Google Maps

29. Januar 2013 11:43; Akt: 30.01.2013 13:03 Print

Nordkorea ist kein weisser Fleck mehr

Auf Google Maps ist erstmals eine detaillierte Karte von Nordkorea veröffentlicht worden. Sie ermöglicht einen Einblick in das abgeschottete Land – inklusive Straflager.

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Als weltweit letztes Land war Nordkorea auf Google Maps ein weisser Fleck. Die Hauptstadt Pjöngjang war die einzige Ortschaft, die im Online-Kartendienst eingetragen war. Auch Strassen und Schienenwege waren nicht vorhanden. Seit Dienstag ist die Lücke getilgt: Auf Google Maps wurde eine detaillierte Karte des abgeschotteten Landes veröffentlicht.

Die Daten seien über Jahre hinweg von «Bürgerkartografen» zusammengetragen worden, schrieb Jaynath Mysore, leitender Mitarbeiter des Dienstes Google Map Maker, in einem Blog-Eintrag. Die Software funktioniert nach dem Wikipedia-Prinzip: User können Daten hochladen, die von anderen Usern gecheckt und abgeändert werden können. Nach dem gleichen Prinzip seien bereits andere schwer zugängliche Länder wie Afghanistan und Burma für Google Maps kartografiert worden, schreibt die «Washington Post».

Atomanlage und Straflager

Im Fall von Nordkorea seien öffentlich zugängliche Informationen wie Analog-Karten, Satellitenbilder und Material aus dem Internet verwendet worden. Die Karte sei nicht perfekt, räumt Jaynath Mysore sein. Sie sei insbesondere für Menschen in Südkorea wichtig, deren Vorfahren aus Nordkorea stammten oder die dort noch Verwandte haben. Zu erkennen sind unter anderem Spitäler, Schulen, Parks und U-Bahn-Stationen in Pjöngjang.

Ausserhalb der Hauptstadt ist die Karte weniger detailliert. Zu sehen sind mehrere grössere Städte und Flughäfen. Ausserdem ist eine Chemiefabrik eingezeichnet sowie die Atomforschungsanlage Yongbyon. Mehrere grau eingefärbte Bereiche, jeweils von der Grösse einer Stadt, werden als Internierungslager bezeichnet. In nordkoreanischen Straflagern sind Schätzungen zufolge etwa 200'000 Menschen inhaftiert.

Kaum freies Internet in Nordkorea

Google-Chef Eric Schmidt hatte Anfang Januar drei Tage in Nordkorea verbracht. Dabei erklärte er, das Land werde sich nicht entwickeln, sollte es nicht für die Internet-Freiheit eintreten. Die allerwenigsten Nordkoreaner werden die Karte zu Gesicht bekommen: Das Land verfügt lediglich über eine Art Intranet mit einer sehr geringen Zahl an Nutzern. Auf das Internet kann nur eine Elite von wenigen hundert bis maximal tausend Menschen zugreifen.

Das südkoreanische Ministerium für Wiedervereinigung begrüsste am Dienstag die Initiative von Google. Sie stelle eine Möglichkeit für die Welt dar, mehr über Nordkorea zu wissen, aber auch für das Land, sich zu öffnen.

(pbl/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jean Antonny am 29.01.2013 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    CIA Infiltration

    Internet wird kommen, die CIA wird's möglich machen "Mobile Internet Infiltration Force", ist nur eine Frage der Prioritäten.

  • Romed Hasler am 29.01.2013 14:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorry, Keine Ahnung

    Man sieht dass viele User noch nie in Nordkorea waren geschweige eine Ahnung von diesem Land haben. Nordkorea hat kein frei verfügbares Internet, sondern nur ein Intranet, welches einigen verfügbar ist. Auch wenn das Internet für alle frei wäre, könnte sich kein Normalbürger jeh einen Computer kaufen. Das Land ist absolut kommunistisch und kennt keine Löhne. Ausserdem haben die Hungersnöte, Stromausfälle, etc. Wenn das Internet jemand nutzen könnte, wären es die gleichen die es schon haben. Sogar int. Organisation ist es dort nicht möglich zu surfen. Ich könnte noch weiterschreiben aber geht selbst mal dorthin! Dann seht ihr auch, das Computer (ich bin Informatiker und weiss über deren Nutzen) deren kleinstes Problem sind. Vielmehr sollte ein Dialog zur Versöhnung und Entfernung der Embargos angestrebt werden. Was das nämlich gebracht hat, sieht man Ja bestens!

