Während Besuch Kandils

16. November 2012 04:17; Akt: 16.11.2012 11:01 Print

Hamas bricht Waffenruhe - Israel schiesst zurück

Die israelische Offensive gegen den Gazastreifen sollte während des Besuchs des ägyptischen Premiers für drei Stunden unterbrochen werden. Doch der gegenseitige Beschuss geht weiter.

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Die Waffenruhe hält: Am Donnerstag, 22. November gab es keine Raketen mehr. und feierten, so etwa diese jungen orthodoxen Juden im Süden Israels. Am 21. November 2012 um 20.00 Uhr MEZ tritt die Waffenruhe im Gazastreifen in Kraft. Palästinenser in Gaza . Am Abend des 21. Novembers verkündete Ägypten eine . Beide Seiten bestätigten dies. Für 72 Stunden sollen die Waffen schweigen, während über eine längerfristige Lösung verhandelt wird. Im Bild ein israelischer Panzer im Norden des Gazastreifens. In der Nacht auf den Mittwoch, 21.11.2012, fliegen wieder Raketen. Die erhoffte Feuerruhe blieb aus. Nach der gescheiterten Einigung auf eine Waffenruhe am Dienstag, 20. November, ist US-Aussenministerin Hillary Clinton in den nahen Osten gereist. Zusammen mit dem ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi will sie eine diplomatische Lösung des Konflikts anstreben. Am 20. November schlägt eine - zum zweiten Mal. Diese Mädchen suchen Deckung als die Sirenen ertönen. In der Nacht auf Dienstag, 20. November bombardierte die - über sie wickelt die Hamas ihre Zahlungen ab. Mehrere Personen wurden verletzt. Auch in der Nacht auf Montag, 19. November gingen die . Hier wird eine Palästinenserin nach einer Bombardierung am Montagmorgen in Sicherheit gebracht. Am Abend des 18. November 2012 gehen gegen die israelische Militär-Operation in Gaza. Der . Mursi möchte in dem Konflikt vermitteln. Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen kamen am 18. November , darunter mehrere Zivilisten. Im Westjordanland werfen Palästinenser Steine gegen israelische Soldaten, die in Hebron jüdische Siedlungen bewachen. Die im Gazastreifen. In Israel schlugen am 18. November ein: Ein beschädigtes Haus in der Stadt Ofakim. Teile einer abgefangenen palästinensischen Rakete setzen bei Tel Aviv am selben Tag Über Verletzte gab es keine Berichte. Das israelische Raketenwehrsystem zerstört die meisten anfliegenden Geschosse noch in der Luft. Eingeschlagen hat auch eine Rakete in Aschkelon am 18. November. Beim Treffer wurden Ebenfalls in Aschkelon hat eine Rakete Ein israelischer Sprengstoffexperte trägt , die in Ofakim eingeschlagen ist. Leben im Bunker: Ein im Kibbutz Reim, nahe des Gazastreifens. Die im Gazastreifen. Ein Soldat bereitet einen Panzer vor nahe des Gazastreifens. International laufen . So warnte der britische Aussenminister am 18. November, dass mit einer Bodenoffensive die internationale Unterstützung nachlassen werde. In der Morgendämmerung des 18. Novembers steigt auf, nachdem eine Rakete ein Gebäude in Gaza-Stadt getroffen hat. Auch am Sonntag kamen im Gazastreifen mehrere Personen bei israelischen Luftschlägen ums Leben. Rauch über Gaza-Stadt. Palästinensische Feuerwehrleute löschen nach einem Luftangriff Ein zerstörtes Haus in Gaza-Stadt. In der griff die israelische Armee auch ein Gebäude an, in dem die von der Hamas geführte Fernsehstation Al-Aqsa TV und andere Medien untergebracht sind. Das Bild zeigt einen Kameramann des Press TV Networks im Schutzraum. Israelische Kinder jubeln am 17. November einem zu. Dauerfeuer im Nahostkonflikt: Seit Beginn der israelischen Offensive am haben die Streitkräfte nach eigenen Angaben mehr als 800 Ziele im Gazastreifen getroffen. Allein in der Nacht zum 17.11. sind mehr 180 Luftangriffe geflogen worden. Dabei wurde ... ... auch das Hauptquartier der Hamas bombardiert und in Schutt und Asche gelegt. Israelische Soldaten könnten bereits nächste Woche mit einer Bodenoffensive starten. Seit dem 14.11.12 kamen auf palästinensischer Seite mindestens 35 Menschen ums Leben (auf dem Bild ein verletztes Kind aus Beit Lahia), darunter 13 Zivilisten. Israel beklagte den Tod von drei Bürgern. Ein israelischer Soldat steht im Morgengrauen einsatzbereit auf einem Panzer an der Grenze zum Gazastreifen. Währenf die Angst vor einer Bodenoffensive wächst, intensivieren die israelischen Streitkräfte ihre