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Bombardierung
16. November 2012 12:57; Akt: 17.11.2012 08:25 Print
Israel hat heute Nacht hunderte Angriffe geflogen
Israel hat in der Nacht auf Samstag 85 Ziele im Gazastreifen angegriffen und dabei das Hauptquartier der Hamas in Gaza-Stadt getroffen. Ausserdem wurde ein weiterer Hamas-Kommandant getötet.
In der Nacht zum Samstag erschütterte eine gewaltige Explosion das Hauptquartier der Polizei in Gaza-Stadt. Auch das Haus eines Hamas-Kommandeurs wurde getroffen. Dabei handelt es sich offenbar um den Militärchef für den mittleren Abschnitt des Gazastreifens, Ahmed Abu Dschalal.
Er sei zusammen mit zwei seiner Brüder und einem Nachbarn im Flüchtlingslager Al-Mughazi von einer Rakete getötet worden, teilte der medizinische Notdienst in dem Gebiet am Mittelmeer mit.
Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben 12'000 gleichlautende SMS an Handys im Gazastreifen geschickt. In der Nachricht wurden die Menschen dringend aufgefordert, sich fern von allen Hamas-Mitgliedern zu halten.
Israel hatte am Mittwoch den Militärchef der Hamas, Ahmed al- Dschabari, gezielt getötet. Seither griffen die Streitkräfte nach eigenen Angaben mehr als 600 Ziele im Gazastreifen an. Zugleich seien 591 Raketen und Granaten aus dem Gebiet am Mittelmeer Richtung Israel abgeschossen worden. Davon habe die Raketenabwehr 195 Raketen noch in der Luft zerstört. Netanjahu dankt Obama
Angesichts der schweren Beschusses aus dem Gazastreifen hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Freitag US-Präsident Barack Obama für die amerikanische Hilfe beim Aufbau des Raketenschilds Iron Dome gedankt. Seit Mittwoch hatte das Luftabwehrsystem nach israelischen Angaben rund 200 Raketen aus dem Gazastreifen abgefangen. In einem Telefongespräch informierte Netanjahu den US-Präsidenten über die Lage im Nahen Osten. Obama bekräftigte seine Unterstützung für das israelische Recht auf Selbstverteidigung. Allerdings bedauere er den Verlust von Menschenleben auf beiden Seiten. Operation Säulen der Verteidigung
- Seit Beginn der israelischen Luftangriffe am Mittwoch kamen mindestens 27 Palästinenser ums Leben, darunter auch Zivilisten. In Israel wurden am Donnerstag drei Menschen getötet, als palästinensische Raketen in einem Wohngebiet einschlugen.
- Am Freitag schlug eine Rakete aus dem Gazastreifen nahe der israelischen Hauptstadt Jerusalem ein. Sie verursachte Schäden in einem arabischen Dorf. Auch nahe der Metropole Tel Aviv gingen erneut Raketen nieder.
- Militante Palästinenser feuerten nach israelischen Angaben in den vergangenen Tagen über 600 Raketen auf den Süden Israels ab. Rund 400 detonierten demnach auf israelischem Territorium.
- Das Luftabwehrsystem Iron Dome fing nach israelischen Angaben rund 200 Raketen aus dem Gazastreifen ab.
- Die israelischen Streitkräfte griffen nach eigenen Angaben seit Beginn der Offensive über 600 Ziele im Gazastreifen an. (AP)
Krankenwagen brachten Verletzte vom Ort der Detonation weg. Nach Angaben des Innenministeriums schlugen weitere Raketen in einem Regierungsgebäude und mehreren kleineren Stützpunkten der Sicherheitskräfte der Hamas ein. Zudem sei bei einem Luftangriff eine Moschee zerstört worden, teilten die Behörden im Gazastreifen mit. Nahegelegene Häuser seien von der Explosion beschädigt worden.
