Bani Walid

24. Oktober 2012 17:04; Akt: 24.10.2012 18:06 Print

Letzte Gaddafi-Hochburg ist gefallen

Gut ein Jahr nach dem Tod von Muammar Gaddafi hatten sich dessen Anhänger immer noch in der Stadt Bani Walid halten können. Mit einer Miliz-Offensive ist dieses Kapitel nun auch beendet.

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ist der prominenteste Sprössling des getöteten Diktators. Er wurde einen Monat nach dem Tod seines Vaters festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft. Der zweite Sohn von Gaddafi hat einen Doktortitel der London School of Economics und hat sich lange um gute Beziehungen zum Westen bemüht. Während des Bürgerkriegs präsentierte er sich aber plötzlich als Hardliner. ist das älteste der Gaddafi-Geschwister und stammt aus erster Ehe. Er hatte die Führung des Libyschen Olympischen Komitees inne. Nachdem die Rebellen die Kontrolle über Tripolis übernommen hatten, flüchtete er nach Algerien. Im Oktober 2012 reiste er weiter in das Sultanat Oman, wo er politisches Asyl erhielt. Auch hat seine Funktion in der Sportwelt nach dem Tod seines Vaters an den Nagel hängen müssen. Der Vorsitzende des libyschen Fussballverbandes ist quer durch die Wüste Sahara geflüchtet und hat schliesslich Asyl in Niger gefunden. Der fünfte Sohn von Muammar al-Gaddafi, , ist in hierzulande bestens bekannt, seitdem seine Verhaftung in Genf 2008 zu einer regelrechten Krise zwischen Libyen und der Schweiz geführt hatte. Er befindet sich heute ebenfalls in Oman und hat Asyl erhalten, obwohl er von Interpol gesucht wird. ist die einzige leibliche Tochter von Muammar Gaddafi. Nachdem sie zuerst erfolglos versucht hatte, nach Malta zu fliehen, setzte sie sich mit ihrer Mutter und ihren Brüdern Mohammed und Hannibal nach Algerien ab. Nur einen Tag nach ihrer Ankunft brachte die «Claudia Schiffer Libyens» ein Kind zur Welt, das sie nach ihrer Mutter Safia benannte. Auch sie hat Asyl in Oman erhalten. Das wohl grösste Mysterium im Gaddafi-Clan: soll nach offiziellen Angaben schon 1986 bei einem Bombenangriff auf Tripolis getötet werden sein. Die Hinweise darauf, dass Hana noch lebt, haben sich seit der Revolution in Libyen aber verdichtet. Sie soll eine Ausbildung als Ärztin gemacht haben und jahrelang im Tripolis Medical Centre gearbeitet haben. Wo sich das «Phantom» Hana aufhält, ist nicht bekannt. eine der beiden Ehefrauen des getöteten Diktators Muammar, lebt seit Oktober 2012 ebenfalls im Sultanat Oman. Khamis, Mutassim (vorne) und Saif al-Arab Gaddafi wurden während der libyschen Revolution getötet, genauso wie ihr Vater Muammar (hinten).

Das macht die Gaddafi-Familie heute.

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Nach heftigen Kämpfen haben regierungstreue Milizen die libysche Wüstenstadt Bani Walid erobert. Sie vertrieben die Anhänger des früheren Machthabers Muammar al Gaddafi aus deren letzter Hochburg.

Hunderte Kämpfer der regierungstreuen Truppen versammelten sich am Mittwoch im Zentrum der südöstlich von Tripolis liegenden Stadt Bani Walid. Die Stadt war in den vergangenen Wochen heftig umkämpft gewesen.

Die Kämpfer, grösstenteils aus der rivalisierenden Nachbarstadt Misrata stammende ehemalige Rebellen, schossen in die Luft oder auf Fenster und Häusermauern. Auf den verlassenen Amtsgebäuden von Bani Walid hissten sie die libysche Flagge.

In den Strassen der von ihren Einwohnern verlassenen Stadt - nach offiziellen Angaben wurden durch die Gefechte rund 13 000 Familien vertrieben - patrouillierten die Milizionäre mit Fahrzeugen, auf die schwere Waffen montiert waren.

Viele Tote und Verletzte

Bei den Kämpfen in der 185 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Tripolis gelegenen Stadt waren nach Angaben von Spitälern allein am vergangenen Wochenende mindestens 26 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden.

Am 23. Oktober 2011 hatten die von der NATO unterstützten Kämpfer gegen Gaddafis Herrschaft nach einem achtmonatigen bewaffneten Konflikt Libyens «vollständige Befreiung» proklamiert. In den vergangenen Monaten hatten die Anhänger Gaddafis in Bani Walid aber wieder die Oberhand gewonnen.

Nachdem Gaddafi-Anhänger vor einigen Wochen den 22-jährigen ehemaligen Rebellen Omar ben Schaaban aus Misrata nach Bani Walid entführt und getötet hatten, kreisten regierungstreue Milizen die Stadt ein. Nach der Einnahme von Bani Walid stellten sie dort am Mittwoch ein riesiges Bild mit Schaabans Porträt auf.

Schaaban soll für den Tod von Gaddafi verantwortlich sein. Der langjährige Machthaber war am 20. Oktober 2011 nach einem NATO- Luftangriff auf der Flucht aus seiner Heimatstadt Sirte von Rebellen gefangen genommen und unter bis heute nicht völlig geklärten Umständen getötet worden.

(sda)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • manuel thiele am 25.10.2012 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    hää?

    habt ihr nicht letztes jahr berichtet libyen sei gefallen.. wenn das volk alles voller rebellen war, wieso gibts dann immernoch anhänger? ich versteh das irgendwie nicht..

  • Christ am 25.10.2012 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diktatur vs. Terror

    Töten für Mord ersetzt. Früher konnte das Volk gratis wohnen und essen. Für die Heilung mussten sie auch nicht bezahlen.

  • Jean-Pierre am 24.10.2012 22:58 Report Diesen Beitrag melden

    @artikel

    '' nach einem achtmonatigen bewaffneten Konflikt Libyens «vollständige Befreiung» proklamiert.'' Befreit von der Freiheit.

  • kritiker am 24.10.2012 22:30 Report Diesen Beitrag melden

    man muss die freiheit selber erkämpfen

    soso, und am anfang hiess es das die armen libyer alle versklavt und gefangen sind. alle gegen gadaffi. dann hat der gaddafi doch über monate gekämpft. ganz alleine wie superman. oder wie hat er das bloss gemacht wenn er nicht superman ist, so alleine? wären die gaddafi gegner überhaupt genug stark gewessen um ihn ohne ausländische hilfe zu stürzen? wären die ausländer auch in den krieg gezogen wenn libyen kein öl hätte? und wie wird das ganze enden? ich hoffe so wie es die libyer wollen.

  • Hans B. am 24.10.2012 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleich alle abknallen?

    Das ist schon komisch wenn man sowas bei uns machen würde gäbe es nie so viele Tote. Ich finde es absurd das Menschen die auch nur den Anschein machen das sie Sympatisant eines Politikers sind gleich erschossen werden auch wenn der Politiker selber schon lange tot ist. Ist das nicht genug?