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Gaza-Offensive
19. November 2012 07:44; Akt: 19.11.2012 11:25 Print
Heftige Angriffe in der Nacht – Zivilisten sterben
Auch am sechsten Tag der israelischen Gaza-Offensive gibt es keine Anzeichen für eine Waffenruhe. Beide Seiten feuern mit unverminderter Härte weiter.
Die gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Israel und palästinensischen Extremisten im Gazastreifen kostet immer mehr Menschen das Leben. Die Zahl der Opfer unter der palästinensischen Zivilbevölkerung stieg am Montag, als bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen zwei Häuser dem Erdboden gleichgemacht wurden. Dabei kamen palästinensischen Angaben zufolge 2 Kinder und 2 Erwachsene ums Leben. 42 weitere Menschen seien verletzt worden. Rettungsmannschaften suchten noch nach 12 bis 15 weiteren Menschen, die unter den Trümmern vermutet wurden.
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Die Aussenminister der EU drängen Israelis und Palästinenser zur Waffenruhe. «Wir rufen zu einem sofortigen Waffenstillstand auf, in beide Richtungen, sie müssen die Gewalt stoppen», sagte Schwedens Chef-Diplomat Carl Bildt am Montag zum Auftakt von Beratungen mit seinen EU-Amtskollegen in Brüssel. Der wieder aufgeflammte Nahost-Konflikt sollte im Zentrum der Verhandlungen stehen. Inzwischen sei «der zweite Gaza-Krieg in wenigen Jahren» im Gange, sagte Bildt. Es werde «immer dringender, dass wir einen Friedensprozess auf den Weg bringen, der seinen Namen verdient». (dapd)
Israelische Kampfflugzeuge hätten am Montag auch die Reste einer ehemaligen Anlage der nationalen Sicherheitsbehörden in Gaza bombardiert, sagte ein palästinensischer Sprecher. Dabei sei ein Kind von herumfliegenden Granatsplittern tödlich verletzt worden.
Seit Beginn der israelischen Luftoffensive am Mittwoch sind damit mehr als 80 Palästinenser ums Leben gekommen, davon etwa die Hälfte Zivilisten. Auf israelischer Seite waren drei Zivilisten zu beklagen. Dutzende wurden verletzt.
Palästinensische Extremisten im Gazastreifen setzten unterdessen ihren Raketenbeschuss auf Israel fort. Allein am Sonntag wurden mehr als 100 Raketen auf Israel abgefeuert. Das von den USA finanzierte israelische Raketenabwehrsystem «Iron Dome» fing rund 40 Raketen ab, darunter zwei mit Ziel Tel Aviv.
Ban Ki Moon will in die Konfliktregion reisen
Beim bislang blutigsten Angriff der israelischen Streitkräfte seit Beginn der jüngsten Offensive kamen am Sonntag mindestens elf Zivilisten ums Leben. Unter den Opfern waren palästinensischen Angaben zufolge vier Kinder und fünf Frauen. Sie wurden getötet, als eine israelische Rakete in einem zweigeschossigen Haus in einer Wohngegend von Gaza einschlug, in dem das israelische Militär einen Extremisten vermutete.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief beide Konfliktparteien zu einer sofortigen Waffenruhe auf. Er werde in den Nahen Osten reisen, um sich dort persönlich für ein Ende der Gewalt einzusetzen. Ein Datum für seine Reise wurde am Sonntag nicht genannt.
Obama und Hague warnen vor Bodenoffensive
US-Präsident Barack Obama bekräftigte am Sonntag, Israel habe das Recht, sich gegen Raketenangriffe zu verteidigen. Kein Land würde es tolerieren, wenn sein Volk ständigem Raketenbeschuss ausgesetzt sei, sagte Obama am Rande eines Besuchs in Thailand. Alle Bemühungen zur Lösung des Konflikts müssten daher mit einem Stopp des Beschusses beginnen. Zugleich warnte der amerikanische Staatschef vor den Risiken einer Ausweitung der israelischen Luftkampagne auf einen Bodenkrieg. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Sonntag erklärt, das Militär sei «bereit, die Operation erheblich auszuweiten».
Neben Obama warnte auch der britische Aussenminister William Hague vor einer Bodenoffensive Israels im Gazastreifen. Es sei «wesentlich schwieriger für die internationale Gemeinschaft», für eine derartige Invasion Verständnis zu haben, sagte Hague.
Laut Palästinensern viele Zivilisten unter den Opfern
Die israelischen Streitkräfte flogen am Sonntag Dutzende Luftangriffe gegen Ziele der Hamas im Gazastreifen. Die israelische Marine bombardierte zudem Ziele entlang der Mittelmeerküste der Region. Viele der Angriffe galten Gebäuden, in denen Extremistenführer oder Waffen vermutet wurden.
Palästinensischen Angaben zufolge handelte es sich bei 20 von 27 Palästinensern, die am Sonntag getötet wurden, um Zivilisten. Darunter seien viele Frauen und Kinder. Der Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri warnte, «das israelische Volk wird den Preis» für die Tötung von Zivilisten zahlen. Ein israelischer Militärsprecher, Brigadegeneral Joav Mordechai, warf der Hamas vor, die Bevölkerung im Gazastreifen als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.
(dapd)

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