Patriots in Stellung

03. Dezember 2012 06:33; Akt: 03.12.2012 08:10 Print

Nordkorea testet Rakete - Japan reagiert

Nordkoreas Ankündigung auf neue Raketentests haben Japan aufgeschreckt. Sie bringen die Patriot-Abwehrraketen in Stellung. Die Tests finden auf «Geheiss des Führers Kim Jong-Il» statt.

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Wegen des angekündigten nordkoreanischen Raketentests hat Japan damit begonnen, Patriot-Abwehrraketen in Stellung zu bringen. Ein Schiff mit den Raketen habe am Montag eine Marinebasis im Westen des Landes verlassen und Kurs Richtung Süden genommen.

Das berichtete der staatliche Fernsehsender NHK. Verteidigungsminister Satoshi Morimoto hatte die Armee am Samstag angewiesen, sich auf den nordkoreanischen Abschuss vorzubereiten. Einem Zeitungsbericht zufolge sollen auch Kriegsschiffe in Richtung der möglichen Flugbahn der nordkoreanischen Rakete verlegt werden.

Satellit oder Atom-Rakete?

Nordkorea wolle einen «weiteren einsatzfähigen Satelliten» ins All schiessen, meldeten die Staatsmedien am Samstag unter Berufung auf das Komitee für Raumfahrttechnologie. Der Start solle zwischen dem 10. und 22. Dezember erfolgen.

Kritiker sehen darin den Test einer atomwaffenfähigen Interkontinentalrakete. Die USA hielten Nordkorea vor, jeder Raketenstart unter Verwendung der Technologie für ballistische Raketen sei ein Verstoss gegen UNO-Resolutionen.

«Nordkorea wird weiter verarmen»

«Ein nordkoreanischer «Satelliten«-Start wäre ein hoch provokativer Akt, der den Frieden und die Sicherheit in der Region gefährdet», erklärte die Sprecherin des US-Aussenministeriums Victoria Nuland.

Nordkorea müsse seine Verpflichtungen erfüllen. «Die Verwendung knapper Ressourcen zur Entwicklung von Atomwaffen und Langstreckenraketen wird Nordkorea nur noch weiter isolieren und verarmen lassen.»

Auch Südkorea wertete die Startpläne als Provokation. Das Aussenministerium in Seoul warf dem Norden vor, erneut eine Langstreckenrakete unter dem Vorwand eines Satellitenstarts testen zu wollen. Das Nachbarland fordere damit eine strikte Reaktion heraus.
Demonstration der Stärke

Der Raketenstart könnte mit den Gedenkfeiern zum ersten Todestag des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-Il am 17. Dezember zusammenfallen. Es wäre der zweite grössere Raketenstart des Landes seit der Machtübernahme durch Kims noch nicht 30-jährigen Sohn Kim Jong-Un.

Beobachter vermuten, die neue Führung wolle Stärke demonstrieren. Der Start einer Rakete des Typs Unha-3 im April war fehlgeschlagen; die Rakete war kurz nach dem Start explodiert.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte den Raketenstart am 13. April in Nordkorea scharf verurteilt. Bereits nach einem Atomtest in Nordkorea im Mai 2009 hatte der Rat das Land dazu aufgerufen, keine Atomsprengköpfe und ballistischen Raketen mehr zu testen.

Der südkoreanische Präsident Lee Myung Bak warf Pjöngjang bereits vor der Ankündigung des Raketenstarts zudem vor, die Präsidentenwahl in Südkorea am 19. Dezember beeinflussen zu wollen. Nordkorea werde damit aber kein Glück haben. «Selbst wenn es ein Rakete testet, wird das keine grosse Auswirkung auf die Wahl haben», sagte Lee.

Auf Geheiss des verstorbenen Führers

Der geplante Satellitenstart geschehe auf «Geheiss des Führers Kim Jong-Il», hiess es in den nordkoreanischen Medien. Techniker hätten «die Fehler analysiert, die beim vorigen Raketenstart im April gemacht wurden», wurde das nordkoreanische Raumfahrtkomitee zitiert. Die neue Rakete solle vom Startort Sohae an der Westküste eine zweite Version des Beobachtungssatelliten Kwangmyongsong-3 auf eine Erdumlaufbahn bringen.

Aus Sicht der USA und Südkoreas will Nordkorea mit diesen Starts in Wirklichkeit die Technik für Interkontinentalraketen verbessern. Diese ballistischen Raketen sind die wichtigsten Trägermittel für atomare Sprengköpfe.

(aeg/sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Christian am 03.12.2012 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ende der Fahnenstange!

    Die Bevölkerung NK leidet Hunger und stirbt auch einen Qualvollen Hungertod und dieser Wahnsinnige leistet sich nebst der grüssten Armee der Welt, sogar noch ein Raketenprogramm!? Die Menschheit ist wirklich am Ende der Fahnenstange angelangt!

  • patrick schmitt am 03.12.2012 13:48 Report Diesen Beitrag melden

    Gefährlicher Nachbar

    Mit Nordkorea als Nachbar hat ein Staat nichts zu lachen. Diese Regierung scheint wirklich einen Krieg zu wollen. Offensichtlich ist sich Jong-Il sicher das er von China dabei unterstütz werden würde, wie damals bei seinem Grossvater.....

  • Thomas Schmied am 03.12.2012 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    DPRK

    Wer die Situation in Nordkorea ein wenig kennt, weiss, dass dies ein "Hilferuf" ist, d.h. NK möchte damit darauf aufmerksam machen, dass sie wieder "ins Geschäft" kommen wollen mit den suspendierten sechs Parteien-Gesprächen. Früher haben sofort alle "gekuscht" und Gespräche angeboten. Heute geht das nicht mehr so.....hingegen glaubt NK immer noch an dieses "alte Vorgehen".

  • J. Meyer am 03.12.2012 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Armseliger Diktator

    Schon eine groteske Vorstellung der NK, Raketen starten zu wollen, während der Grossteil der Bevölkerung hungert. Was nützen ihm diese sinnlosen Test und was bringt ihm ein bald verhungertes Volk? Er mag die grösste Armee der Welt haben, doch Soldaten mit leeren Mägen können dennoch nicht kämpfen wie sie sollten. Und Patriotismus ist nur solange dienlich wie es auch satt macht, doch bei Hunger fällt früher oder später auch diese Haltung. Frage mich immer wieder, woher sie nur die Mittel für Raketen haben, aber keine für Nahrung?

    • Hans Peter am 03.12.2012 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Antwort

      Von Russland und China. Das sind Staaten, die pro-westlichen Verbuendeten Steine in den Weg legen in der Hoffnung, die USA konzentrieren sich effizient nur auf diese Region.

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  • Hanswasheiri am 03.12.2012 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    seit den 80er Jahren heimliche Atommacht

    Japan hat auch heimlich eine Atombombe gebaut

    • patrick schmitt am 03.12.2012 13:41 Report Diesen Beitrag melden

      liebes 20Min Team

      warum lasst Ihr solche dummen Beiträge stehen?

    • Matthias Schmid am 04.12.2012 00:20 Report Diesen Beitrag melden

      Hanswasheiri's toller Beitrag

      Wenn nun einer bei Rot über die Ampel fährt, dann dürfen alle andern auch rüberfahren ? Ein Unfall wird nie passieren! Deine Meinung kann ich wirklich nicht nachvollziehen Hanswasheiri !

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