Snowden-Dokumente

11. Juli 2013 22:32; Akt: 11.07.2013 22:44 Print

Microsoft half NSA mit Outlook-Online

Gemäss dem britischen Guardian half Microsoft der NSA bei der Umgehung der Verschlüsselung von Nutzerdaten. Microsoft betont, dies sei nur in Einzelfällen und mit gesetzlichen Grundlagen geschehen.

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Microsoft hätte der NSA geholfen, die Verschlüsselung von Nutzerdaten in ihrem E-Mail-Dienst Outlook zu umgehen. (Bild: www.outlook.com)

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Der Software-Riese Microsoft hat laut einem «Guardian«-Bericht dem US-Geheimdienst NSA geholfen, die Verschlüsselung von Daten durch Nutzer seiner Dienste zu umgehen. Microsoft habe dies vor dem Start des neuen Web-Mail-Portals Outlook.com sichergestellt, berichtete die britische Zeitung am Donnerstag.

Dadurch habe die NSA stets auf die Informationen zugreifen können, schrieb der «Guardian» weiter.

Microsoft: «Nur Einzelfälle»

Der Windows-Konzern betonte in einer Stellungnahme, er kooperiere mit den Behörden nur in den Fällen, in denen dies per Gesetz vorgeschrieben sei. Es handele sich nicht um einen flächendeckenden Zugriff, sondern stets nur um Einzelfälle, wiederholte Microsoft.

Der Bericht basiert erneut auf Unterlagen des Informanten Edward Snowden, der bei der NSA gearbeitet hatte. In einem internen Schreiben heisst es demnach, die Behörde habe über das Überwachungsprogramm «Prism» Zugriff auf E-Mails bei den Microsoft-Diensten Hotmail, Live und Outlook.com, bevor sie verschlüsselt werden.

Ausserdem habe Microsoft daran gearbeitet, der US-Bundespolizei FBI den Zugang zu Daten in dem Online-Speicherdienst SkyDrive zu erleichtern. Der Internet-Telefoniedienst Skype sei an «Prism» Anfang 2011 noch vor seiner Übernahme durch Microsoft angeschlossen worden, heisst es weiter.

Microsoft würde gerne «offener reden»

Microsoft betonte in einer Reaktion beim «Guardian», man sei verpflichtet, den Behörden Möglichkeiten für den Zugang zu Informationen zu gewähren. Das Unternehmen würde darüber gern offener reden können und setze sich deshalb für mehr Transparenz ein.

Die Internet-Unternehmen hatten zuletzt stets bestritten, den US-Behörden direkten Zugang zu ihren Servern zu gewähren. Snowden betont hingegen, die NSA könne nach Belieben auf Informationen zugreifen.

(sda)