Weitere Vorbereitungen für Bodenoffensive
In der Grenzregion zog das Heer immer mehr Soldaten zusammen, was auf eine bevorstehende Bodenoffensive hindeutete. Israel will wegen des eskalierenden Gaza-Konflikts bis zu 75'000 Reservisten zu den Waffen rufen. Entsprechende Pläne von Verteidigungsminister Ehud Barak wurden vom Kabinett genehmigt.
Erst am Donnerstag hatte das Kabinett die Einberufung von bis zu 30'000 Reservisten gebilligt. Mit seinem jüngsten Beschluss verstärkt das israelische Kabinett seine Vorbereitungen auf eine Bodenoffensive im Gazastreifen. Zu diesem Zweck will das israelische Militär auch drei Strassen sperren, die zum Gazastreifen führen oder in der Nähe verlaufen, wie Spiegel Online berichtet.
Hunderttausende ohne Strom
Im Süden des Gazastreifens griffen israelische Kampfflugzeuge Schmugglertunnel nach Ägypten an, wie Bewohner der Region berichteten. Zudem zerstörte die Luftwaffe fünf Transformatoren. Über 400'000 Menschen im Gazastreifen seien ohne Strom, teilten die Versorgungsbetriebe mit.
Bei den Angriffen in der Nacht zum Samstag kam nach Angaben der Gesundheitsbehörden im Gazastreifen ein Mensch ums Leben. Dutzende weitere seien verletzt worden. Damit stieg die Zahl der Todesopfer auf palästinensischer Seite seit Mittwoch auf 30. In Israel wurden am Donnerstag drei Menschen getötet, als palästinensische Raketen in einem Wohngebiet einschlugen.
Angriffe auf Jerusalem und Tel Aviv
Auch von palästinensischer Seite gehen die Angriffe unvermindert weiter. Nach Raketenangriffen auf Tel Aviv schlug am Freitag erstmals eine Rakete aus dem Gazastreifen bei Jerusalem ein. In beiden Städten heulten die Luftalarm-Sirenen.
Die im Gazastreifen herrschende islamisch-fundamentalistische Hamas und die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad hatten sich zuvor zu den zwei Raketenangriffen auf Tel Aviv bekannt.
(Video: Al Jazeera)
Kandil verliess Gaza vorzeitig
Israel gelang es mit dreitägigen heftigen Luftangriffen nicht, die Hamas im Gazastreifen in die Knie zu zwingen. Sogar eine von Israel verkündete Feuerpause während des Besuchs des ägyptischen Ministerpräsidenten Hischam Kandil im Gazastreifen wurde von Anfang an von beiden Seiten missachtet.
Kandil konnte gerade noch verkünden, dass sich sein Land um eine langfristige Waffenruhe bemühe, bevor er den gefährlichen Ort vorzeitig wieder verliess.
Anders als bei früheren Auseinandersetzungen zwischen den Konfliktparteien stellte sich das neue Ägypten demonstrativ hinter die Hamas. Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hatte Kandil in den Gazastreifen geschickt, um Druck auf Israel auszuüben.
Ägypten stehe unverbrüchlich an der Seite der Palästinenser, sagte Kandil in Gaza-Stadt. Die Opfer der israelischen Angriffe bezeichnete er als «Märtyrer». Der Regierungschef der Hamas, Ismail Hanija, lobte die neue Politik des «revolutionären Ägypten» und forderte die anderen arabischen Führer auf, dem Beispiel der Ägypter zu folgen.
Obama bedauert Opfer unter den Zivilisten
Wie das US-Präsidialamt in der Nacht zum Samstag mitteilte, unterstrich Obama im Gespräch mit Netanjahu das Recht Israels auf Selbstverteidigung. Zugleich habe der US-Präsident sein Bedauern darüber ausgedrückt, dass bei dem Beschuss zwischen Hamas und dem israelischen Militär auf beiden Seiten Zivilisten getötet wurden.
