Nahost-Konflikt

17. Dezember 2012 21:30; Akt: 17.12.2012 21:57 Print

Israel baut 1500 neue Wohnungen

Obwohl das Vorhaben 2010 zu einer Krise zwischen den USA und Israel führte, hat die israelische Regierung den bau von 1500 Wohnungen in Ost-Jerusalem genehmigt. Für die UNO ist dies illegal.

Bildstrecke im Grossformat »
Nirgends auf der Welt sind sich näher und gleichzeitig weiter voneinander entfernt: Der Felsendom mit seiner goldenen Kuppel und rechts unten die Klagemauer. Die erstreckt sich westlich und nördlich des Felsendoms. Sie liegt östlich der Grünen Linie und damit im mehrheitlich arabischen Teil Jerusalems. Sie setzt sich aus dem zusammen. Bis 1967 existierte unmittelbar vor der Klagemauer zudem das marokkanische Viertel. Es wurde von Israel vollständig abgerissen, um Platz für Gebete an der Klagemauer zu machen. Die ist noch heute sichtbar. Im Osten werden allerdings zunehmend jüdische Siedlungen errichtet. Vier israelische Soldaten, ausgerüstet mit Uniformen und Karabinern der britischen Armee, patroullieren im während des ersten Nahostkriegs durch einen Vorort von Jerusalem. Eine ikonische Momentaufnahme von Israels vermutlich grösstem Triumph: Die Eroberung Ostjerusalems im Am 1. Juni erreichen Fallschirmjäger die Klagemauer, die für Juden seit der Teilung der Stadt 1949 nicht mehr zugänglich gewesen war. dauerte bis 1993. Im Bild eine Demonstration vor dem Felsendom. Die aus, als der damalige israelische Premierminister Ariel Scharon den Tempelberg besuchte, was in der permanent angespannten Atmosphäre Jerusalems einer Provokation gleichkam. Die und damit zum Felsendom und zur Al-Aksa-Moschee werden von israelischen Soldaten und Vertretern der islamischen Waqf-Stiftung streng kontrolliert. In den späten 1990er-Jahren erlebt Israel eine Im Bild der Mahane-Yehuda-Markt nach dem Selbstmordanschlag der Hamas vom 30. Juli 1997, bei dem 16 Menschen starben und 178 verletzt wurden. Die Zahl der ist mittlerweile zwar dramatisch zurückgegangen, aber sie ganz zu unterbinden, ist Israel nicht gelungen: Am 23. März 2011 starb eine Frau bei einem Paketbombenanschlag auf den Busbahnhof Jerusalems. Mindestens 225 Personen wurden verletzt. Zuletzt kam es am (15. Mai) in Ostjerusalem sowie im Westjordanland und an den Grenzen zum Libanon und zu Syrien zu gewaltsamen Zusammenstössen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften. ist durch die israelische Sperranlage von seinem Umland getrennt. Im Bild links seine Aussenbezirke, rechts die Stadt Ramallah, Sitz der palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland. Eine konstante Quelle der Irritationen ist im mehrheitlich arabischen, von Israel annektierten Ostteil Jerusalems. Im Bild: Das jüdische Quartier Maale Hazeitim innerhalb des arabischen Bezirks Ras al Amud im Mai 2011. Israel betrachtet das ungeteilte Jerusalem als seine (im Bild das israelische Parlament, die Knesset), was die internationale Staatengemeinschaft aber nicht anerkennt. Ausländische Botschaften sind grösstenteils in Tel Aviv angesiedelt. Die Palästinenser verlangen Ostjerusalem als Hauptstadt eines künftigen souveränen Staats.

Der Kampf um Jerusalem.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das israelische Innenministerium hat am Montag grünes Licht für den Bau von 1500 Wohnungen in Ost-Jerusalem gegeben. Eine Sprecherin des Innenministeriums sagte, die Wohnungen sollten im Viertel Ramat Schlomo entstehen.

Das Komitee des Ministeriums für die Region Jerusalem habe die ursprünglich vorgesehenen 1600 Wohnungen auf 1500 verringert. Jetzt solle das Projekt erneut vorgestellt und zur endgültigen Billigung vorgelegt werden. Das könne noch «Monate oder Jahre» dauern.

