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Angriffe gehen weiter
15. November 2012 05:45; Akt: 15.11.2012 12:04 Print
Im Gazastreifen droht eine Eskalation
Israel hat die Luftangriffe im Gazastreifen in der Nacht ausgeweitet. Rund 100 Raketen gingen auf das Gebiet nieder. Die Palästinenser fordern Vergeltung.
Die israelische Luftwaffe hat ihre massiven Luftangriffe im Gazastreifen auch in der Nacht zum Donnerstag fortgesetzt. Eine Armeesprecherin sagte, etwa 100 Ziele seien seit Mitternacht angegriffen worden.
Die palästinensische Nachrichtenagentur Safa berichtete, seit Beginn der Militäroperation am Mittwoch seien elf Palästinenser getötet und mehr als 100 verletzt worden. Unter den Toten waren den Angaben zufolge auch zwei Kinder und eine schwangere Frau.
Israel warf nach Medienberichten Flugblätter über dem Gazastreifen ab, die Zivilisten dazu aufriefen, sich zu ihrem eigenen Schutz von Waffenlagern fernzuhalten.
«Israel begeht Kriegsverbrechen»
Nach dem israelischen Luftangriff und der gezielten Tötung von Hamas-Militärchef Ahmed Dschabari geht im Nahen Osten die Angst vor einem neuen Krieg um. Die israelischen Streitkräfte kündigten an, die Attacke vom Mittwoch sei lediglich der Auftakt für eine grössere Militäroperation in den kommenden Tagen. Die radikalislamische Hamas forderte Vergeltung für den Tod ihres Militärchefs. Unterdessen beriet der Weltsicherheitsrat in New York über die Lage im Nahen Osten.
«Israel begeht Kriegsverbrechen gegen das palästinensische Volk», hiess es in einer Stellungnahme des UN-Gesandten der Palästinenser, Rijad Mansur. «Die internationale Gemeinschaft muss handeln, um Israels illegale Praktiken zu beenden.»
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«Wehrlose palästinensische Bevölkerung»
Der UNO-Sicherheitsrat hat in einer Dringlichkeitssitzung am Mittwochabend über die jüngsten israelischen Angriffe im palästinensischen Gazastreifen beraten. Ein konkreter Beschluss wurde nach Angaben der indischen Präsidentschaft nicht gefasst.
Die Sitzung des Sicherheitsrats hinter verschlossenen Türen war von Ägypten, Marokko und den Palästinensern beantragt worden. Palästinenservertreter Rijad Mansur sprach von einem rechtswidrigen Vorgehen gegen eine «wehrlose palästinensische Bevölkerung». Es herrsche Angst und Panik unter den Menschen, sagte er einem verbreiteten Redetext zufolge.
Israels UNO-Botschafter Ron Prosor wiederum rechtfertigte das Vorgehen seines Landes und bezeichnete den beim Angriff getöteten Hamas-Militärchef Ahmed al-Dschaabari als Massenmörder. Sicherheitsrats-Präsident Hardeep Singh Puri sagte nach dem Treffen lediglich, das Gremium sei zu weiteren Beratungen bereit, sollte es notwendig werden.
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich in einem Telefongespräch mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu besorgt über die Eskalation der Gewalt von beiden Seiten. Im Gespräch mit Ägyptens Präsident Mohammed Mursi betonte er die Notwendigkeit, eine weitere Verschlechterung der Lage zu verhindern.
Mit Netanjahu und Mursi telefonierte auch US-Präsident Barack Obama. Dabei forderte er seinem Amt zufolge Netanjahu auf, alle Anstrengungen zu unternehmen, um zivile Opfer zu vermeiden. Mit Netanjahu sei sich Obama einig gewesen, dass die im Gazastreifen regierende Hamas die Raketenangriffe aus dem Palästinensergebiet auf Israel stoppen müsse.
Drei Israeli sterben
Bei einem Raketenangriff militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen sind am Donnerstag in Israel nach Polizeiangaben mindestens drei Menschen getötet worden. Ein vierstöckiges Wohnhaus in dem Ort Kiriat Malachi habe einen Volltreffer erhalten.
Weitere Verletzte mussten unter Trümmern geborgen werden, wie ein Polizeisprecher weiter sagte. Es handelt sich um den ersten Bericht über Todesopfer in Israel, seit das Land am Mittwoch massive Luftangriffe auf den Gazastreifen gestartet hat.
Dabei wurden nach Angaben der dort regierenden radikalislamischen Hamas bislang 13 Palästinenser getötet. Unter den Toten war auch der Hamas-Militärchef. Israel warf nach Medienberichten Flugblätter über Gaza ab, die Zivilisten dazu aufriefen, sich zu ihrem eigenen Schutz von Waffenlagern fernzuhalten.
Militante Palästinenser feuerten ihrerseits seit Mittwochabend Dutzende Raketen in Richtung Israel ab. In Städten in Reichweite des Gazastreifens heulten immer wieder die Sirenen, darunter in Aschdod und Beerscheva.
Dschabari gehörte ursprünglich zur konkurrierenden Fatah
Dschabari alias Abu Mohammed ist der ranghöchste Hamas-Funktionär, den Israel seit der Invasion im Gazastreifen vor vier Jahren gezielt getötet hat. Sein Name stand weit oben auf der Liste der Sicherheitsbehörden in Israel, die ihm eine ganze Reihe von Anschlägen vorwerfen. Zudem soll er an der Entführung des Soldaten Gilad Schalit im Jahr 2006 beteiligt gewesen sein, der erst im Oktober 2011 wieder frei kam. «Ich würde ihn als den Terroristen Nummer 1 im Gazastreifen bezeichnen», sagte der israelische Militärsprecher Yoav Mordechai. «An seinen Händen klebt Blut.»
Dschabari hatte zuvor vier Anschläge überlebt. Im Jahr 1960 geboren, gehörte er ursprünglich zur moderaten Fatah, der Partei des heutigen Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas. Nach 13 Jahren Haft in israelischen Gefängnissen schloss sich Dschabari jedoch der Hamas an und stieg dort 2006 zum Anführer des militärischen Arms auf. Als solcher befehligte er den blutigen Bürgerkrieg gegen die Fatah-Kräfte im Gazastreifen im Jahr 2007.
(sda/dapd)
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Alle 71 Kommentare

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Die...
Hamas ist offenbar in Bedrängnis und meint nun plötzlich: "die Tötungen von Mitgliedern militanter Palästinensergruppen durch Israel (müsse) aufhören" Die gezielten Aktionen gegen Hamas-Führungsmitglieder scheinen Wirkung zu zeigen. Die Zeiten, in denen sich die Führungsmitglieder der Hamas hinter Zivilisten verkriechen konnten, scheinen vorbei zu sein. Der Krieg ist nun auch bei der Hamasführung angekommen und das verursacht bei diesen mutigen und tapferen Typen nun doch erhebliches Kopfzerbrechen.
Bevölkerung
Gott, Allah, oder an was immer ihr auch glaubt, beschütze die Zivilisten.
Iran
Nentanjahu will sich nur absichern, wenn er den Iran angreift. Dann hat er weniger Raketen aus dem Gaza Streifen zu fürchten. Der Iran muss dem zuvorkommen und Israel zeigen, dass sie sich nicht bedrohen lassen.