Spionage-Skandal

31. Oktober 2013 08:10; Akt: 31.10.2013 17:00 Print

So drang die NSA ins Google-Netzwerk ein

Im Abhörskandal sorgen neue Enthüllungen für Wirbel. Die NSA verschafft sich heimlich Zugriff auf die internen Netzwerke der US-Internetkonzerne Google und Yahoo.

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Edward Snowden reichte am 9. Juli 2014 einen Antrag auf Asyl-Verlängerung in Russland ein. Am 1. August wurde sein Asyl um weitere drei Jahre verlängert. Die durch Snowdens Enthüllungen losgetretene Überwachungs-Affäre ist noch immer in vollem Gange: Am 2. Juli 2014 sagte der ehemalige NSA-Mitarbeiter Thomas Drake im Geheimdienstausschuss des deutschen Bundestages aus. Laut Drake hat der deutsche Geheimdienst den USA Daten für ihre Drohnen geliefert. Am 27. Dezember befanden US-Bundesrichter das massive Abschöpfen von Telefondaten von Millionen von Amerikanern durch den Geheimdienst NSA für legal. Am forderte eine Expertengruppe Barack Obama auf, die Arbeit der NSA zu beschränken. Am 2. November 2013 berichtete der «Guardian», dass mehrere Geheimdienste in Europa angeblich bei der Entwicklung von Spionage-Technik mit dem britischen Geheimdienst zusammengearbeitet haben sollen. Das sollen Snowden-Dokumente zeigen. Am . Darin bietet der Whistleblower Deutschland bei der Aufklärung der NSA-Affäre seine Hilfe an. Ströbele (r.) hatte Snowden am 31. Oktober in Moskau an einem geheimen Ort besucht. Diese Skizze aus einer internen NSA-Präsentation, veröffentlicht am von der «Washington Post», zeigt, wie die Google-Cloud aufgebaut ist. Am wurde bekannt, dass die NSA zwischen dem 10. Dezember 2012 und dem 8. Januar 2013 auch den Vatikan abgehört hatte. Seit 2005 sei zudem Jorge Bergolio im Visier des Geheimdienstes gewesen. Auch habe der Geheimdienst massenhaft Mails von Google und Yahoo abgegriffen. Am der Vorwürfe an. Am haben soll. Die Abhörungen wurden laut der US-Webseite Cryptome vom 10. 12. 2012 bis am 8. 1. 2013 durchgeführt. (Bild: US-Aussenminister John Kerry und Italiens Premierminister Enrico Letta) Am hat. Die Telefonnummern und Ortsangaben von mehr als 60,5 Millionen Telefonaten seien zwischen Dezember 2012 und Januar 2013 bespitzelt worden. Die Madrid bestellte umgehend den US-Botschafter James Costos ein. Spaniens Regierungschef Mariano Rajoy (Bild) hatte noch zwei Tage zuvor erklärt, ihm liege kein Beweis für eine US-Spionage in Spanien vor. Als Reaktion auf die Bespitzelung durch den US-Geheimdienst wollen Frankreichs Staatspräsident François Hollande und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel am Rande des EU-Gipfels vom . Ende Oktober wird bekannt, dass der US-Geheimdienst sogar . Diese rief darauf ihren amerikanischen Amtskollegen Barack Obama an und las ihm die Leviten. Ihr Nokia hatte sie im Juli 2013 durch ein «abhörsicheres» Blackberry ersetzt. Als Reaktion auf die Snowden-Enthüllung, dass die USA französische Telefone abhörten, bestellt belauscht haben. «Guardian»-Journalist Glenn Greenwald gab am zu enthüllen. Am 8. August schloss Ledar Levison seinen überwachungssicheren E-Mail-Betrieb Lavabit. Das FBI wollte verfiel, packte Levison aus und erzählte, mit welchen Mitteln die Behörden gegen ihn vorgingen. Im und ihren Mitarbeitern überwacht. Zudem sollen Unternehmen wie der Ölkonzern Petrobras und Millionen brasilianischer Bürger ausgespäht