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12. Februar 2013 04:17; Akt: 12.02.2013 10:32 Print
Nordkorea führt zum dritten Mal Atomtest durch
In Nordkorea ist um 3.58 Uhr Schweizer Zeit ein Erdbeben der Stärke 4,9 registriert worden. Pjöngjang bestätigte, was Experten vermuteten: Das Land hat Atomwaffen getestet.
Eskalation im Atomstreit mit Nordkorea: Das kommunistische Land hat seine Drohung wahrgemacht und ungeachtet aller Warnungen einen dritten Atomtest unternommen. Dem Land drohen jetzt nach dem weltweit verurteilten Raketenstart im Dezember schwerwiegende Konsequenzen.
Bildstrecken Nordkorea könnte kurzfristig Atomwaffen testen Infografik Nordkorea TrägerraketenDer Korea-KonfliktKorea - die verfeindeten Bruderstaaten Nordkoreas AtomwaffenprogrammNordkorea hat einen dritten Atomwaffentest unternommen - nach denen von 2006 und 2009. Das Atomprogramm des weitgehend abgeschotteten kommunistischen Staates verunsichert die Weltgemeinschaft und hat wiederholt zu Sanktionsbeschlüssen im UNO-Sicherheitsrat geführt:
1989: Ein US-Spionagesatellit macht erste Aufnahmen der nordkoreanischen Atomanlage Yongbyon.
1994: Pjöngjang legt den Atomreaktor im Rahmen eines Abkommens mit den USA still und erhält dafür Zusagen für den Bau zweier Leichtwasserreaktoren.
1998: Abschuss einer nordkoreanischen Langstreckenrakete vom Typ Taepodong-1.
2002: US-Präsident George W. Bush erklärt Nordkorea im Januar zu einem Teil der «Achse des Bösen». Im Dezember reaktiviert Pjöngjang den Atomreaktor Yongbyon und weist Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) aus.
2003: Nordkorea kündigt im Januar den Atomwaffensperrvertrag auf. Im August beginnen Sechs-Nationen-Gespräche zur Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms mit Nord- und Südkorea, China, USA, Japan und Russland.
2005: Nordkorea gibt im Februar bekannt, Atomwaffen zur Selbstverteidigung hergestellt zu haben.
2006: Nordkorea nimmt am 9. Oktober den ersten Atombomben-Test vor. Der UNO-Sicherheitsrat beschliesst Sanktionen.
2007: Nordkorea erklärt sich im Februar bereit, die Anlage in Yongbyon abzuschalten und Atominspektoren wieder ins Land zu lassen. Im Juli erklärt die IAEA, Yongbyon sei geschlossen.
2009: Im April startet Nordkorea eine Langstreckenrakete mit tausenden Kilometern Reichweite. Die Regierung in Pjöngjang zieht sich aus den Sechs-Parteien-Gesprächen zurück und kündigt die Wiederaufnahme des Atomprogramms an. Am 24. Mai nimmt Nordkorea einen zweiten Atombombentest vor. Am 12. Juni werden die UNO-Sanktionen verschärft.
2011: Nach dem Tod des langjährigen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il am 17. Dezember kommt sein jüngster Sohn Kim Jong Un an die Macht.
2012: Nach einem fehlgeschlagenen Test der Rakete Unha-3 im April gelingt ein zweiter Abschuss des Raketentyps im Dezember.
2013: Der UNO-Sicherheitsrat verschärft am 22. Januar die Sanktionen erneut, zwei Tage später kündigt die Führung in Pjöngjang einen neuen Atomtest an. Am 12. Februar vollzieht Nordkorea nach eigenen Angaben «erfolgreich» einen unterirdischen Atomtest. (SDA)
Der Test sei unterirdisch erfolgt, berichtete am Dienstag die amtliche Nachrichtenagentur KCNA. «Der Atomtest wurde als Teil von Massnahmen zum Schutz unserer nationalen Sicherheit und Souveränität vollzogen.» Diese würden vor allem von den USA bedroht, hiess es bei KCNA.
«Ein dritter Atomtest wurde erfolgreich unternommen», erklärte die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur. Dieser habe eher eine geringe Sprengkraft gehabt. Ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums bestätigte in Seoul, dass im Nordosten Nordkoreas Erdstösse registriert worden seien, die auf einen unterirdischen Nukleartest hinwiesen. Südkorea und Japan beriefen ihre nationalen Sicherheitsräte ein.
