«Provokativer Akt»

12. Dezember 2012 02:36; Akt: 12.12.2012 17:12 Print

Nordkoreas Raketenstart scharf verurteilt

Nordkorea hat trotz aller Kritik eine Langstreckenrakete abgefeuert und nach eigenen Angaben einen Wettersatelliten in den Orbit gebracht. Südkorea und Japan sind alarmiert.

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Infografik zum Korea-Konflikt.

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Nordkorea hat erneut die internationale Staatengemeinschaft herausgefordert. Trotz aller Warnungen hatte das kommunistische Land am Mittwoch zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Trägerrakete gestartet.

Das kommunistische Land erklärte, die Unha-3-Trägerrakete habe einen Forschungssatelliten wie geplant in die Erdumlaufbahn gebracht. Es habe sich um ein «bahnbrechendes» Ereignis gehandelt, das rund um Hauptstadt Pjöngjang spontane Freudenfeiern ausgelöst habe.

Die USA, Südkorea, Japan und andere Staaten gingen jedoch davon aus, dass unter dem Deckmantel eines Satellitenstarts eine Interkontinentalrakete getestet werden sollte, die die USA erreichen könnte. Eine solche Rakete ist das wichtigste Trägermittel für atomare Sprengköpfe.

Scharfe Kritik

Die USA verurteilten die Raketenstarts scharf. «Die internationale Gemeinschaft muss zusammenarbeiten und an Nordkorea eine klare Botschaft senden, dass diese Verstösse von Resolutionen des UNO-Sicherheitsrats Konsequenzen haben», sagte ein Sprecher des Präsidenten.

Selbst China als einziger enger Verbündeter Nordkoreas bezeichnete den Raktenstart als «bedauerlich»: Dieser sei «entgegen der erheblichen Besorgnis der internationalen Gemeinschaft» vorgenommen worden, hiess es im Aussenministerium in Peking. Die Antwort des Sicherheitsrats sollte aber vorsichtig und moderat sein.

Russland erklärte, der Test werde «negative Auswirkungen» auf die Situation in der Region haben. Japan verurteilte den Raketenstart als «nicht tolerierbar». Die von Nordkorea als Satellit bezeichnete Rakete sei nach ihrem Start über die japanische Insel Okinawa hinweggeflogen, erklärte die Regierung in Tokio.

Noch am Mittwoch wollte sich der UNO-Sicherheitsrat in New York mit dem Test befassen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Raketentest als «provokativen Akt». Die Europäische Union prüft nach Angaben ihrer Aussenbeauftragten Catherine Ashton neue Sanktionen gegen das bereits weithin isolierte Land.

Erfolgreicher Start

Nach ersten Einschätzungen Südkoreas und der USA verlief der Start der nordkoreanischen Rakete erfolgreich. Die Streitkräfte beider Länder gingen davon aus, dass ein auf die Rakete geladenes Objekt eine Erdumlaufbahn erreicht habe, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mit.

Den Angaben zufolge fiel die erste Stufe der Rakete in einer Höhe von 98 Kilometern vor der Westküste der koreanischen Halbinsel ins Wasser. Die zweite Stufe sei rund 2600 Kilometer vom Startort an der Westküste entfernt östlich der Philippinen ins Meer gestürzt.

Gedenken an Kim Jong-Il

Der Raketenstart fällt mit den Gedenkfeiern zum ersten Todestag von Kim Jong-Il am 17. Dezember zusammen. Sein noch nicht 30-jähriger Sohn Kim Jong-Un war kurz nach dem Tod des langjährigen Alleinherrschers zum neuen obersten Führer des Landes ausgerufen worden. Nach Meinung von Beobachtern will Kim Jong-Un Stärke demonstrieren.

Zudem käme das Regime mit einem erfolgreichen Raketenstart seinem Anliegen näher, atomwaffenfähige Raketen zu bauen. Im Oktober hatte Nordkorea erklärt, eigene Raketen könnten die USA erreichen. Noch im April erlebte das Regime mit einer Unha-3-Rakete ein Fiasko. Die Rakete war kurz nach dem Start explodiert. Das Land unternahm 2006 und 2009 Atomtests.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Chv am 12.12.2012 06:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Friede

    Warum können die Menschen nicht aufeinander zu gehen. Ist das so schwer ?

  • stefan lüthi am 12.12.2012 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Von wegen

    liber die USA haben nuklearwaffen als irgend ein instabiles land

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  • Sandra am 12.12.2012 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Und andere Länder?

    Amerika testet eine neue Rakete und niemand sagt was? Klar, Nordkorea ist nicht gerade für seine Menschenrechte und Offenheit bekannt. Doch das immer diejenigen ausrufen, welche selber am meisten Waffen haben finde ich etwas sehr komisch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Texaner am 12.12.2012 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nicht?

    Warum solche Aufregung? Die anderen, vorallem die USA, machen es auch.Ausserdem Amerikaner besitzen allmächtiger Raketenabwehrschild...warum sind sie dann sooooo nervös?

  • Petra am 12.12.2012 10:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie Du mir

    Andere dürfen, sie nicht! Hallo. ...

  • Sandra am 12.12.2012 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Und andere Länder?

    Amerika testet eine neue Rakete und niemand sagt was? Klar, Nordkorea ist nicht gerade für seine Menschenrechte und Offenheit bekannt. Doch das immer diejenigen ausrufen, welche selber am meisten Waffen haben finde ich etwas sehr komisch.

    • Marco am 12.12.2012 11:01 Report Diesen Beitrag melden

      Ganz klar!

      Korea hat halt auch keinen Friedensnobelpreisträger als Presidenten ;-)

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  • Trauriger Leser am 12.12.2012 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Zeitpunkt

    Nordkorea will wohl unbedingt, dass bei den kommenden Wahlen Ende Dezember die Konservativen unter Frau Park die Präsidentschaft in Südkorea übernehmen. So geht die Annäherungspolitik des ehemaligen südkoreanischen Präsidenten Kim den Bach runter! Schade!

  • Mr. Chi am 12.12.2012 09:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fair

    Warum sollte Nordkorea diese Raketen nicht bauen dürfen wenn der Rest der Welt auch solche besitzt ?!

    • Dennis am 12.12.2012 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Stimmt ned

      Du kennst nordkorea nicht

    • Pit Rorschach am 12.12.2012 13:14 Report Diesen Beitrag melden

      Liebe und Böse

      Weil der Rest der Welt die Lieben und Nordkorea die bösen sind - sagt der Rest der Welt.

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