Affäre Petraeus

14. November 2012 00:43; Akt: 14.11.2012 10:41 Print

E-Mails zwischen Allen und Kelley nur «kokett»

Der E-Mail-Verkehr zwischen US-General John Allen und Jill Kelley liefert keine Hinweise auf eine Affäre. Zu diesem Schluss kommen erste Ermittlungen. Allen war im Soge des zurückgetretenen CIA-Chefs in Bedrängnis gekommen.

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CIA-Direktor David Petraeus hat wegen einer ausserehelichen Affäre überraschend seinen Rücktritt erklärt. Der Grund: Seine Co-Biographin Paula Broadwell, die ihn in Afghanistan besuchte, als er noch General war. Die Beziehung war eng zwischen den beiden. Broadwell, die auch Reserveoffizierin der US-Streikräfte ist, hat detailliert Petraeus' Leben unter die Lupe genommen. «Nach über 37 Ehejahren habe ich ein extrem schlechtes Urteilsvermögen gezeigt, indem ich eine aussereheliche Beziehung unterhielt», schrieb Petraeus in einem Brief an seine Mitarbeiter. Paula Broadwell, die ebenfalls eine militärische Ausbildung genossen hatte, gab Petraeus' Biographie «All In» heraus. Ihr Buch wurde als einseitig kritisiert. In «The Daily Show» fasste Jon Stewart Broadwells Buch mit den Worten zusammen (siehe Video unten): «Ich würde sagen, die echte Kontroverse in dem Buch ist: Ist er (Petraeus) grossartig oder unglaublich grossartig?» Das ist Petraeus Ehefrau Holly. Er lernte sie in der Militärakademie kennen. Mit ihr ist er seit 37 Jahren verheiratet und hat ... ... zwei Kinder (hier auf dem Bild). Und das ist Paula Broadwells Mann, Dr. Scott Broadwell, ein Radiologe. Das Ehepaar hat zwei Söhne. Paula beschreibt sich selber als richtig «soccer mom», eine leidenschaftliche Mutter. Hier wird Petraeus - in Anwesenheit von Holly und Vizepräsident Joe Biden 2011 CIA-Direktor. Die Hände des Ehepaars Petraeus auf der Bibel. Und hier sind alle vereint, doch da ahnte Holly (wahrscheinlich) noch nichts von einer Affäre ihres Mannes mit Paula Broadwell (die zweite von rechts in der vordersten Reihe). Der Anlass war ein Hearing zu seiner CIA-Nomination im Juni 2011. Kann dieser Blick ... ... lügen? Bei der CIA gibt es keinen klaren Verhaltenskodex, der für einen solchen Fall wie eine Affäre einen Rücktritt vorsieht. So wurde in Sicherheitskreisen darauf hingewiesen, dass vergleichbare Fälle in der Vergangenheit beim Geheimdienst meist diskret im Hintergrund geklärt worden seien. Licht ins Dunkel soll nun der Kongress bringen. Neben der ausserehelichen Liasion hat der Rücktritt von Petraeus wohl auch andere Gründe: Die Umstände des Skandals beim mächtigen US-Geheimdienst liegen weitgehend im Dunkeln. Drängende Fragen stellen sich vor allem zu den Zuständen an der Spitze der CIA. US-Medienberichten zufolge kam die Affäre durch die Analyse eines Computers von Petraeus ans Licht.Demnach begann die Bundespolizei FBI mit Untersuchungen, nachdem sich eine bislang unbekannte Frau - später stellte sich heraus, dass es sich um eine Aussenministerium-Mitarbeiterin namens Jill Kelley handelt - über E-Mails der mutmasslichen Geliebten von Petraeus, Paula Broadwell, beschwert hatte. Laut «New York Times» und «Washington Post» soll Broadwell die Frau in den E-Mails beschimpft haben, weil sie diese als Bedrohung für ihre Beziehung zu Petraeus empfunden habe. Alles begann offenbar mit einem Eifersuchtsdrama. So schickte Broadwell Droh-Mails an Jill Kelley, die angeblich eine freundschaftliche Beziehung zu Petraeus unterhielt (zweite von rechts, neben Holly Petraeus stehend). Die 37-jährige Kelley ist eine Mitarbeiterin des Aussenministeriums in Florida. Kelley arbeitet als Kontaktperson zwischen dem Ministerium und einer Kommando-Einrichtung der US-Streitkräfte. Von den Mails belästigt, informierte sie das FBI. Das FBI entdeckte auch, dass sich Broadwell anscheinend im Besitz von geheimen Dokumenten befand. Die an der Untersuchung beteiligten Beamten seien aber offenbar zu dem Schluss gekommen, dass die Papiere wahrscheinlich nicht von Petraeus stammten und die Sicherheit nicht gefährdet gewesen sei. Trotzdem hat das FBI am 12.11.12 Broadwells Haus in Charlotte in North Carolina durchsucht. Die amerikanische Bundespolizei suchte nach heiklen Dossiers, die in die Hände der Ex-Geliebten Broadwell hätten gelangen können. Unterdessen wird auch gegen Afghanistan-Kommandeur John Allen ermittelt. Er soll eine nicht «angemessene Kommunikation» mit Jill Kelley unterhalten haben, die im Zentrum der Petraeus-Affäre steht. Kelley gilt als Auslöser der Petraeus-Affäre. Sie war eine enge Freundin der Familie des Ex-CIA-Chefs und soll Droh-E-Mails von dessen Ex-Geliebter Paula Broadwell erhalten haben. Der Rücktritt des CIA-Chefs am 9.11.12 hatte Washington und die Nation geschockt. Der über Parteigrenzen hinweg als Kriegsheld gefeierte Petraeus galt als ein Mann der Disziplin und Geradlinigkeit. Er war auch ein Hauptakteur der Regierung im Anti- Terror-Kampf, bei dem die CIA eine zunehmend aktive Rolle übernommen hat.