Der Atomtest dürfte eine Sprengkraft von 6 bis 7 Kilotonnen TNT gehabt haben, sagte der Ministeriumssprecher in Seoul. Die Bombe, die 1945 über Hiroshima gezündet wurde, hatte eine Sprengkraft vorn 13 bis 16 Kilotonnen.
«Künstliches Erdbeben»
Erdbebenwarten verschiedener Länder registrierten am Dienstag kurz vor 4.00 Uhr MEZ zunächst ein «künstliches Erdbeben» im Nordosten Nordkoreas, wo das Testgelände Punggye Ri liegt. Während allgemein bereits von einem neuen Atomtest ausgegangen wurde, hüllte sich Pjöngjang zunächst in Schweigen. Erst mehr als zwei Stunden nach dem Test bestätigte KCNA den Atomtest.
Nordkorea hatte einen neuen Atomtest und weitere Raketentests im Januar aus Protest gegen die Ausweitung von UNO-Sanktionen angekündigt. Ein Zeitrahmen dafür war aber nicht genannt worden. Der UNO-Sicherheitsrat hatte mit den verschärften Sanktionen auf einen nordkoreanischen Raketenstart im Dezember reagiert.
Es war der dritte Atomtest Nordkoreas. Zuvor hatte das kommunistische Land bereits 2006 und 2009 Atomtests vorgenommen, die jeweils UNO-Sanktionen nach sich zogen. Jetzt drohen dem international isolierten Land neue Strafmassnahmen. In New York wurde nach Angaben von Diplomaten eine Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrates einberufen, die um 15 Uhr beginnen sollte.
Ban verurteilt Test
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Test aufs Schärfste und bezeichnete ihn über seinen Sprecher als «klaren und schweren Verstoss» gegen UNO-Resolutionen.
Es sei bedauerlich, dass die Regierung in Pjöngjang dem starken und unmissverständlichen Ruf der internationalen Gemeinschaft nicht gefolgt sei, sich weiterer provokativer Schritte zu enthalten, erklärte Ban. Er sei überzeugt, dass der UNO-Sicherheitsrat die angemessenen Massnahmen ergreifen werde.
Auch Russland hat den neuen Atomtest in Nordkorea entschieden verurteilt. Das Land habe damit wiederholt gegen Resolutionen des Sicherheitsrates verstossen, kritisierte ein Sprecher des russischen Aussenministeriums der Agentur Interfax zufolge.
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Das Epizentrum des Bebens lag bei Sungjibaegam im Norden des Landes. (Karte: Google Maps)
(rme/sda)
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Alle 34 Kommentare

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@Jerome O
Es ist sehr befremdend wie Sie den Genozid an einem Volk relativieren indem Sie irgend welche ominöse Geschichtsbücher als Quelle nennen. Was auch immer das für Bücher sind die einen solchen desaströsen Bobenabwurf angeblich rechtfertigen, sie sind wohl kaum im Bereich Fachliteratur zu finden. Wer über den Pazifikkrieg etwas bescheid weiss, weiss auch das eine "weitere Eskalation" totaler mumpiz ist. Tokyo war zerbombt, Burma führungslos, die Pazifikinseln verloren und die Kirschblütenangriffe wirkungslos. Gerade letzteres zeigt, wie aussichtslos die Situation der Japaner war.
Dümmste Erfindung der Menschheit A-Bombe
Sind denn die etlichen Atomtests der USA/Israel und Frankreich etwa weniger schlimm?Wieso werden und wurden diese Staaten nie sanktioniert?Das grösste Maul hat immer derjenige mit dem meisten Dreck am Stäcken...
Kim Jong-un
Dachte Kim Jong-un sei in Bern zur Schule gegangen. Hat wohl nicht viel gelernt. Wieso müssen eigentlich solche Menschen in der Schweiz nicht dafür haften, wenn sie haargenau wissen, dass sie einem zukünftigen Diktator die möglichkeit geben, sich in der Schweiz ausbilden (Schule, etc.) zu lassen. Die sollte man ALLE vors Gericht stellen.