Heftige Reaktionen

12. Februar 2013 04:17; Akt: 12.02.2013 10:32 Print

Nordkorea führt zum dritten Mal Atomtest durch

In Nordkorea ist um 3.58 Uhr Schweizer Zeit ein Erdbeben der Stärke 4,9 registriert worden. Pjöngjang bestätigte, was Experten vermuteten: Das Land hat Atomwaffen getestet.

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Eskalation im Atomstreit mit Nordkorea: Das kommunistische Land hat seine Drohung wahrgemacht und ungeachtet aller Warnungen einen dritten Atomtest unternommen. Dem Land drohen jetzt nach dem weltweit verurteilten Raketenstart im Dezember schwerwiegende Konsequenzen.

Der Test sei unterirdisch erfolgt, berichtete am Dienstag die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. «Der Atomtest wurde als Teil von Massnahmen zum Schutz unserer nationalen Sicherheit und Souveränität vollzogen.» Diese würden vor allem von den USA bedroht, hiess es bei KCNA.

«Ein dritter Atomtest wurde erfolgreich unternommen», erklärte die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur. Dieser habe eher eine geringe Sprengkraft gehabt. Ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums bestätigte in Seoul, dass im Nordosten Nordkoreas Erdstösse registriert worden seien, die auf einen unterirdischen Nukleartest hinwiesen. Südkorea und Japan beriefen ihre nationalen Sicherheitsräte ein.

Der Atomtest dürfte eine Sprengkraft von 6 bis 7 Kilotonnen TNT gehabt haben, sagte der Ministeriumssprecher in Seoul. Die Bombe, die 1945 über Hiroshima gezündet wurde, hatte eine Sprengkraft vorn 13 bis 16 Kilotonnen.

«Künstliches Erdbeben»

Erdbebenwarten verschiedener Länder registrierten am Dienstag kurz vor 4.00 Uhr MEZ zunächst ein «künstliches Erdbeben» im Nordosten Nordkoreas, wo das Testgelände Punggye Ri liegt. Während allgemein bereits von einem neuen Atomtest ausgegangen wurde, hüllte sich Pjöngjang zunächst in Schweigen. Erst mehr als zwei Stunden nach dem Test bestätigte KCNA den Atomtest.

Nordkorea hatte einen neuen Atomtest und weitere Raketentests im Januar aus Protest gegen die Ausweitung von UNO-Sanktionen angekündigt. Ein Zeitrahmen dafür war aber nicht genannt worden. Der UNO-Sicherheitsrat hatte mit den verschärften Sanktionen auf einen nordkoreanischen Raketenstart im Dezember reagiert.

Es war der dritte Atomtest Nordkoreas. Zuvor hatte das kommunistische Land bereits 2006 und 2009 Atomtests vorgenommen, die jeweils UNO-Sanktionen nach sich zogen. Jetzt drohen dem international isolierten Land neue Strafmassnahmen. In New York wurde nach Angaben von Diplomaten eine Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrates einberufen, die um 15 Uhr beginnen sollte.

Ban verurteilt Test

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Test aufs Schärfste und bezeichnete ihn über seinen Sprecher als «klaren und schweren Verstoss» gegen UNO-Resolutionen.

Es sei bedauerlich, dass die Regierung in Pjöngjang dem starken und unmissverständlichen Ruf der internationalen Gemeinschaft nicht gefolgt sei, sich weiterer provokativer Schritte zu enthalten, erklärte Ban. Er sei überzeugt, dass der UNO-Sicherheitsrat die angemessenen Massnahmen ergreifen werde.

Auch Russland hat den neuen Atomtest in Nordkorea entschieden verurteilt. Das Land habe damit wiederholt gegen Resolutionen des Sicherheitsrates verstossen, kritisierte ein Sprecher des russischen Aussenministeriums der Agentur Interfax zufolge.
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(Video: Reuters)


Das Epizentrum des Bebens lag bei Sungjibaegam im Norden des Landes. (Karte: Google Maps)

(rme/sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • patrick schmitt am 14.02.2013 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    @Jerome O

    Es ist sehr befremdend wie Sie den Genozid an einem Volk relativieren indem Sie irgend welche ominöse Geschichtsbücher als Quelle nennen. Was auch immer das für Bücher sind die einen solchen desaströsen Bobenabwurf angeblich rechtfertigen, sie sind wohl kaum im Bereich Fachliteratur zu finden. Wer über den Pazifikkrieg etwas bescheid weiss, weiss auch das eine "weitere Eskalation" totaler mumpiz ist. Tokyo war zerbombt, Burma führungslos, die Pazifikinseln verloren und die Kirschblütenangriffe wirkungslos. Gerade letzteres zeigt, wie aussichtslos die Situation der Japaner war.

  • Eurasia am 12.02.2013 16:27 Report Diesen Beitrag melden

    Dümmste Erfindung der Menschheit A-Bombe

    Sind denn die etlichen Atomtests der USA/Israel und Frankreich etwa weniger schlimm?Wieso werden und wurden diese Staaten nie sanktioniert?Das grösste Maul hat immer derjenige mit dem meisten Dreck am Stäcken...

  • Ideomatic Ide am 12.02.2013 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Kim Jong-un

    Dachte Kim Jong-un sei in Bern zur Schule gegangen. Hat wohl nicht viel gelernt. Wieso müssen eigentlich solche Menschen in der Schweiz nicht dafür haften, wenn sie haargenau wissen, dass sie einem zukünftigen Diktator die möglichkeit geben, sich in der Schweiz ausbilden (Schule, etc.) zu lassen. Die sollte man ALLE vors Gericht stellen.

  • B. Kerzenmacher am 12.02.2013 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Prioritäten

    Nordkorea begründet den Test wie folgt: "Teil von Maßnahmen zum Schutz unserer nationalen Sicherheit und Souveränität" Fragt sich allerdings, welche "Sicherheit und Souveränität" genau gemeint ist im Land, in dem den Herrschenden die Bevölkerung anscheinend egal ist und unter Hunger langsam wegstirbt. Die Prioritäten scheinen gesetzt in Nordkorea!

  • Manuel Reimann am 12.02.2013 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Fokus

    was ist das problem? Die USA haben sprengkörper von 2000 Kilotonnen und ihr macht euch sorgen um Nordkorea? Sollte es zum dritten Weltkrieg kommen, ist sowieso alles weg

    • ÖschiDeutscher am 12.02.2013 10:00 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig.

      Ich gebe dir recht, zudem waren die usa die einzigen, die so wahnsinnig und aber auch berechnend waren, die atombombe tatsächlich einzusetzten.

    • Jerome O. am 12.02.2013 10:13 Report Diesen Beitrag melden

      Völlig falsch!

      @ÖschiDeutscher: Bevor du solche Kommentäre von dir gibst, solltest du mal ein bisschen in deinem Geschichtsbuch lesen. Die Amerikaner hatten damals mit den 2 Atombomben und vergleichsweise wenigen Opfern die Möglichkeit, eine weitere Eskalation eines Krieges zu verhindern. Hätten sie dies nicht getan, wäre der Krieg vollständig ausgeartet, was zu wesentlich mehr Toten geführt hätte. Mag zwar hart klingen, ist aber so. @Manuel: Nordkorea ist eine Tyrannei, ein Risikostaat und unberechenbar. Die USA haben einen fähigen Präsidenten und ein demokratisches Politsystem. Von wem hast du nun Angst?

    • Robin Lee am 12.02.2013 10:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Jerome

      Jerome hat gesprochen! Danke ganz deiner Meinung.

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