Im Gespräch mit Mursi habe Obama an Ägypten appelliert, beruhigend auf die Konfliktparteien einzuwirken, um die Lage wieder zu stabilisieren. Der ägyptische Ministerpräsident Hisham Kandil hatte am Freitag gesagt, sein Land sei zur Vermittlung bereit, um eine Waffenruhe auszuhandeln.
Auch US-Aussenministerin Hillary Clinton führte Telefonate mit ihren Kollegen aus Israel und Ägypten. Nach Auskunft eines Ministeriumsvertreters gab es auch ein Gespräch mit dem jordanischen König Abdullah.
Für diesen Samstag sei ein weiteres mit dem Regierungschef von Katar geplant. Clinton habe ihre Gesprächspartner dazu aufgerufen, ihren Einfluss geltend zu machen und sich für ein Ende der Gewalt einzusetzen.
Weltweit Aufrufe zu Mässigung
In den internationalen Reaktionen kam die gesamte Spannbreite der politischen Positionen zum Ausdruck: Der britische Aussenminister William Hague warnte Israel vor einem Einmarsch in den Gazastreifen. Der französische Präsident François Hollande appellierte an den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu, Provokationen zu vermeiden.
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und auch Aussenminister Guido Westerwelle machten die Hamas für die Eskalation der Gewalt verantwortlich. Die Raketenangriffe müssten sofort beendet werden. «Israel hat das Recht und die Pflicht, seine Bevölkerung in angemessener Weise zu schützen», sagte Regierungssprecher Georg Streiter in Berlin.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Hamas und Israel zu einem Ende der Gewalt im Gazastreifen aufgerufen. Die Raketenangriffe seien nicht hinnehmbar und müssten umgehend aufhören, teilte Bans Sprecher Martin Nesirky am Freitag in New York mit. Israel müsse sich im Gegenzug in «maximaler Zurückhaltung» üben, sagte er. Weiteres Blutvergiessen werde weder für Israel noch für die Palästinenser die Sicherheit erhöhen. Auch eine Zwei-Staaten-Lösung rücke durch die anhaltende Gewalt in weitere Ferne. Nesirky sagte, Ban sei zutiefst besorgt angesichts der steigenden Zahl an zivilen Todesopfern.
Auch die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton gab der Hamas die Schuld an der Eskalation. Gleichzeitig forderte sie Israel zu einer «verhältnismässigen» Antwort auf.
Der türkische Aussenminister Ahmet Davutoglu hingegen bezeichnete die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen als «Verbrechen gegen die Menschlichkeit». Mit Massakern und Attentaten lasse sich im Nahen Osten kein Frieden erreichen, zitierten türkische Medien den Minister.
Im Iran strömten Zehntausende nach den Freitagsgebeten auf die Strassen. In Teheran warfen die Demonstranten Israel «zionistische Verbrechen» gegen Unschuldige vor, wie iranische Staatsmedien am Freitag meldeten.
(jbu/bem/sda/dapd)
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Die...
Hamas ist offenbar in Bedrängnis und meint nun plötzlich: "die Tötungen von Mitgliedern militanter Palästinensergruppen durch Israel (müsse) aufhören" Die gezielten Aktionen gegen Hamas-Führungsmitglieder scheinen Wirkung zu zeigen. Die Zeiten, in denen sich die Führungsmitglieder der Hamas hinter Zivilisten verkriechen konnten, scheinen vorbei zu sein. Der Krieg ist nun auch bei der Hamasführung angekommen und das verursacht bei diesen mutigen und tapferen Typen nun doch erhebliches Kopfzerbrechen.
Bevölkerung
Gott, Allah, oder an was immer ihr auch glaubt, beschütze die Zivilisten.
Iran
Nentanjahu will sich nur absichern, wenn er den Iran angreift. Dann hat er weniger Raketen aus dem Gaza Streifen zu fürchten. Der Iran muss dem zuvorkommen und Israel zeigen, dass sie sich nicht bedrohen lassen.