann werden die Palästinenser ihre Freiheit und der ganze nahe Osten den Frieden bekommen! Solange jedoch diese Terroristen auf palästinensischer Seite das Sagen haben, werden die Zivilisten, auf beiden Seiten, zu Leiden haben! Terroristen kennen kein Ehrgefühl, kein Erbarmen, keine Moral, keine Vernunft, keine Menschlichkeit und am wenigsten internationale Gesetze! Sie kennen nur eines: Ihre eigenen, kranken und degenerierten Ansichten über alle "Ungläubigen" dieser Welt!
@samuel b.
terrorist oder freiheitskämpfer.. ist immer so ne ansichtssache hm? z.B. Syrien. Gewalt hat erzeugt immer gegengewalt und führt die menschen und opfer in die hände der extremisten. wir können gar nicht nachvollziehen wie es ist in ständigem krieg aufzuwachsen und zu leben, da ensteht unendlicher hass. auf beiden seiten. beide seiten handeln falsch. ich persönlich finde jedoch es liegt in der hand der israelis, da sie die stärkere macht sind. der intelligentere gibt nach etc..
was können sie dafür?
was können die palästinenser eigentlich für den Judenhass der Europäer von vor 60ig Jahren?