Luftangriffe auf den Gazastreifen am frühen Samstagmorgen, 17. November. Palästinenser inspizieren, was vom Haus eines militärischen Führers der Hamas übriggeblieben ist, nachdem die israelische Luftwaffe es am Freitag angegriffen hatte. Trotz eines von Israel angekündigten Waffenstillstands schlägt am 16. November im Norden des Gazastreifens eine Bombe ein, die aus einem israelischen Kampjet abgeworfen wurde, während ... ... der ägyptische Regierungschef Hischam Kandil (links, mit Hamas-Regierungschef Ismail Haniyeh) in Gazastadt zu Besuch war. Er will im Konflikt vermitteln. Auf israelischem Gebiet schlugen derweil Raketen ein, die von Seiten der Hamas abgefeuert worden waren. In Ashdod wird eine Frau evakuiert, deren Haus unter Beschuss geraten war. Auch in der Nacht auf den 16. November ging der Beschuss des Gazastreifens durch die israelische Luftwaffe weiter. In Gaza-Stadt ist beim Gebäude des Innenministeriums ein Feuer ausgebrochen. Palästinenser versuchten, den Brand zu löschen. Am späten Donnerstagabend wurde in verschiedenen israelischen Medien berichtet, dass die Armee eine Bodenoffensive plane. Die Streitkräfte dementierten die Berichte jedoch und erklärten, bislang sei noch keine Entscheidung über einen Einmarsch in den Gazastreifen gefallen. Ein zerstörtes Gebäude in Gaza-Stadt. Allerdings sollen nach israelischen Angaben am Donnerstag (15.11.2012) auch fast 150 Raketen auf Israel abgefeuert worden sein, einige reichten offenbar bis kurz vor Tel Aviv, wo es Luftalarm gab und die Menschen Deckung suchten. In der Stadt war eine Explosion zu hören, verletzt wurde aber niemand. Die Tötung des Hamas-Militärchefs vom 14. November 2012 markiert den Beginn der israelischen Offensive «Säule der Verteidigung». Damit habe Israel das «Tor zur Hölle» aufgestossen, erklärte die Hamas. Hier rennt ein palästinensischer Steinewerfer in der Nähe von Ramallah im Dunst des Tränengases israelischer Sicherheitskräfte. Soldaten suchen Schutz während Sirenen vor einem Raktenangriff in der israelischen Stadt Kiryat Malachi warnen. «Iron Dome», das israelische Raketenabwehrsystem, fängt eine aus Gaza abgefeuerte Rakete über der Stadt Sederot im Süden Israels ab. Israelische Panzerfahrer in der Nähe der Gaza-Grenze. Israelische Sodaten warten bei ihrer Basis ausserhalb des Gaza Streifens auf ihren Einsatz. Am Donnerstag, 15. November hat Israel Reservisten einberufen. Dies wird als Zeichen für eine geplante Bodenoffensive gewertet. Soldaten im israelischen Südbezirk Aschdod. Panzer werden zum Gaza-Streifen transportiert. Ein palästinensischer Steinewerfer wird von israelischen Sicherheitskräften im Osten Jerusalems abgeführt. Eine palästinensische Rakete wird unschädlich gemacht. Am 14. und 15. November beschiesst Israel den Gazastreifen massiv. Innerhalb von zwei Tagen hat die israelische Armee 230 Ziele bombardiert. Die radikalislamische Hamas feuerte zurück. Sie schoss rund 250 Bomben auf israelische Ziele ab. Hier sieht man eine israelische Abfang-Rakete, die in der Nähe der israelischen Stadt Sederot abgefeuert wird. Am Morgen des 15. Novembers wurde der Gazastreifen massiv beschossen. Im Gazastreifen rief die regierende Hamas den Notstand aus. Schulen blieben geschlossen, am Donnerstag waren die meisten Strassen in Gaza-Stadt verwaist, viele der 1,6 Millionen Einwohner in der Küstenregion suchten zu Hause Schutz. 15 Palästinenser wurden bei den Angriffen der ersten beiden Tage getötet, mehr als 150 verletzt. Unter den Toten waren den Angaben einer palästinensischen Nachrichtenagentur zufolge auch zwei Kinder und eine schwangere Frau. Die Luftangriffe der Israeli haben massive Schäden angerichtet. Ein Palästinenser sitzt in den Trümmern seines Hauses. Dieser Mann hält sein Baby in den Armen, das bei einem israelischen Luftangriff starb. In der Nacht auf den 15. November 2012 gingen rund hundert Geschosse über den Gazastreifen nieder. Die israelische Armee hat am 14. November 2012 eine neue Offensive namens «Säule der Verteidigung» gestartet. Dabei tötete sie im Gazastreifen gezielt den Militärchef der islamistischen Hamas, Ahmed al-Dschabari. Ahmed al-Dschabari war im Auto in Gaza unterwegs. Der Hamas-Militärchef hatte keine Überlebensschance. Hier löschen Palästinenser sein brennendes Auto.

