Assad im Interview

08. November 2012 13:27; Akt: 08.11.2012 16:01 Print

«Bei einer Intervention wird die Welt bezahlen»

Der syrische Machthaber Assad hat dem russischen TV-Sender RT ein exklusives Interview gewährt. Markige Sprüche und indirekte Drohungen inklusive.

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Präsident Assad macht im Interview deutlich, dass ein Angriff auf Syrien die Welt teuer zu stehen kommt. (Video: AP) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Lange hat er sich nicht zu Wort gemeldet, doch jetzt hat der syrische Machthaber Baschar Assad dem russischen Sender RT ein Interview gewährt. Dieses wird morgen Freitag, 9. November, ausgestrahlt. Einige Auszüge davon wurden aber bereits jetzt veröffentlicht.

Assad nimmt in dem Interview unter anderem Stellung zur Möglichkeit einer ausländischen Intervention im syrischen Bürgerkrieg: «Wir sind die letzte Bastion von Säkularismus, Stabilität und Koexistenz in der Region (Koexistenz unter den vielen Ethnien und Konfessionen in Syrien, Anm. d. Red.). Ein Angriff wird einen Dominoeffekt in der Region auslösen, der die ganze Welt vom Atlantik bis zum Pazifik erfassen wird. Die gesamte Welt würde in Mitleidenschaft gezogen.»

Weiter sagte Assad: «Ich bin keine Marionette des Westens.» Er werde nicht in ein «westliches oder irgendein anderes» Land gehen. «Ich bin Syrer. Ich bin in Syrien geboren, ich muss in Syrien leben, und ich werde auch hier sterben.»

Er gehe nicht davon aus, dass es zu einer westlichen Intervention in seinem Land komme, sagte Assad weiter. «Sollte es dennoch dazu kommen, weiss niemand, was geschehen wird.» Der latent drohende Unterton manifestiert sich schliesslich in der Aussage: «Der Preis einer westlichen Intervention wird hoch, so hoch, dass die ganze Welt ihn nicht wird zahlen können.»

Zum dritten Mal Granaten auf Golanhöhen eingeschlagen

Derweil sind nach israelischen Angaben erneut syrische Mörsergranaten auf den Golanhöhen eingeschlagen. Die drei Geschosse hätten niemanden verletzt, teilten die israelischen Streitkräfte mit.

Es sei davon auszugehen, dass es sich bei dem Beschuss um ein Versehen gehandelt habe. Es war allerdings bereits das dritte Mal innerhalb einer Woche, dass die Grenze auf dem Golan von syrischer Seite aus verletzt wurde.

Erst am Samstag waren drei syrische Kampfpanzer in die Zone eingedrungen, in der sich nach dem Waffenstillstandsabkommen von 1974 nur UNO-Truppen aufhalten dürfen. Trotz einer Beschwerde Israels bei den Vereinten Nationen wurden sie erst vier Tage später wieder abgezogen.

Israel betonte allerdings, der Vormarsch der Panzer sei nicht gegen das eigene Land gerichtet gewesen. Nach syrischen Angaben sollten sie dort syrische Rebellen bekämpfen.

Auch ein israelisches Armeefahrzeug war am Montag von verirrten Kugeln aus Syrien getroffen worden.

Neue Flüchtlingswelle in die Türkei

In Syrien selbst haben schwere Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen im Nordosten Syriens zu einer neuen Flüchtlingswelle über die Grenze in die Türkei geführt. Die Gefechte seien am Donnerstag in der Provinz Al Hasaka nur einige hundert Meter von der türkischen Grenzstadt Ceylanpinar ausgebrochen, meldete die amtliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Viele Bewohner der Region flüchteten in die Türkei. In einem Video der Nachrichtenagentur Dogan waren Menschen zu sehen, die in Panik davonrannten und Schutz suchten. Auf türkischer Seite verstärkten die Streitkräfte die Sicherheitsvorkehrungen an der Grenze.

Indessen stoppten die türkischen Behörden am Donnerstag erneut ein Flugzeug aus Armenien, das auf dem Weg nach Syrien war, um sicherzustellen, dass keine militärische Ausrüstung an Bord war.

(gux)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • b.bruecklnayer am 08.11.2012 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    grössenwahn

    grössenwahn kommt vor dem fall...

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  • Schweizer am 08.11.2012 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    langweilige Schlagzeilen

    War schon seit jeher klar,am Besten ist es wenn man dort gar nichts macht.Keine Geschäfte und keinTourismus. Sie sollen dort selber die Ordnung wieder herstellen ohne Hilfe von aussen und vorallem sollen sie alle andern in Ruhe lassen mit ihrem elenden Krieg.Es interessiert niemanden wenn sie sich dort gegenseitig zum Affen machen.

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  • edi allen am 08.11.2012 13:51 Report Diesen Beitrag melden

    Westen hilft?!

    Westen hilft nie, es übernimmt es!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Michael S. Vökt am 08.11.2012 16:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau

    So ähnlich hat es schon bei Hussein und Ghadaffi getönt....

  • Willy D. am 08.11.2012 16:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es kommt nichts Besseres nach...

    Etwas Besseres kommt nicht nach, wenn dieser Verbrecher endlich einmal weg ist. Das ist die Tragik in (fast) allen Ländern des Nahen Ostens.

    • Eurasia am 11.11.2012 01:20 Report Diesen Beitrag melden

      Marionettenstaat

      Das ist tragisch ja aber alles gewollt vom Westen.

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  • Toni am 08.11.2012 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der Schein trügt..

    Ihr solltet nicht alles glauben was auf den Mainstream Medien verbreitet wird. Schaut man nämlich über den Tellerrand hinaus, stellt man sich in diesem Konflikt klar auf die Seite Assads. And so do i.

  • Reto 40j am 08.11.2012 15:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hochmut

    Hochmut kommt immer vor dem Fall!!!

  • Thomas am 08.11.2012 14:54 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Erde.. schon so viele Probleme

    Die Geschichte hat uns eines gelehrt, nur durch leid und tod können Menschen sich weiter entwickeln (better or worse).