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Furcht vor Gaza-Krieg
15. November 2012 18:06; Akt: 18.11.2012 08:49 Print
Israel beruft Reservisten ein
Luftalarm in Tel Aviv, Racheschwüre in Gaza: Die Furcht vor einem neuen Nahost-Krieg wächst. Jetzt hat Israel Reservisten einberufen – ein Zeichen für eine bevorstehende Bodenoffensive.
Erstmals seit dem Golfkrieg 1991, als Irak Raketen auf Israel abschoss, heulten am Donnerstag die Luftalarm- Sirenen in der israelischen Metropole.
Infografik Der NahostkonfliktBlockade des Gaza-Streifens Die Welt ist besorgtDie Eskalation der Gewalt im Gazastreifen wird weltweit mit Sorge verfolgt. US-Präsident Barack Obama sicherte Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu Unterstützung zu. Israel habe ein Recht auf Selbstverteidigung. Russland verurteilte die israelischen Luftschläge auf Stellungen der Hamas als «unverhältnismässig». Zugleich kritisierte Moskau die Angriffe der Hamas. China zeigte sich «ernsthaft besorgt» über die israelischen Angriffe.
Grossbritannien verurteilte den Raketenbeschuss auf Israel. Die Hamas trage die «hauptsächliche Verantwortung» dafür, dass sich eine Gewaltspirale entwickele, sagte Aussenminister William Hague. Deutschlands Aussenminister Guido Westerwelle zeigte sich besorgt über die Zuspitzung des Konflikts: «Es darf nicht zu einer neuen Spirale der Gewalt kommen.»
Libanon und Syrien verurteilten die israelischen Angriffe auf den Gaza-Streifen als «barbarisch». Jordanien kritisierte, dass durch das Verhalten Israels die Sicherheit der ganzen Region bedroht sei. (SDA)
Zugleich war eine dumpfe laute Explosion zu hören. Die israelischen Streitkräfte dementierten am Abend Berichte über den Einschlag einer Rakete aus Gaza im Grossraum Tel Aviv. Gleichzeitig kündigte das Militär weitere Luftangriffe «in den nächsten Stunden» an. Israel begann zudem mit der Mobilisierung seiner Reservisten, laut Militär könnten bis zu 30'000 Mann einberufen werden.
Einen Tag nach der gezielten Tötung von Hamas-Militärchef Ahmed al-Dschabari durch Israel kostete ein Raketenangriff der radikal-islamischen Hamas am Donnerstag drei Israelis das Leben. Sie waren die ersten Todesopfer auf Seiten des jüdischen Staates in den Gefechten, die sich zum offenen Krieg auszuweiten drohen.
Zudem wurden mindestens zwölf Menschen in Israel verletzt. Im Gazastreifen stieg die Zahl der Toten bei Luftangriffen auf 15, darunter zwei Kleinkinder und eine Schwangere.
Nach Angaben des Hamas-Gesundheitsministeriums wurden mehr als 150 Menschen verletzt. Die israelische Armee habe seit Beginn der Offensive «Säule der Verteidigung» am Mittwoch fast 230 Ziele aus der Luft und vom Meer aus angegriffen, teilte eine Sprecherin in Tel Aviv mit. Die Hamas feuerte rund 250 Raketen auf Israel ab.
Hamas ruft Notstand aus
Im Gazastreifen rief die regierende Hamas den Notstand aus. Schulen blieben geschlossen, am Donnerstag waren die meisten Strassen in Gaza-Stadt verwaist, viele der 1,6 Millionen Einwohner in der Küstenregion suchten zu Hause Schutz.
Die israelische Armee hatte sie mit Flugblättern davor gewarnt, in die Nähe von Hamas-Standorten, Raketenlagern oder Abschussrampen zu gehen. Auch die Menschen in Israels Süden, wo gleichfalls der Ausnahmezustand ausgerufen wurde, sollten zum Schutz vor den Raketen der Islamisten ihre Häuser möglichst nicht verlassen.
40 Kilometer um den Gazastreifen blieben die Schulen geschlossen, die Menschen sollten nicht zur Arbeit gehen. Die Polizei verstärkte aus Angst vor Terroranschlägen in ganz Israel die Patrouillen.
Beide Seiten entschlossen
An der Grenze zum Gazastreifen waren israelische Kampfjets, Militärkonvois und gepanzerte Bulldozer zu sehen. Der israelische Innenminister Elie Jischai betonte, Israel behalte sich den Einsatz von Bodentruppen im Gazastreifen vor. Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach von einer möglichen «Ausweitung des Einsatzes».
Die Führung der Hamas schloss eine Waffenstillstandsvereinbarung mit Israel aus. «Wir werden uns nicht weiteren Tricks der Besatzung aussetzen», sagte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri an einer Medienkonferenz in Gaza. Israel habe «einen offenen Krieg gegen unser Volk und unseren Widerstand im Gazastreifen» begonnen.
Die Äusserungen des Hamas-Sprechers laufen Hoffnungen auf eine schnelle Beilegung des Konflikts zuwider. Israel hatte die Luftangriffe im Gazastreifen am Mittwoch gestartet und dabei Hamas- Militärchef Al-Dschabari gezielt getötet.
Im Grossformat auf dem Videoportal ![]()
In Gaza versammelten sich am Donnerstag Tausende Palästinenser, um Al-Dschabari das letzte Geleit zu geben. Der militärische Arm der Hamas im Gazastreifen bezeichnete dessen Tötung als «Kriegserklärung» und kündigte massive Rache an.
Abbas bricht Europareise ab
Weltweit geht die Angst vor einer Ausweitung der Gewalt zu einem zweiten Gaza-Krieg nach 2008 um. In New York beriet der UNO- Sicherheitsrat die Lage. Ägypten forderte von den USA, auf Israel einzuwirken, um «die israelische Aggression zu stoppen».
Palästinenserpräsident Mahmud Abbas brach wegen dem Blutvergiessen eine Europareise ab und kehrte am Donnerstag nach Ramallah im Westjordanland zurück. Am Samstag will er nach Angaben eines Sprechers an einer Dringlichkeitssitzung der Arabischen Liga in Kairo teilnehmen.
Am Donnerstagmittag war Abbas in Bern von Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf und Aussenminister Didier Burkhalter empfangen worden. Er hatte dabei unter anderem für die Zustimmung der Schweiz zum Antrag der Palästinenser bei der UNO für eine Statusaufwertung geworben. Der Gesamtbundesrat entscheidet darüber in den nächsten Tagen.
(sda)
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Alle 71 Kommentare

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Die...
Hamas ist offenbar in Bedrängnis und meint nun plötzlich: "die Tötungen von Mitgliedern militanter Palästinensergruppen durch Israel (müsse) aufhören" Die gezielten Aktionen gegen Hamas-Führungsmitglieder scheinen Wirkung zu zeigen. Die Zeiten, in denen sich die Führungsmitglieder der Hamas hinter Zivilisten verkriechen konnten, scheinen vorbei zu sein. Der Krieg ist nun auch bei der Hamasführung angekommen und das verursacht bei diesen mutigen und tapferen Typen nun doch erhebliches Kopfzerbrechen.
Bevölkerung
Gott, Allah, oder an was immer ihr auch glaubt, beschütze die Zivilisten.
Iran
Nentanjahu will sich nur absichern, wenn er den Iran angreift. Dann hat er weniger Raketen aus dem Gaza Streifen zu fürchten. Der Iran muss dem zuvorkommen und Israel zeigen, dass sie sich nicht bedrohen lassen.