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Ägyptens Ministerpräsident Hischam Kandil ist am Freitag in den Gazastreifen gereist, um Druck auf Israel auszuüben. Trotz einer vorübergehend vereinbarten Waffenruhe während des Besuches feuerten radikale Palästinenser Raketen auf den Süden Israels ab. Israel antwortete mit einem Angriff aus der Luft.

«Die Hamas respektiert nicht den Besuch des ägyptischen Ministerpräsidenten im Gazastreifen und verletzt die vorübergehende Feuerpause, in die Israel vor dem Besuch eingewilligt hat», erklärte am Freitag ein Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Bei dem jüngsten israelischen Bombenangriff auf eine Gruppe von Zivilisten in der Region Nasila seien zwei Palästinenser getötet worden, hiess es am Freitagmorgen aus palästinensischen Sicherheitskreisen und von Medizinern. Israel sprach von einem Angriff auf das Haus eines Hamas-Kommandanten.

Kandil im Gazastreifen

Inmitten der eskalierenden Gewalt war der ägyptische Ministerpräsident Hischam Kandil zuvor im Gazastreifen eingetroffen.

Während einer gemeinsamen Medienkonferenz mit Ismail Hanija, dem Regierungschef der radikal-islamischen Hamas-Bewegung, sagte er, Ägypten stehe unverbrüchlich auf der Seite der Palästinenser. Die Opfer der israelischen Angriffe bezeichnete er als «Märtyrer».

Hanija lobte die neue Politik des «revolutionären Ägyptens». Er sprach von einem «historischen Besuch» und forderte die anderen arabischen Führer auf, dem Beispiel der Ägypter zu folgen. «So Gott will, werden wir siegen», fügte er hinzu.

Während des etwa dreistündigen Aufenthalts der ägyptischen Delegation wollte die israelische Armee ihre Angriffe auf den Gazastreifen unterbrechen unter der Bedingung, dass auch die Hamas ihren Raketenbeschuss auf Israel stoppt.

Reservisten mobilisiert

Unterdessen hat die Armee damit begonnen, 16'000 Reservisten zu mobilisieren. «Die Aktion ist im Gang», bestätigt eine Sprecherin der Armee laut der Nachrichtenagentur AFP.

Die Rekrutierung der Reservisten sei Teil des Einsatzes «Pfeiler der Verteidigung», mit dem Israel seit Mittwoch gegen den Gazastreifen vorgeht. Israel schliesst dabei auch den Einsatz von Bodentruppen nicht aus. Am Donnerstag hatte Israels Regierung den Weg für die Einberufung von bis zu 30'000 Reservisten freigemacht.

Gebäude des Innenministeriums zerstört

Die Gewalt zwischen Israel und radikalen Palästinensern hat auch in der Nacht zum Freitag und am Morgen angehalten. Die israelische Luftwaffe flog nach eigenen Angaben seit Mittwochnachmittag 466 Luftangriffe auf den Gazastreifen. In der Nacht auf Freitag wurde dabei ein Gebäude des Innenministeriums der radikalislamischen Hamas zerstört.

Im selben Zeitraum hätten militante Palästinenser rund 280 Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert, von denen 131 abgefangen worden seien.

