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15. November 2012 21:55; Akt: 16.11.2012 01:18 Print
Israel bereitet Bodenoffensive in Gaza vor
Israel hat Reservisten einberufen und seine Truppen an die Grenze zum Gazastreifen verlegt. Die endgültige Entscheidung zur Bodenoffensive sei aber noch nicht gefallen, hiess es.
Der Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden radikalen Palästinenserorganisation Hamas droht gefährlich zu eskalieren. Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht ihre Bombardements im Gazastreifen massiv verstärkt. 70 Ziele seien binnen einer Stunde im Norden des Gebiets am Mittelmeer angegriffen worden, heisst es in verschiedenen Medienberichten. Dabei wurden in Beit Hanun mindestens drei Palästinenser getötet, wie die radikalislamische Organisation Hamas mitteilte.
Fakten zum zweiten Tag der Offensive- Seit Beginn der israelischen Luftangriffe am Mittwoch kamen 19 Palästinenser ums Leben, darunter auch Zivilisten. In Israel wurden am Donnerstag drei Menschen getötet, als palästinensische Raketen in einem Wohngebiet einschlugen.
- Die israelischen Streitkräfte griffen nach eigenen Angaben seit Beginn der Offensive über 340 Ziele im Gazastreifen an.
- Militante Islamisten feuerten seit Mittwoch rund 450 Raketen auf Israel ab, wie die Streitkräfte mitteilten. Drei Geschosse gingen nahe der Metropole Tel Aviv nieder.
- Das Luftabwehrsystem Iron Dome fing nach israelischen Angaben rund 130 Raketen aus dem Gazastreifen ab. Lehrer von UN-Hilfsorganisation bei israelischem Luftangriff getötet
Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen ist nach Angaben der Vereinten Nationen auch ein Lehrer einer UN-Hilfsorganisation getötet worden. Wie das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) mitteilte, kam Marwan Abu El Qumsan am Mittwoch ums Leben. Er war Anfang 50 und unterrichtete Arabisch an einer UNRWA-Schule in Dschabalia. Er sei am Mittwoch in der Nähe eines Ortes gewesen, der Ziel eines israelischen Luftangriffs war, hiess es. Wegen der Gewalt seien die UNRWA-Schulen im Gazastreifen vorübergehend geschlossen worden. (dapd)
Gleichzeitig wurden in Israel Reservisten einberufen und Truppen näher an die Grenze verlegt, offenbar in Vorbereitung einer Bodenoffensive.Ziel der Offensive soll die Zerstörung der Raketenstellungen der Hamas sein.
Nachdem bei einem palästinensischen Raketenangriff aus dem Gazastreifen im Süden Israels drei Menschen getötet worden waren, hatte die Regierung in Jerusalem ein entschiedenes Vorgehen gegen militante Palästinensergruppen angekündigt.
In Israel waren am Donnerstagabend mindestens ein Dutzend Transporter zu sehen, auf denen Panzer in das Grenzgebiet gebracht wurden. Busse mit Soldaten waren auf dem gleichen Weg. Verteidigungsminister Ehud Barak erklärte, er habe die Streitkräfte ermächtigt, Reservisten einzuberufen.
Sirenen in Tel Aviv
Bis zu 30'000 Soldaten könnten mobilisiert werden, erklärte die Armee. Das seien Vorbereitungen für eine Bodenoffensive im Gazastreifen, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, hiess es. Angesichts der anhaltenden Raketenangriffe aus dem Gazastreifen wurde eine Offensive aber immer wahrscheinlicher.
Nach israelischen Angaben wurden am Donnerstag fast 150 Raketen auf Israel abgefeuert, einige reichten offenbar bis kurz vor Tel Aviv, wo es Luftalarm gab und die Menschen Deckung suchten. In der Stadt war eine Explosion zu hören, verletzt wurde aber niemand.
Mursi nennt israelische Aktion inakzeptabel
Inmitten der zunehmenden Spannung bezog Ägypten eindeutig Position. Präsident Mursi beorderte Ministerpräsident Kandil in den Gazastreifen. Er sollte dort am Freitag der radikalen Palästinenserorganisation Hamas die Unterstützung Ägyptens bekunden. Zuvor hatte Mursi schon angekündigt, dass er sich darum bemühen werde, die israelische Offensive gegen die Hamas zu stoppen. Er sprach dabei von einer inakzeptablen Aktion Israels. Am Mittwoch hatte Ägypten seinen Botschafter in Israel zurückgerufen, um gegen die israelischen Luftangriffe zu protestieren, bei denen bislang mindestens 13 Menschen getötet wurden.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohte, er werde alles Notwendige tun, um sein Volk vor Angriffen zu schützen. Er zeigte sich entschlossen, die militanten Gruppen im Gazastreifen zerschlagen zu wollen. Er hoffe, die Hamas habe das verstanden, sagte er. Aus israelischen Regierungskreisen verlautete, die Streitkräfte stünden auch zu einer Bodenoffensive im Gazastreifen bereit, sollte dies als notwendig erachtet werden.
Welt in Sorge
Auf internationaler Ebene wuchs die Sorge vor einer Ausweitung des Konflikts. «Es ist notwendig, dass jetzt auf Deeskalation gesetzt wird, dass vor allen Dingen besonnen und umsichtig gehandelt wird», sagte Bundesaussenminister Guido Westerwelle (FDP) am Rande eines Treffens von Aussen- und Verteidigungsministern aus fünf EU-Ländern in Paris. Der Aussenminister sprach von einer «ausserordentlich gefährlichen Lage». Es sei von «grosser Bedeutung», dass keine neue «Spirale der Gewalt» entstehe.
In New York beriet der UN-Sicherheitsrat über die Lage. Ägypten forderte die USA auf, «die israelische Aggression zu stoppen». Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas brach eine Europareise ab und kehrte ins Westjordanland zurück.
Palästinenser fordern Hilfe
US-Präsident Barack Obama hatte bereits kurz nach den Luftangriffen mit Netanjahu und Mursi gesprochen. Dabei habe Obama seine Unterstützung für das Recht Israels auf Selbstverteidigung bekundet, teilte das Weisse Haus am Mittwoch (Ortszeit) mit. Obama habe die Regierung in Jerusalem allerdings auch dazu aufgefordert, zivile Opfer bei dem Militäreinsatz zu vermeiden.
UN-Generalsekretär Ban rief beide Seiten zur Ruhe auf und verlangte die Einhaltung des humanitären Völkerrechts. Die Palästinenser forderten Hilfe von der internationalen Gemeinschaft.
(dapd)
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Die...
Hamas ist offenbar in Bedrängnis und meint nun plötzlich: "die Tötungen von Mitgliedern militanter Palästinensergruppen durch Israel (müsse) aufhören" Die gezielten Aktionen gegen Hamas-Führungsmitglieder scheinen Wirkung zu zeigen. Die Zeiten, in denen sich die Führungsmitglieder der Hamas hinter Zivilisten verkriechen konnten, scheinen vorbei zu sein. Der Krieg ist nun auch bei der Hamasführung angekommen und das verursacht bei diesen mutigen und tapferen Typen nun doch erhebliches Kopfzerbrechen.
Bevölkerung
Gott, Allah, oder an was immer ihr auch glaubt, beschütze die Zivilisten.
Iran
Nentanjahu will sich nur absichern, wenn er den Iran angreift. Dann hat er weniger Raketen aus dem Gaza Streifen zu fürchten. Der Iran muss dem zuvorkommen und Israel zeigen, dass sie sich nicht bedrohen lassen.