worden sein. Verärgert verschob Rousseff einen für Oktober geplanten Staatsbesuch in den USA auf unbestimmte Zeit. Ebenfalls im September erfuhr die Öffentlichkeit, dass es einer NSA-Spezialabteilung gelungen ist, in das E-Mail-Konto des damaligen mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón einzudringen. Zudem soll die NSA auch Calderóns Nachfolger (Bild) ihn während des Wahlkampfs 2012 ausgespäht haben. Am . Neuste Enthüllung aus dem Datenmaterial von Edward Snowden: Der Spiegel berichtet am in Washington, New York und Brüssel unter anderem Wanzen installiert und interne Computernetzwerke infiltriert haben soll,. Neuste Enthüllung aus dem Datenmaterial von Edward Snowden: Wie der «Guardian» am . Betroffen sind Firmen wie Google, Yahoo und Microsoft. Gleichentags gab die Zeitung bekannt, dass sie aufgrund des grossen Drucks seitens der britischen Regierung die brisanten Daten von Edward Snowden wird. Am (l.), der die Snowden-Daten bearbeitet. Mirandas elektronischen Geräte wie Mobiltelefon, Laptop, Kamera, Speicherkarten, DVDs und Spielekonsolen wurden beschlagnahmt. Kurz darauf gab der Chefredaktor des worden sei. Um einer Klage von der Regierung zu entgehen, musste er einwilligen, dass Festplatten der Redaktion zerstört wurden - unter Aufsicht von Agenten des Government Communications Headquarters. «Die Methoden der NSA haben nichts mehr mit dem Rechtsstaat zu tun, den wir geschaffen haben», sagt der . Er sitzt im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten und Justiz, der bis Ende Jahr einen Bericht zu den Enthüllungen von Whistleblower Edward Snowden verfassen wird. Wie sich die Affäre Snowden in den vergangenen Wochen entwickelt hat, sehen Sie auf den folgenden Bildern. Mit einem Lächeln in die Freiheit: Der 30-jährige Whistleblower Edward Snowden hat am nach über sechs Wochen der Ungewissheit den Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo verlassen. Snowden darf zunächst für ein Jahr in Russland bleiben. Sein Anwalt Anatoli Kutscherena präsentierte ein Dokument, das dem Whistleblower erlaubt, den Moskauer Flughafen zu verlassen. Das freut auch Ex-Spionin 00-Sex Anna Chapman, die Snowden auf Twitter einen Heiratsantrag machte. Am ist der Transitbereich im Flughafen Scheremetjewo für Ed Snowden keine Einbahnstrasse und keine Sackgasse mehr: Der Whistleblower hat Papiere erhalten, die es ihm erlauben in Russland einzureisen. Damit ist der Weg für ihn frei: Er darf den Transitbereich verlassen und in Russland einreisen. Am hatte Snowden im Beisein von Menschenrechtsaktivistinnen bekanntgegeben, dass er ein Asylgesuch in Russland stelle. Snowden hatte das Gesuch ... ... auf einen einfachen Fresszettel gekritzelt. Der prominente russische Anwalt Anatoli Kutscherena informiert am die Medien, dass Snowden seinen Antrag auf politisches Asyl in Russland unterschrieben habe. Am schien klar, dass sich Snowden nach Venezuela absetzen möchte. Die so lautende Twitter-Nachricht des russischen Politikers Alexej Puschkow erwies sich aber als verfrüht. Weil Boliviens Präsident Evo Morales angedeutet hat, er würde Asyl für Snowden in Erwägung ziehen, wurde sein Flieger in der in Österreich kurzerhand zur Landung gezwungen. Snowden befand sich allerdings nicht an Bord. Morales war auf dem Weg von Russland nach Bolivien. Morales nutzte die Gelegenheit und traf sich