Noch kein Entscheid gefallen

Am späten Donnerstagabend transportierten mindestens zwölf Tieflader Panzer und gepanzerte Truppentransporter ins Grenzgebiet. Zahlreiche Soldaten wurden mit Bussen in die Region gebracht. Israelische Fernsehsender meldeten, die Invasion sei für den heutigen Freitag geplant. Die Streitkräfte dementierten die Berichte und erklärten, bislang sei noch keine Entscheidung über einen Einmarsch in den Gazastreifen gefallen.

Die radikalislamische Hamas kündigte unterdessen an, Raketen vom Typ Fadschr 5 aus iranischer Produktion auf Israel abzufeuern. Die Geschosse verfügen über eine Reichweite von 75 Kilometern und könnten somit die Metropole Tel Aviv treffen.

Dort musste am Donnerstag auch das Verteidigungsministerium evakuiert werden, als innerhalb und ausserhalb des Gebäudes die Alarmsirenen losgingen. Zu dieser Zeit hat sich gemäss cnn.com Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in dem Gebäude aufgehalten. Die Angestellten konnten zurück in ihre Büros, nachdem der Alarm aufgehört hatte. In der Entfernung sei eine Explosion zu hören gewesen. Raketen aus Gaza erreichten die Gegend südlich der Wirtschaftsmetropole Tel Aviv, richteten aber keinen Schaden an.

Medizinische Versorgung wird ein Problem

Die israelischen Sicherheitskräfte gehen davon aus, dass die Hamas seit der bislang letzten Bodenoffensive im Gazastreifen vor vier Jahren massiv aufgerüstet hat und über etwa 12'000 Raketen verfügt. «Innerhalb von vier Jahren sind wir stärker geworden, wir verfügen über eine Strategie und haben uns mit allen militanten Kräften im Gazastreifen zusammengetan», sagte Hamas-Sprecher Fausi Barhum.

Bislang kamen bei den Kämpfen 19 Palästinenser und drei Israelis ums Leben. Am Donnerstag wurde in der südisraelischen Ortschaft Kirjat Malachi ein vierstöckiges Gebäude von einer palästinensischen Rakete getroffen. Dabei wurden zwei Männer und eine schwangere Frau getötet sowie drei Kinder verletzt. Daneben forderte die Operation «Säulen der Verteidigung» bisher auch mindestens 200 Verletzte.

Gemäss einem Bericht des Senders Al-Jazeera sind viele Kinder unter den Verwundeten, die in den Spitälern in Gaza versorgt werden. Ein Mädchen, das von Granatsplittern getroffen wurde, verlor mehrere Finger einer Hand. Die Ärzte und Pflegepersonen in den Krankenhäusern arbeiten seit Mittwoch durch, und wenn der Beschuss noch lange anhält, werden sie ihren Job nicht mehr machen können.

Mursi in schwieriger Situation

Inmitten der zunehmenden Spannung bezog Ägypten eindeutig Position. Präsident Mohammed Mursi hatte angekündigt, er werde sich darum bemühen, die israelische Offensive gegen die Hamas zu stoppen. Er sprach dabei von einer inakzeptablen Aktion Israels. Mursi beorderte Ministerpräsident Hescham Kandil in den Gazastreifen. Er sollte dort am Freitag der radikalen Palästinenserorganisation Hamas die Unterstützung Ägyptens bekunden.

Anderseits hat Ägypten einen Friedensvertrag mit Israel. Zu Zeiten der Diktatoren in Kairo war dessen Einhaltung kein grosses Problem, da die Meinung der Bevölkerung in deren Augen unwichtig war, doch nach dem arabischen Frühling ist Ägypten zur grossen Unbekannten auf dem Dauerkampfplatz Nahost geworden, wie der BBC-Korrespondent Kevin Connolly schreibt.

In den USA haben etliche Senatoren eine Resolution unterschrieben, in der Israel das Recht zugestanden wird, sich mit allen Mitteln zu verteidigen. Anders als in der Stellungnahme des Weissen Hauses wird darin kein Bedauern über die Opfer auf palästinensischer Seite geäussert. Und die Vereinigung jüdischer Verbände in Nordamerika (JFNA) hat angesichts der Gaza-Krise einen neuen Fonds über fünf Millionen Dollar zur Unterstützung der Bevölkerung in Israel und speziell im Süden des Landes eingerichtet.

(bem/jam/sda/dapd)