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Weitere Todesopfer
19. November 2012 05:35; Akt: 19.11.2012 05:35 Print
Israel zerstört Polizeistation in Gaza
Im Konflikt zwischen Israel und der Hamas gibt es vorerst keine Anzeichen für eine schnelle Waffenruhe. Israelische Raketen haben in der Nacht weitere Todesopfer im Gazastreifen gefordert.
| 05:10 | Bei ihren Angriffen zerstört die israelische Luftwaffe offenbar die zweitgrösste Polizeistation in Gaza. Gegen zwei Uhr wurde das Gebäude gemäss der französischen Nachrichtenagentur AFP getroffen und vollständig zerstört. Die Stadt wurde nicht nur von der Luft, sondern auch von Schiffen aus den Hafen beschossen. (Quelle: Youtube/AussieNews1) |
| 02:35 | Der marokkanische König Mohammed VI. hat die sofortige Aufstellung eines Feldlazaretts im Gazastreifen angeordnet. Wie ein Palastsprecher am Sonntagabend erklärte, sollen in diesem Feldspital medizinisches Fachpersonal der Streitkräfte und zivile marokkanische Ärzte und Sanitäter arbeiten. Damit sollten die Leiden der Bevölkerung gemildert werden. Der König habe verfügt, dass die «humanitäre Initiative» sofort und in Zusammenarbeit mit den palästinensischen Behörden umgesetzt werde. |
| 01:45 | Auch in der Nacht gehen die israelischen Bombenangriffe weiter: Am Sonntagabend sind weitere Menschen im Gazastreifen getötet worden. Zwei Männer/b> seien bei einem Luftangriff auf ihr Auto nördlich von Rafah gestorben, teilten Rettungskräfte mit. Eine 60-jährige Frau wurde beim Beschuss ihres Hauses in Rafah getötet. Damit stieg die Zahl der palästinensischen Todesopfer am Sonntag auf 31, das war die höchste Opferzahl seit Beginn der israelischen Offensive am Mittwoch. Insgesamt wurden seither mindestens 77 Palästinenser und drei Israelis getötet. |
| 23:12 | Angriffsbilanz vom Sonntag: Aus dem Gazastreifen wurden nur 75 Raketen auf Israel abgeschossen. Das ist ein bedeutender Rückgang, verglichen mit den durchschnittlichen 230 Raketen pro Tag über das Wochenende. Die IDF erklärt, dass seit dem Beginn der Eskalation des Konflikts vor sechs Tagen, über 980 Raketen aus dem Gazastreifen in Israel gelandet waren. Im Durchschnitt habe die israelische Raketensirene alle sieben Minuten irgendwo in Israel ertönt. Auf israelischer Seite kamen offiziellen Angaben zufolge drei Zivilisten zu Tode. Nach Hamas-Angaben wurden 26 Palästinenser getötet, weit über 500 wurden verletzt. |
| 22:42 | Trotz der anhaltenden Gewalt erklärte der ranghohe Palästinenservertreter Ramzi Hamad am Sonntag, eine Waffenruhe könne kurz bevorstehen. Es gebe «ernsthafte Gespräche», eine Einigung sei noch am Sonntag oder Montag möglich. Ägyptische Kreise und der Führer der Fatah, Nabil Shaath, bestätigten die Angaben. Israel erklärte einen Stopp der Angriffe aus dem Gazastreifen zur Bedingung für eine Waffenruhe. Dies sei die «erste und bedingungslose» Voraussetzung, sagte Aussenminister Avigdor Lieberman. |
| 22:06 | Nach Angaben des palästinensischen Innenministeriums vom Samstag sei bei einem Luftangriff eine Moschee zerstört worden. Am Sonntagabend veröffentlichte das israelische Militär jedoch ein Video, in dem sie den Angriff als «chirurgisch» bezeichnet. Die Moschee sei nicht beschädigt/b> worden, behaupten die IDF. |
| 21:45 | Ein erster Bericht eines IDF-Sprechers, wonach Israel den Kopf der Hamas Raketen-Starteinheit Yehiya Bia ermordet hatte, ist offenbar falsch. Die israelische Luftwaffe IAF bombardierte irrtümlich das Haus einer seiner Nachbarn, Mohammed a-Dallo. Dabei wurden 10 Mitglieder seiner Familie und zwei seiner Nachbarn getötet. Bia scheint den Angriff überlebt zu haben. |
| 21:16 | Ein Sprecher der Israel Defence Forces IDF behauptet in einem TV-Interview auf Channel Two, dass die Raketen-Startfähigkeit der Hamas stark abgenommen habe. Hunderte von Raketen gegen Israel, die aus Gaza gestartet waren, fielen tatsächlich innerhalb des Gazastreifens. |
