US-Geheimdienst

09. Juli 2013 20:23; Akt: 09.07.2013 20:32 Print

NSA interessiert sich für Energie in Südamerika

US-Whistleblower Edward Snowden soll der brasilianischen Zeitung «O Globo» brisante Dokumente zugespielt haben. Diese enthüllen, dass sich die NSA-Spähangriffe in Lateinamerika vor allem auf Energiefragen konzentriert haben.

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Die Affäre Edward Snowden hält mehrere Länder auf Trab: Am 7. November wurde der britische Geheimdienst vor dem Ausschuss angehört. Dabei wurde Snowden harsch kritisiert. Die Al-Kaida sauge die von ihm publizierten Informationen geradezu auf. Am traf sich der deutsche Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele (Grüne) mit Edward Snowden. Bei dem dreistündigen Treffen, das an einem geheimen Ort stattfand, überreichte der Whistleblower dem Politiker einen Brief für Angela Merkel und die deutsche Regierung. Er wolle bei der Aufklärung der NSA-Spähaffäre helfen. Anfang November forderte die frühere Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, dass die Schweiz den ehemaligen Geheimdienstler aufnimmt - als politischen Flüchtling. Ein Bild, das am 31. Oktober 2013 aufgetaucht ist, zeigt Edward Snowden auf einem Ausflugsschiff auf der Moskwa inmitten der russischen Hauptstadt. Das Bild soll im September aufgenommen worden sein und war der russischen Nachrichtenseite Life News offenbar 100'000 Rubel (2800 Franken) wert. Schon ein paar Wochen früher hat das russische Online-Portal «Life News» den ersten Schnappschuss des ehemaligen amerikanischen Geheimdienstmitarbeiters in seinem Moskauer Exil veröffentlicht. Mit einem Lächeln in die Freiheit: Der 30-jährige Whistleblower Edward Snowden hat am nach über sechs Wochen der Ungewissheit den Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo verlassen. Snowden darf zunächst für ein Jahr in Russland bleiben. Sein Anwalt Anatoli Kutscherena präsentierte ein Dokument, das dem Whistleblower erlaubt, den Moskauer Flughafen zu verlassen. Das freut auch Ex-Spionin 00-Sex, Anna Chapman, die Snowden auf Twitter einen Heiratsantrag machte. Am ist der Transitbereich im Flughafen Scheremetjewo für Snowden keine Einbahnstrasse und keine Sackgasse mehr: Der Whistleblower hat Papiere erhalten, die es ihm erlauben in Russland einzureisen. Damit ist der Weg für ihn frei: Er darf den Transitbereich verlassen und in Russland einreisen. Am hatte Snowden im Beisein von Menschenrechtsaktivistinnen bekanntgegeben, dass er ein Asylgesuch in Russland stellen wird. Snowden hatte das Gesuch ... ... auf einen einfachen Fresszettel gekritzelt. Der prominente russische Anwalt Anatoli Kutscherena informiert am die Medien, dass Snowden seinen Antrag auf politisches Asyl in Russland unterschrieben habe. Am schien noch klar, dass sich Snowden nach Venezuela absetzen möchte. Die so lautende Twitter-Nachricht des russischen Politikers Alexej Puschkow erwies sich aber als verfrüht. Weil Boliviens Präsident Evo Morales angedeutet hat, er würde Asyl für Snowden in Erwägung ziehen, wurde sein Flieger in der in Österreich kurzerhand zur Landung gezwungen. Snowden befand sich allerdings nicht an Bord. Morales war auf dem Weg von Russland nach Bolivien. Morales nutzte die Gelegenheit und traf sich mit dem österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer vor dem Weiterflug. Gemäss Wikileaks hätte Snowden in insgesamt beantragt. Namentlich aufgeführt waren neben der Schweiz 18 andere Länder: Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Irland, Holland, Norwegen, Polen, Russland, Spanien, Bolivien, Brasilien, China, Kuba, Indien, Nicaragua und Venezuela. Viele Länder lehnten aus formalen Gründen ab: Um ein Gesuch zu stellen, müsste sich Snowden auf dem entsprechenden Staatsgebiet oder an der Grenze befinden. Asyl in Russland schien im Bereich des Möglichen. Putin selber sagte: «Wenn er hierbleiben möchte, gibt es eine Bedingung: , die darauf gerichtet ist, unseren amerikanischen Partnern Schaden zuzufügen - so merkwürdig sich das aus meinem Mund auch anhören mag.» Die Bedingungen akzeptierte Snowden nicht und zog seinen Antrag zurück. Seinen ersten - erfolglosen - Asylantrag stellte Snowden in . Das südamerikanische Land gewährte bereits dem australischen Wikileaks-Pionier Julian Assange Zuflucht vor der englischen Justiz. Als Snowden am , danach sass er im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo fest. Am hat Snowden Hongkong verlassen in Richtung Moskau. Er hat sich nach Angaben der Regierung in Hongkong in ein «Drittland» abgesetzt. Zuvor hatten die USA bestätigt, Hongkong wegen einer Auslieferung Snowdens kontaktiert zu haben. Die «Washington Post» berichtete unter Berufung auf Experten, . Ein Auslieferungsgesuch stellte die USA an Russland. Nach ein paar Tagen Funkstille meldete sich Snowden am 13. Juni in einem Interview mit der «South China Morning Post» wieder zu Wort. Er habe vor, . Ausserdem verriet er neue Details: Die USA sollen seit 2009 Computer in China und Hongkong hacken. Snowden war zuerst . Die frühere britische Kronkolonie gehört zu China, ist aber eine Sonderverwaltungszone und hat ein Auslieferungsabkommen mit den USA. (Im Bild: das US-Konsulat in Hongkong) Snowden outete sich am 6. Juni 2013 in der (im Bild: Journalist Glenn Greenwald). Snowdens Identität sei auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin publik gemacht worden, schreibt der «Guardian». «Ich habe nicht die Absicht, mich zu verstecken, weil ich weiss, dass ich nichts Falsches getan habe», wird Snowden zitiert. Sein einziges Motiv sei es gewesen, die «Öffentlichkeit darüber zu informieren, was in ihrem Namen» geschehe. In der UNO-Mission der USA in Genf, wo auch die CIA untergebracht ist, arbeitete Edward Snowden von 2007 bis 2009. Über seine Zeit in der Schweiz . Edward Snowden kam wo er für die CIA tätig war und Zugang zu geheimem Material hatte. Dort habe er als Angestellter im Bereich IT-Sicherheit zum ersten Mal das Verlangen verspürt, an die Öffentlichkeit zu bringen, was er über das NSA-Programm der Internet-Überwachung wusste. Snowden wohnte laut «Guardian» zuletzt mit seiner Freundin in diesem Haus auf wo er auch die letzten Geheimdokumente kopierte und weitergab. Danach habe er seinen Vorgesetzten mitgeteilt, dass er für einige Wochen wegfahren müsse, um sich wegen Epilepsie behandeln zu lassen, hiess es. Er bereut nichts: Der junge Techniker steckt hinter den Enthüllungen über den gigantischen Überwachungsapparat der USA. Die US-Geheimdienste erfassen täglich Millionen Telefondaten und durchforsten grossflächig das Internet nach Terrorverdächtigen.