  • gregor am 29.01.2013 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Nordkorea

    Wow, google maps für Nordkorea -.-. Ich sehe da kein grosser Fortschritt. Die haben dort sowieso fast kein Internet und keine Autos. Das bringt nur Touristen oder Neugierige etwas. Sich ändern wird sich jedoch nichts

Die neusten Leser-Kommentare

  • orion64 am 30.01.2013 08:48 Report Diesen Beitrag melden

    Farbige Hausdächer

    In Maps ist zu erkennen, dass gewisse Hausdächer in kräftigen Farben gehalten sind: Rosa, mint/türkis, blau, evtl. weitere. Weiss jemand wozu dies sein soll?

    • Markus am 30.01.2013 15:41 Report Diesen Beitrag melden

      Nichts besonderes...

      Hallo Orion64, bunte Hausdächer sind in ganz Asien an der Tagesordnung, schauen Sie sich mal Thailand, Philippinen etc. von oben an!

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  • Bruno am 29.01.2013 20:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Lügen

    Komisch das die Bilder erst jetzt gezeigt werden. Natürlich gleich in Verbindung mit den Atomanlagen und Straflager. Schlechpropaganda pur. Man will bei den ach so unterdrückten Nordkoreaner einfahren und ihnen nich die letzte Schale Reis wegnehmen. Sie wehren sich einfach gegen die Diktatorische Westliche Macht, die einmarschieren und sie ündern wollen!!

  • gregor am 29.01.2013 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Nordkorea

    Wow, google maps für Nordkorea -.-. Ich sehe da kein grosser Fortschritt. Die haben dort sowieso fast kein Internet und keine Autos. Das bringt nur Touristen oder Neugierige etwas. Sich ändern wird sich jedoch nichts

  • Jean Antonny am 29.01.2013 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    CIA Infiltration

    Internet wird kommen, die CIA wird's möglich machen "Mobile Internet Infiltration Force", ist nur eine Frage der Prioritäten.

  • Marco am 29.01.2013 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Lügen!

    in ca. 2 km entfernung zum Palast gibt es den Kaeson Youth Park einen dauerhaften Vergnügungspark! Der sieht sauber und gepflegt aus und wird reichlich besucht wie auf Bildern in Google Earth zu sehen ist. Also denen gehts nicht so schlecht wie gesagt wird!

    • Marco B am 29.01.2013 18:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Ne ne

      In jedem Land gibt es Eliten und Superreiche. Künstler sind in Nordkorea zum Beispiel oft wohlhabend. Es gibt auch da eine Oberschicht. Trotzdem darf man nicht alles glauben was man sieht oder liest..

    • Tanja am 29.01.2013 21:36 Report Diesen Beitrag melden

      Genau...

      Ja, sauber und gepflegt, wie so vieles in Nordkorea. Nur seh ich da keine Menschenseele.

    • O. Schäfer am 29.01.2013 21:48 Report Diesen Beitrag melden

      Propaganda

      Schonmal die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass genau dieser Vergnügungspark Teil einer grossangelegten Propagandaaktion ist, um die Leute von NK zu überzeugen?! - Wenn es so wäre, hätte es bei Ihnen funktioniert.

    • Sascha am 29.01.2013 22:27 Report Diesen Beitrag melden

      Freizeitpark ja, aber für wen!

      Lieber Marco Das es in Nordkorea Freizeitparks gibt ist unbestritten, nur wer diese benutzen kann ist die Frage! Denn was nützt Dir ein Freizeitpark, in welchem Du nicht Zeit verbringen kannst und deine Freizeit ausleben kannst? Diese Parks sind genau Touristenattraktionen für die Leute, die sich auf eine Nordkoreareise wagen. Aber das breite Volk in Nordkorea hat sicherlich noch nie ein Freizeitpark geschweige den Dir sicherlich bekannten Wasserpark von innen gesehen.

    • Mäsu am 29.01.2013 22:30 Report Diesen Beitrag melden

      Wie schön!

      Och wie süss, und der Osterhase gibts ja auch noch... Schwachsinn... Nur weil es einen Vergnügunspark hat gehts ihnen gut?

    • Z. Dumm am 30.01.2013 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      So weit schon...

      Deine Einschätzung der Lage leitest Du aus Google Earth ab. Mit dem Finger ein bisschen scrollen, je nach Bedarf, bis die Welt sauber aussieht. Erstaunlich!

    • Meine Meinung am 30.01.2013 08:59 Report Diesen Beitrag melden

      Meine Meinung

      Wird aber wohl nur für die oberen 10'000,- sein. Der normale Bürger wird den Park wohl nie zu Gesicht bekommen.

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