| 20:30 | Rund 500 ägyptische Aktivisten haben am Sonntag aus Solidarität mit den Palästinensern die Grenze zum Gazastreifen überquert. «Wir zeigen den Palästinensern, dass wir ihnen beistehen», sagte einer der Demonstranten, Adam Mubarak. Die Aktivisten brachten auch Medikamente in den Gazastreifen. Israel greift seit Mittwoch Ziele im Gazastreifen an, um Raketenangriffe militanter Palästinenser auf Israel zu stoppen. Dabei wurden schon mehr als 60 Palästinenser getötet. |
| 20:25 | Trotz fast 50 Toten, geschlossenen Schulen und wenigen Menschen auf den Strassen ist das Alltagsleben im Gazastreifen nicht ganz zum Erliegen gekommen. Am Sonntag, dem Beginn der muslimischen Woche, meldeten sich die öffentlichen Angestellten zurück zur Arbeit. Das Handelsministerium verkündete, weder Benzin noch Nahrungsmittel seien knapp. Manche Geschäfte hatten geöffnet, die Versorgungsroute aus Israel war am Sonntag wieder passierbar. |
| 20:22 | Viele Bewohner des Gazastreifens sind stolz auf die Angriffe der Hamas: «Ich habe die Hamas nie gemocht, aber ich wünschte mir, ich könnte die Stirn dessen küssen, der die Rakete auf Jerusalem gefeuert hat», sagt etwa Saed Moasserdschi, ein 19-jähriger Student aus dem Flüchtlingslager Dschebalija. |
| 19:19 | Traurige Zwischenbilanz: Nach Angaben der Hamas stieg die Zahl der seit Beginn der israelischen Offensive am Mittwoch getöteten Palästinenser auf über 60, darunter auch Kinder und Zivilisten. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Gaza gab es zudem rund 400 Verletzte. Auf israelischer Seite wurden drei tote Zivilisten und etwa 50 Verletzte gemeldet. |
| 16:17 | Bei einem israelischen Luftangriff auf ein Haus in Gaza sind am Sonntag nach palästinensischen Angaben zehn Zivilisten getötet worden. Laut dem Hamas- Gesundheitsministerium sind unter den Toten fünf Kinder und zwei Frauen. Zehn weitere Menschen seien verletzt worden. Die israelische Armee will die Angaben prüfen, wie eine Sprecherin sagte. Die Luftwaffe habe Ziele im nördlichen Gazastreifen angegriffen, könne sie nur allgemein sagen. Nach palästinensischen Angaben kamen am Sonntag bei zwei weiteren Zwischenfällen drei militante Palästinenser bei Luftangriffen auf ihre Fahrzeuge im Gazastreifen ums Leben. Damit stieg die Zahl der Toten auf der palästinensischen Seite seit Beginn der Militäroperation am Mittwoch auf 65. Etwa die Hälfte der Toten sind laut Hamas-Angaben Zivilisten, wie auch ein Grossteil der etwa 550 Verletzten. Auf israelischer Seite kamen bislang drei Personen ums Leben. Die Hamas hat nach eigenen Angaben mehr als 900 Raketen auf Israel abgefeuert. |
| 15:06 | Ein Gesandter der israelischen Regierung ist am Sonntag zu Gesprächen über eine Waffenruhe mit der Hamas in Ägypten eingetroffen. Sein Name wurde nicht bekannt. Ägypten führt die internationalen Bemühungen um eine Waffenruhe an, die die fünftägigen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hamas beenden soll. Ein Berater des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas, Nabil Schaath, der sich in Kairo aufhielt, bestätigte die Ankunft den Gesandten. Er erklärte, es gebe «ernsthafte Versuche, einen Waffenstillstand zu erreichen». Schaath wollte am Abend nach Gaza reisen, um dort ebenfalls zu vermitteln. |
| 14:34 | Israel sei bereit, eine Waffenruhe ins Auge zu fassen, sagte der israelische Aussenminister Avigdor Lieberman am Sonntag. Voraussetzung sei aber, dass der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen vollständig eingestellt werde. |
| 14:30 | Der amerikanische Präsident Barack Obama hat Verständnis für die israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen geäussert. Israel habe das Recht, sich gegen Raketenangriffe zu verteidigen, sagte Obama am Sonntag. Kein Land würde es tolerieren, wenn sein Volk ständig einem Raketenbeschuss ausgesetzt sei. Alle Bemühungen zur Lösung des Konflikts müssten daher mit einem Stopp des Beschusses beginnen. |
