Raketenabwehrsystem

16. November 2012 12:16; Akt: 16.11.2012 13:00 Print

Israels «Eiserne Kuppel» im Stresstest

Israel steht unter Dauerbeschuss durch Raketen militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen. Die meisten verfehlen ihr Ziel. Die anderen sind ein Fall für das Abwehrsystem Iron Dome.

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Hunderte Raketen sind seit Mittwoch aus dem Gazastreifen abgefeuert worden und auf israelischem Boden eingeschlagen. Eine von ihnen tötete drei Menschen in der Stadt Kiryat Malachi. Gleichzeitig konnten laut Angaben der israelischen Armee über hundert Geschosse abgefangen werden. Dafür verabtwortlich ist Israels mobiles Raketenabwehrsystem «Iron Dome» (Eiserne Kuppel).

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Iron Dome feuert offenbar nur dann, wenn eine Gefahr für besiedelte Gebiete in Israel besteht. Sein Radar registriert den Start einer feindlichen Rakete, berechnet die Flugbahn und übermittelt diese Daten an das Kontrollzentrum, das auf dieser Grundlage den Einschlagpunkt der Rakete bestimmt. Sofern dieses Ziel die Kosten einer Abwehrmassnahme (zwischen 35'000 und 50'000 Dollar) rechtfertigt, wird eine Abfangrakete gestartet.

Eine Iron-Dome-Batterie mit 20 Geschossen kann ein Gebiet von 150 km² gegen Raketenangriffe verteidigen. In den meisten Fällen schlagen die kruden und notorisch ungenauen Kassam-Raketen der Palästinenser in unbewohnten Wüstegebieten ein, ohne Schaden anzurichten. Völlig undurchlässig ist die eiserne Kuppel freilich nicht, wie der verheerende Direkttreffer in Kiryat Malachi sowie die Einschläge in der Nähe von Tel Aviv zeigen. Es waren die ersten in der israelischen Metropole seit dem Golfkrieg 1991.

Iron Dome in Aktion:

(Video: Youtube/TheVoxMedia)

(kri)