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Waffenruhe
22. November 2012 17:08; Akt: 22.11.2012 21:57 Print
Israel und Hamas erklären sich beide zu Siegern
Seit Mittwochabend herrscht zwischen Israel und der Hamas ein Waffenstillstand. Beide Seiten sehen sich als Sieger des Gefechts. Jetzt wird über eine langfristige Lösung verhandelt.
Israel und die radikal-islamische Hamas haben sich auch am Donnerstag an die am Mittwochabend in Kraft getretene Waffenruhe gehalten. Beide Seiten erklärten sich zum Sieger des Konflikts.
Infografik Der Nahostkonflikt Details der vereinbarten WaffenruheDie ägyptische Tageszeitung «Al-Ahram» zitierte am Mittwochabend aus den Vereinbarungen zur Waffenruhe zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas:
- Israel muss alle feindseligen Aktionen im Gazastreifen von Land, von See und aus der Luft stoppen. Dazu gehören auch Überfälle und gezielte Angriffe auf Personen.
- Die palästinensischen Gruppierungen müssen alle Feindseligkeiten vom Gazastreifen gegen Israel beenden, darunter das Abfeuern von Raketen und Angriffe auf die Grenzen.
- Innerhalb von 24 Stunden nach Inkrafttreten der Waffenruhe müssen die Grenzübergänge geöffnet sein und das Überqueren der Grenze durch Menschen ermöglicht werden, dies gilt auch für Waren. Es ist untersagt, die Bewegungsfreiheit der Menschen einzuschränken oder sie an der Grenze anzugreifen.
Israel hat in der Nacht zum Donnerstag im Westjordanland 55 mutmassliche Mitglieder radikaler Palästinenserorganisationen festgenommen. Die Armee teilte mit, unter den Festgenommenen seien mehrere ranghohe Mitglieder von Terrorgruppen.
Hintergrund der Aktion seien «die jüngsten terroristischen und gewaltsamen Aktivitäten» im Westjordanland. Während der israelischen Militäroperation im Gazastreifen war es im Westjordanland zu gewalttätigen Protesten gekommen, bei denen zwei Palästinenser getötet wurden.
Die Hamas erklärte den 22. November zum Nationalfeiertag. Tausende Menschen feierten im Gazastreifen mit Fahnen das Ende der Kämpfe und den vermeintlichen Sieg. «Wir haben dem zionistischen Feind eine Lektion erteilt», sagte der Chef der Hamas-Regierung, Ismail Hanija. Nun müsse Israel endlich die Grenzen öffnen, um den Palästinensern im Gazastreifen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seinerseits betonte, die Ziele der Offensive seien erreicht worden, nämlich den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen zu stoppen und die Hamas zu schwächen. «Ich weiss, dass es Bürger gibt, die eine härtere Reaktion erwartet haben», sagte Netanjahu weiter. Israel sei bereit zu handeln, falls die Waffenruhe verletzt werde.
Mursi vor schwieriger Aufgabe
Nach den acht Kampftagen verhandeln Israel und die Palästinenser nun unter ägyptischer Vermittlung über einen langfristigen Waffenstillstand und die Öffnung der Grenzen zu dem Autonomiegebiet. Hamas-Führer Chaled Maschaal und ein Führer der kleineren militanten Gruppe Islamischer Dschihad, Ramadan Schalah, trafen dazu die Spitze des ägyptischen Geheimdienstes.
Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi, der für seine erfolgreiche Vermittlung viel internationales Lob erhielt, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Israel will ein Ende des Waffenschmuggels in den Gazastreifen erreichen, die Hamas erwartet eine vollständige Aufhebung der 2007 begonnenen Blockade des Gazastreifens.
Ende der Blockade nicht in Sicht
Die Grenzübergänge zum Gazastreifen sollten geöffnet und der Verkehr von Personen und Waren erleichtert werden, stand in einem Papier, das vom ägyptischen Aussenministerium in Kairo bei der Ankündigung der Waffenruhe am Mittwochabend verteilt worden war.
Allerdings war dazu von offizieller Seite in Israel keine Präzisierung zu erhalten. Das Dokument sei von Israel nicht unterzeichnet worden, berichteten israelische Medien stattdessen. Ein Ende der Seeblockade ist demnach nicht vorgesehen.
Die arabischen Staaten drangen auf ein sofortiges Ende der Blockade. Der Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, betonte in Kairo: «Es ist wichtig, dass nun auch der Artikel der Vereinbarung umgesetzt wird, in dem es um die Aufhebung der Gaza- Blockade geht.» Der Moment sei auch günstig, um den Nahost- Friedensprozess wieder in Gang zu bringen.
Über 160 Tote im Gazastreifen
Seit Mittwoch vergangener Woche waren im Gaza-Konflikt nach neuen Angaben 164 Palästinenser und 6 Israelis getötet worden. Auf palästinensischer Seite wurden nach diesen Angaben 1225 Menschen verletzt, in Israel mehr als 100.
Insgesamt wurden mehr als 1500 Raketen auf Israel abgefeuert; Israels Luftwaffe griff etwa 1500 Ziele im Gazastreifen an und zerstörte Waffen und wichtige Einrichtungen der Hamas.
(dapd)
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Alle 142 Kommentare

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Gerechtigkeit?
Krass ist, das man fast bei jedem Bild in der Bildstrecke liest bzw. sieht was von den Israelis zerstört wurde und wie viele Palästinensische Opfer es gab. Ich frage mich ob das Gerechtigkeit ist, was dem Palästinensischen Volk angetan wird.
Scherz ?
Hamas gewonnen ? Guter scherz, die haben ja kaum schaden gemacht....
Hamas ein witz
Haha dass ist immer so bei schlechten verlieren
Hamas Gewinner
Eigentlich hat die Hamas einen kleinen Sieg errungen denn sie haben viele israelische Siedler welche in der Nähe der Grenzen leben vertrieben durch ihren Raketenbeschuss und gewannen Unterstützung bei der Palästinensische Bevölkerung.
Traurig
Und die Welt schaut immer noch zu...und Syrien, wo bleibt Syrien?
So schnell kann es gehen ..
Syrien ? Ist eben nicht mehr so trendy für die Medien ...
Welt schaut nicht zu
Hilary Clinton, sowie andere Gesandte haben sich intensiv um eine Waffenruhe bemüht. Zuschauen ist das falsche Wort und mehr machen kann man im Moment ja nicht. Das ist in erster Linie ein Konflikt zwischen den beiden Seiten und nicht unsere Sache.