mit dem Österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer vor dem Weiterflug. Gemäss Wikileaks hätte Snowden in insgesamt beantragt. Namentlich aufgeführt waren neben der Schweiz 18 andere Länder: Österreich, Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Irland, Holland, Norwegen, Polen, Russland, Spanien, Bolivien, Brasilien, China, Kuba, Indien, Nicaragua und Venezuela. Viele Länder lehnten aus formalen Gründen ab: Um ein Gesuch zu stellen, müsste sich Snowden auf dem Entsprechenden Staatsgebiet oder an der Grenze befinden. Asyl in Russland schien im Bereich des Möglichen. Putin selber sagte: «Wenn er hierbleiben möchte, gibt es eine Bedingung: , die darauf gerichtet ist, unseren amerikanischen Partnern Schaden zuzufügen - so merkwürdig sich das aus meinem Mund auch anhören mag». Die Bedingungen akzeptierte Snowden nicht und zog seinen Antrag zurück. Seinen ersten - erfolglosen - Asylantrag stellte Snowden in . Das südamerikanische Land gewährte bereits dem australischen Wikileaks-Pionier Julian Assange Zuflucht vor der englischen Justiz. Als Snowden am , seither sitzt er im Transitbereich des moskauer Flughafens Scheremetjewo fest. Am hat Snowden Hongkong verlassen in Richtung Moskau. Er hat sich nach Angaben der Regierung in Hongkong in ein «Drittland» abgesetzt. Zuvor hatten die USA bestätigt, Hongkong wegen einer Auslieferung Snowdens kontaktiert zu haben. Die «Washington Post» berichtete unter Berufung auf Experten, . Ein Auslieferungsgesuch stellte die USA an Russland. Nach ein paar Tagen Funkstille meldete sich Snowden am 13. Juni in einem Interview mit der «South China Morning Post» wieder zu Wort. Er habe vor, . Ausserdem verriet er neue Details: Die USA soll seit 2009 Computer in China und Hongkong hacken. Snowden war zuerst . Die frühere britische Kronkolonie gehört zu China, ist aber eine Sonderverwaltungszone und hat ein Auslieferungsabkommen mit den USA. (Im Bild: das US-Konsulat in Hongkong) Snowden outete sich am 6. Juni 2013 in der (im Bild: Journalist Glenn Greenwald). Snowdens Identität sei auf seinen ausdrücklichen Wunsch hin publik gemacht worden, schreibt der «Guardian». «Ich habe nicht die Absicht, mich zu verstecken, weil ich weiss, dass ich nichts Falsches getan habe», wird Snowden zitiert. Sein einziges Motiv sei es gewesen, die «Öffentlichkeit darüber zu informieren, was in ihrem Namen» geschehe. In der UN-Mission der USA in Genf, wo auch die CIA untergebracht ist, arbeitete Edward Snowden von 2007 bis 2009. Über seine Zeit in der Schweiz . Edward Snowden kam wo er für die CIA tätig war und Zugang zu klassifiziertem Material hatte. Dort habe er als Angestellter im Bereich IT-Sicherheit zum ersten Mal das Verlangen verspürt, an die Öffentlichkeit zu bringen, was er über das NSA-Programm der Internet-Überwachung wusste. Snowden wohnte laut «Guardian» zuletzt mit seiner Freundin in diesem Haus auf wo er auch die letzten Geheimdokumente kopierte und weitergab. Danach habe er seinen Vorgesetzten mitgeteilt, dass er für einige Wochen wegfahren müsse, um sich wegen Epilepsie behandeln zu lassen, hiess es. Er bereut nichts: Der junge Techniker steckt hinter den Enthüllungen über den gigantischen Überwachungsapparat der USA. Die US-Geheimdienste erfassen täglich Millionen Telefondaten und durchforsten grossflächig das Internet nach Terrorverdächtigen.

