Nach kurzer Amtszeit

18. Dezember 2012 02:01; Akt: 18.12.2012 06:50 Print

Ägyptens Chefankläger tritt bereits zurück

Der vor einem Monat von Präsident Mursi ernannte ägyptische Generalstaatsanwalt Talaat Abdullah hat seinen Rücktritt erklärt. Zuvor hatten Hunderte Staatsanwälte vor seinem Büro gestreikt.

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Erst Ende November 2012 war Talaat Ibrahim Abdallah von Ägyptens Präsident Mohammed Mursi zum Generalstaatsanwalt ernannt worden. Nicht mal einen Monat später tritt er zurück. (Bild: Keystone)

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Nur wenige Wochen nach seiner Ernennung durch Präsident Mohammed Mursi hat der ägyptische Generalstaatsanwalt seinen Rücktritt erklärt. Wie die amtliche Nachrichtenagentur MENA berichtete, reichte Talaat Abdullah sein Rücktrittsgesuch am Montag ein.

Zuvor hatten Hunderte Staatsanwälte vor dessen Büro in Kairo einen Sitzstreik abgehalten und dessen Rückzug gefordert. Die Demonstranten argumentierten, Abdullah hätte vom Obersten Richterrat ernannt werden sollen, um die Gewaltenteilung zu wahren.

Schwerer Schlag für Mursi

Sollte dem Rückzug von Abdullah stattgegeben werden, wäre das ein schwerer Schlag für Mursi. Der Staatschef liefert sich seit Ende November einen erbitterten Machtkampf mit der ägyptischen Justiz. Abdullahs Vorgänger Abdel Maguid Mahmud wurde vom gestürzten Präsidenten Hosni Mubarak ernannt und hatte das Amt mehr als ein Jahrzehnt inne.

Mursi versuchte zunächst im Oktober, Mahmud zu entlassen. Er musste seine Entscheidung jedoch zurückziehen, nachdem er festgestellt hatte, dass er als Präsident dazu nicht die Kompetenz hat. Erst mit umstrittenen Dekreten, die er Ende November erliess, konnte Mursi schliesslich Abdullah nominieren.

(dapd)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • B.R. am 18.12.2012 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Ein neues Problem

    Nachdem Mursi einen Islamisten als Chefanklaeger eingesetzt hatte und so die Justiz gleichgeschaltet und die neue islamistische Verfassung damit gute Chacen hat angenommen zu werden resp nicht angefochten zu werden konnte er kleine Komprommisse bezueglich seiner diktatorischen Machtbefugnissen eingehen. Nun geht eine seiner wichtigsten Stuetzen im Prozess der Gleichschaltung. Ob er da immer noch bereit ist ein bischen Macht ab zu geben und etwas mehr Demokratie zu erlauben?