Der Whistleblower Edward Snowden ist für viele neue Erkentnisse über die Arbeitsweise amerikanischer Geheimdienste verantwortlich.

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Der US-Geheimdienst NSA späht einem Medienbericht zufolge auch in Lateinamerika grossflächig E-Mails und Telefonate aus. Dabei konzentriert sich die NSA nicht nur auf terroristische Bedrohungen oder politische Entwicklungen, sondern vor allem auch auf die Themen Energie und Erdöl, wie die brasilianische Zeitung «O Globo» am Dienstag berichtete. Das Blatt berief sich auf Dokumente, die es nach eigenen Angaben vom US-Whistleblower Edward Snowden zugespielt bekommen hat. Der in Brasilien lebende US-Journalist Glenn Greenwald, der als erster die Snowden-Enthüllungen veröffentlichte, schrieb an dem Artikel mit.

«O Globo» zufolge deuten die Dokumente darauf hin, dass der US-Geheimdienst in Mexiko Informationen über Energie und in Venezuela über Öl sammelt. Welche Informationen das genau sein sollen oder welche Unternehmen abgehört wurden, ging aus dem Bericht nicht hervor.

NSA sucht vor allem Metadaten

In Kolumbien, dem wichtigsten US-Verbündeten in der Region, sowie in Mexiko und Brasilien seien in den vergangenen Jahren die grössten Datensätze gesammelt worden, hiess es in dem Bericht weiter.

Snowdens bisherige Enthüllungen weisen darauf hin, dass die NSA bei den Abhöraktionen weniger nach Inhalten sucht, sondern vor allem Metadaten sammelt, also Informationen darüber, wer mit wem wann telefoniert und von wo aus Gespräche geführt wurden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • name am 09.07.2013 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich verstehe

    die Aufruhr um Snowden nicht. Es ist doch nichts Neues dass bespitzelt wird. Ich denke andere Staaten sind diesbezüglich gleich. Irgendwie ist er sogar ein Landersverräter.

    einklappen einklappen
  • MTO am 09.07.2013 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es muss Strafen geben

    Das war doch klar, dass da nicht nur der Terrorismus abgehört wurde! Blöd ist nur, wenn es auskommt. Wenn natürlich Forschungen in der Technik, Chemie und Gesundheit abgehört wird, ist das ein krimineller Akt und muss hart bestraft werden, sowie eine lückenlose Aufklärung!

  • Walter am 09.07.2013 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    NSA sucht vor allem Metadaten?

    "NSA sucht vor allem Metadaten?". Man darf noch an der offiziellen Prämisse festhalten, denn es wäre ja "unenthisch und falsch", wenn die USA nach Inhalten von eMails suchen würde, die den lukrativen Ölsektor betreffen! Ernsthaft, wer glaubt eine solche Behauptung noch, nach allem was bereits bekannt wurde? Die Geschichte um die Enthüllungen von Snowden ist um eine bunte Episode reicher.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Walter am 09.07.2013 23:03 Report Diesen Beitrag melden

    NSA sucht vor allem Metadaten?

    "NSA sucht vor allem Metadaten?". Man darf noch an der offiziellen Prämisse festhalten, denn es wäre ja "unenthisch und falsch", wenn die USA nach Inhalten von eMails suchen würde, die den lukrativen Ölsektor betreffen! Ernsthaft, wer glaubt eine solche Behauptung noch, nach allem was bereits bekannt wurde? Die Geschichte um die Enthüllungen von Snowden ist um eine bunte Episode reicher.

  • name am 09.07.2013 22:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich verstehe

    die Aufruhr um Snowden nicht. Es ist doch nichts Neues dass bespitzelt wird. Ich denke andere Staaten sind diesbezüglich gleich. Irgendwie ist er sogar ein Landersverräter.

    • effe am 10.07.2013 10:12 Report Diesen Beitrag melden

      @name

      nein. Andere Länder machen das nicht in diesem Ausmass. War Schindler oder Stauffenberg auch ein Landesverräter??

    einklappen einklappen
  • MTO am 09.07.2013 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es muss Strafen geben

    Das war doch klar, dass da nicht nur der Terrorismus abgehört wurde! Blöd ist nur, wenn es auskommt. Wenn natürlich Forschungen in der Technik, Chemie und Gesundheit abgehört wird, ist das ein krimineller Akt und muss hart bestraft werden, sowie eine lückenlose Aufklärung!

  • Nsa am 09.07.2013 21:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weltpolizei-Weltwährung-Weltreligion

    Wacht bitte bitte bitte endlich auf und schnallt endlich was da hinter dem grossem Teich los ist.