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Der US-Geheimdienst NSA hat sich laut einem Zeitungsbericht weltweit heimlich in die Leitungen von Rechenzentren der Internetanbieter Google und Yahoo eingeklinkt. Auf diese Weise sei die Spionagebehörde in der Lage, die Daten von Hunderten von Millionen Nutzerkonten abzufangen.

Das berichtete die «Washington Post» am Mittwoch unter Berufung auf Dokumente des Informanten Edward Snowden. Den NSA-Papieren vom 9. Januar dieses Jahres zufolge schicke die Behörde täglich Daten von internen Google- und Yahoo-Netzwerken in Datenzentren beim NSA-Hauptquartier. Eine Skizze aus einer internen NSA-Präsentation, die die Zeitung veröffentlicht hat, zeigt detailliert, wie die Google-Cloud funktioniert.

In den vorangehenden 30 Tagen seien damals mehr als 181 Millionen neue Aufzeichnungen registriert worden. Dabei habe es sich um Absender- und Empfängerdaten bis hin zu Inhalten wie Text, Tonaufnahmen und Videos gehandelt, schreibt die Zeitung.

Aggressives Werkzeug

Die NSA betreibe gemeinsam mit dem britischen GCHQ ein «ungewöhnlich aggressives» Werkzeug mit dem Namen «Muscular», das die Daten erschliesse. Es unterscheide sich von «Prism», einem vom Geheimgericht genehmigten Spähprogramm, das den US-Behörden direkten Zugang zur Internetkommunikation über verschiedene Anbieter ermögliche.

Es sei bislang nicht bekannt gewesen, dass die NSA auch routinemässig gegen US-Unternehmen vorgehe. Sie nutze dabei aus, auf Verbindungen zu Datenzentren ausserhalb der USA zuzugreifen, was juristisch einfacher sei. Google etwa betreibe sie in Irland, Finnland, Belgien, Chile oder Singapur.

NSA widerspricht

«Wir haben keinen Zugang zu Google-Servern, Yahoo-Servern und so weiter», sagte NSA-Chef Keith Alexander kurz nach Bekanntwerden des Berichts auf einer Internetsicherheits-Konferenz in Washington.

Die NSA besorge sich einen Gerichtsbeschluss. «Es sind auch nicht Millionen, es geht um Tausende. Und fast alle richten sich gegen Terrorismus und andere solche Dinge.»

Google ist «bekümmert»

Google reagierte mit scharfen Worten auf die Berichte. «Wir sind aufgebracht darüber, wie weit die Regierung scheinbar gegangen ist, um Daten aus unseren privaten Glasfaser-Netzwerken abzugreifen», erklärte Chefjurist David Drummond. «Und das unterstreicht die dringende Notwendigkeit einer Reform.»

Yahoo sprach in einer Reaktion davon, «strenge Protokolle» zum Schutz von Daten in den Rechenzentren zu haben. Man habe keiner staatlichen Behörde Zugang gegeben. Die NSA hingegen spricht in internen Präsentationen immer davon, Zugang zu haben. (Video: Reuters)

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurt Steiner am 31.10.2013 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Also wirklich

    Es braucht keine sensationellen Berichte mehr darüber, bei wem die NSA denn alles spioniert hat. Denn im Grunde genommen, sind das jedermann, jedes Land, jede Organisation, ALLE

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  • JW82 am 31.10.2013 03:10 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenzen?

    Reaktion der betroffenen Staaten und Personen? Null!

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  • Ein Asiate am 31.10.2013 03:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    China, Russland, Frankreich, Israel, Deutschland,

    Einige Geheimdienste machen mal was - Informationen aktiv und passiv sammeln - undbdie halbe naive Bevölkerung hüpft rum. Als ob die Chinesen, Russen, Israelis, Japaner, Franzosen, Deutschen und und es selber machen. US bashing, das liebste Hobby des Europäers. Wenn ihr mal mit den Chinesen zu tun habt, dann wird euch das Lachen schneller vergehen als ihr Demokratie sagen könntet. Als Süostasiate weiss ich wovon ich spreche Zum dumm für die USA und GB dass sie sich erwischen liessen. Früher oder später fliegen aufh dieba anderen auf. Dass Russland ein baltisches Land elektronisch angegriffen hatte und dass China am agressivsten Wirtschaftsspionage betreibt, wird hier ja gerne verdrängt. Übrigens, weleches chinesisches Unternehmen stattet die Swisscom und andere relevante Scherizer Betriebe mt IT Technik aus? Wer glaubt, dass da kein Hintertürchen vorhanden ist, der ist nur naiv und macht beide Augen zu...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Philosoph am 31.10.2013 10:46 Report Diesen Beitrag melden

    To big to save

    Zu gross um sicher zu sein

  • S.J. am 31.10.2013 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Booster

    Ist doch alles nur geCloud :-)

  • peter87 am 31.10.2013 10:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So drangen sie wirklich ein

    Dürfen wir eure Daten haben? Ja Danke

  • Lars A. am 31.10.2013 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    so, glaubt ihr jetzt endlich..

    an "Verschwörungstheorien"?!

  • Venty am 31.10.2013 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Captain Obvious schlaegt wieder zu!

    Das war doch von Anfang an klar, dass man seine Daten BEI SICH behalten soll! Warum tun denn jetzt alle so ueberrascht?