Das Vorhaben hatte im März 2010 während eines Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden in Jerusalem eine heftige diplomatische Krise zwischen den Regierungen Israels und der USA ausgelöst. Im August 2011 wurde es vorerst auf Eis gelegt.

Siedlungen sind illegal

Israel hatte Anfang des Monats in Reaktion auf eine zuvor erfolgte Aufwertung des Palästinenserstatus' bei den Vereinten Nationen den Bau tausender neuer Wohnungen auch im besetzten Westjordanland angekündigt und damit internationalen Protest ausgelöst.

Mehr als 340 000 Israelis wohnen in Siedlungen im besetzten Westjordanland und mehr als 200 000 im mehrheitlich von Arabern bewohnten Ostteil Jerusalems. Diesen hatte Israel während des Sechs-Tage-Kriegs 1967 besetzt und später annektiert. Die UNO erkennt die Annexion Ost-Jerusalems nicht an und betrachtet die jüdischen Siedlungen in den Palästinensergebieten als illegal.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R.K. am 17.12.2012 23:37 Report Diesen Beitrag melden

    Die Palästinenser wollten Jerusalem nich

    Kann mir jemand sagen weshalb vor 1948 kein Palästinenser Interesse an Jerusalem hatte? Sie durfte nicht einmal Provinzhauptstadt sein. Erst als Israel da war bekamen sie das Gefühl das wäre ihre Hauptstadt....interessant!

  • Alfonso am 18.12.2012 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Na sieh mal einer an, dann sollen sie immer die unschuldigen sein?

  • Heinrich von Stauffacher am 18.12.2012 06:35 Report Diesen Beitrag melden

    Schade um das schöne Land

    In jedem anderen Land hätte die UNO längst eingeriffen. Egal ob man Jude oder Palästinenser ist, es ist ein unhaltbarer Zustand. Jeder provoziert den andern wo es nur geht. Schade für ein in der biblischen Geschichte als heiliges Land beschriebene Region. Warum sind die Menschen nur so stur. Sie sollten mittlerweile gelernt haben, dass dieses Vorgehen zu keinem Ziel führt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kunstliebhaber am 20.12.2012 12:02 Report Diesen Beitrag melden

    neue Wohnungen

    Israel baut neue Wohnungen? Davon sollte sich die Schweiz eine Scheibe abschneiden.

  • Palästinenser Freund am 18.12.2012 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Ich hoffe

    dass die Welt irgendwann schnall, dass es unrecht ist, was die Israelis dort unten veranstalten... aber niemand getraut sich irgendwas zu machen, da gleich wieder Antisemitismus vorgeworfen wird... Gibt es ein anderes Land, welches einfach über seine Landesgrenzen hinausbaut?! Einfach nur traurig-.-

  • Alfonso am 18.12.2012 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Na sieh mal einer an, dann sollen sie immer die unschuldigen sein?

  • Chrigi am 18.12.2012 07:27 Report Diesen Beitrag melden

    Baut...

    ruhig weiter, wenn ihr die Wohnungen braucht. Hier wird auch wie wild gebaut, weil es an Wohnungen mangelt.

  • Mike der Seher am 18.12.2012 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    Zeigt mir ein Land...

    ...welches so viele Menschen aufnimmt und dies ohne das Bereitstellen von zusätzlichem Wohnraum kann. Jeder der hier motzt soll sich selber überlegen ob er diese Menschen im eigenen Land aufnehmen würde, da Israel nicht bauen darf, soll oder was weiss ich...

    • Palästina Freund am 18.12.2012 12:40 Report Diesen Beitrag melden

      Schlechtes argument...

      Ahh das hab ich demfall verpasst... wenn ich also keinen Platz habe um in der Schweiz zu bauen, bau ich ein wenig in den Nachbarländern... gut dass ich des jetzt auch weiss... dachte bis jetzt doch gleich, dass die Landesgrenzen eine Bedeutung hätten...

    einklappen einklappen