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Eine erste Untersuchung des E-Mail- Verkehrs zwischen dem unter Druck geratenen US-Oberkommandierenden in Afghanistan, John Allen, und Jill Kelley, einer Freundin des zurückgetretenen CIA-Chefs David Petraeus, liefert offenbar keine Hinweise auf eine Affäre.

Der Inhalt der ausgetauschten Nachrichten sei weder sexuell freizügig noch verführerisch gewesen, sagte ein Behördenvertreter am Dienstagabend der Nachrichtenagentur AP. Die Ermittler hätten die E-Mails zwischen Allen und der aus dem US-Staat Florida stammenden Jill Kelley beim Lesen als relativ harmlos eingestuft. Allerdings könnten sie als unprofessionell und kokett interpretiert werden, hiess es weiter.

30 000 Seiten E-Mails

Nach dem Rücktritt des CIA-Chefs David Petraeus war Allen in den Sog der Affäre geraten. Laut US-Berichten soll es sich um E-Mails in einem Umfang von 20 000 bis 30 000 Seiten handeln, die zwischen 2010 und 2012 verschickt wurden.

Die 37-jährige Kelley hatte die Ermittlungen gegen Petraeus ins Rollen gebracht, nachdem sie sich wegen mutmasslicher Drohmails von dessen Ex-Geliebter und Biografin Paula Broadwell an das FBI gewandt hatte.

Allen bleibt auf seinem Posten

Allen wies den Vorwurf eines Fehltritts zurück. Wenn sich aber herausstellen sollte, dass der General eine Affäre mit Kelley gehabt hat, könnte er gemäss US-Militärrecht wegen Ehebruchs angeklagt werden. Er hatte Petraeus im Juli 2011 in diesem Amt abgelöst. Allen bleibe während der Ermittlungen auf seinem Posten, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta. Seine Nominierung als Oberkommandierender der US-Streitkräfte in Europa und der NATO-Truppen in Europa sei aber bis zur Klärung der Fakten auf Eis gelegt.

Petraeus seinerseits soll vor einem Senatsausschuss über den tödlichen Angriff von Terroristen auf das US-Konsulat im libyschen Bengasi aussagen. Das berichtete der TV-Sender CNN nach einer Sitzung des Geheimdienstausschusses am Dienstag. Unklar sei, wann die Anhörung stattfinden solle.

(bee/sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lars Rutschmann am 14.11.2012 09:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seiten?

    Seit wann verschickt man Emails in Seiten?!

  • Paul am 14.11.2012 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Rechnet doch mal aus wieviele Mails das pro Tag sind! Hat er noch was anderes daneben getan?

    • Ami am 14.11.2012 10:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Seiten =/= emails

      Reply mit "quote original message", dann kann man so ca die wurzel davon ziehen und hat etwa 150-200 emails... Realistischer.

    • Mike L. am 14.11.2012 11:12 Report Diesen Beitrag melden

      Rechnung

      ca 50 Mails pro tag? (3 Jahre = ca 1000 Tage, durchschn. 25'000 seiten / 1000 = 25 seiten pro tag). Bei mir ist eine Email vielleicht im schnitt eine viertel seite. also 100 Mails pro tag, bzw bei 2 involvierten personen ca 50 mails pro tag pro person.

    einklappen einklappen
  • Postmaster am 14.11.2012 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    WTF????

    20000-30000 Seiten Emails??? Hallo? Ich glaub ich hab im ganzen Leben vielleicht 20000 Seiten Emails geschrieben... Und ich nutze Email seit fast 20 Jahren beruflich! Da stinkt doch was gewaltig...