| 13:17 | Derweil gehen die diplomatischen Bemühungen für ein Ende der Kampfhandlungen weiter. Der französische Aussenminister Laurent Fabius ist am Sonntag in Jerusalem zu Gesprächen mit der israelischen Führung eingetroffen. Thema ist eine Waffenruhe, berichtet AFP. Anschliessend will er zum Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas nach Ramallah reisen. Der britische Aussenminister William Hague sprach sich am Sonntag gegen eine Bodenoffensive der Israeli aus. Diese könnte Israel einen grossen Teil der internationale Unterstützung kosten, berichtet AFP. Es wäre viel schwieriger für die internationale Gemeinschaft und insbesondere Grossbritannien, eine solche Aktion zu unterstützen. Am Dienstag will eine Delegation der Arabischen Liga unter Führung ihres Generalsekretärs in den Gazastreifen reisen. |
| 13:02 | Das am Sonntagmorgen über Tel Aviv abgefangene Geschoss hat Schaden angerichtet. Raketenteile trafen ein Auto, das danach in Flammen aufging. Von Verletzen ist in den Medienberichten keine Rede.![]() |
| 10:55 | Die Extremisten im Gazastreifen haben am Sonntag mindestens eine weitere Rakete auf Tel Aviv abgefeuert. Der Raketenabwehrschild habe das Geschoss abgefangen, erklärten die israelischen Streitkräfte am Sonntag. Polizeisprecher Micky Rosenfeld ging von zwei abgefeuerten Raketen aus. Schon in den Tagen zuvor waren aus dem Gazastreifen Raketen auf Tel Aviv und Jerusalem abgeschossen worden. Sie schlugen entweder im Meer ein oder wurden abgefangen. |
| 10:27 | Israel ist bereit, die Militäroperation im Gazastreifen signifikant auszuweiten. Das sagte laut AFP der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Sein Stellvertreter Mosche Jaalon sprach am Sonntag im Armee-Radio von Vorbereitungen für eine Ausweitung der Aktion. Das israelische Militär hatte in den letzten Tagen mit der Einberufung von Reservisten begonnen und schweres Gerät in Grenznähe postiert. Die Entscheidung über eine mögliche Bodenoffensive sei aber noch nicht gefallen, hiess es bislang aus Jerusalem und Tel Aviv. Gleichzeitig gibt es offenbar Bemühungen um eine Waffenruhe. Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi ist im Gespräch mit der Führung der radikalislamischen Hamas sowie den Verbündeten Katar und Türkei, wie er am Samstag vor den Medien in Kairo sagte. Am Sonntagmorgen sprach ein palästinensischer Funktionär laut AFP von einer möglichen Waffenruhe am Sonntag oder Montag. |
| 09:06 | Im Gazastreifen wurde in 18 Monate altes Baby nach einem Raketenbeschuss tödlich verletzt. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ärzte. |
| 09:06 | Eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Rakete hat am Sonntagmorgen ein Wohnhaus in der israelischen Küstenstadt Aschkelon direkt getroffen. Ein Polizeisprecher bestätigte, das Geschoss habe mehrere Wohnungen durchschlagen. Zwei Menschen seien leicht verletzt worden. |
Das geschah in der Nacht auf Sonntag:
Infografik Der NahostkonfliktBlockade des Gaza-StreifensDie israelische Armee hat in der Nacht zum Sonntag erneut Ziele im Gazastreifen bombardiert. Es seien Dutzende von Raketenabschussrampen getroffen worden, teilte das Militär mit.
Ausserdem seien ein Trainings- sowie ein Kommunikationszentrum der im Gazastreifen herrschenden Hamas getroffen worden. Auch die Marine habe «Terrorstätten» an der nördlichen Küste des Gazastreifens angegriffen.
Nach israelischen Medienberichten feuerten militante Palästinenser nach Mitternacht zunächst keine Raketen mehr auf Israel ab. Am Morgen heulten allerdings in mehreren Ortschaften in der Nähe des Gazastreifens wieder die Sirenen.
Kleinkinder getötet
Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums und von Augenzeugen wurden bei den Angriffen in der Nacht zwei Kleinkinder getötet und etwa 25 Menschen verletzt. Im nördlichen Gazastreifen seien mehrere Häuser getroffen worden.
Auch das Büro des Al-Kuds-Fernsehens, das der im Gazastreifen herrschenden Hamas nahesteht, sei angegriffen worden. Dabei seien sechs Journalisten verletzt worden.
Insgesamt wurden nach diesen Angaben seit Beginn des Militäreinsatzes am Mittwoch 48 Palästinenser getötet und mehr als 500 Menschen verletzt.
Das israelische Radio meldete, seit Mittwoch seien 800 Raketen auf Israel abgefeuert worden. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will die Angriffe im Gazastreifen beenden, wenn zugleich die Raketenattacken auf Israel eingestellt werden.

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