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06. November 2012 17:09; Akt: 06.11.2012 18:49 Print

Cameron würde Assad Asyl gewähren

In einem TV-Interview hat der britische Premier David Cameron eine interessante Aussage gemacht: Er würde Baschar al Assad Exil gewähren, wenn dadurch der Bürgerkrieg in Syrien beendet würde.

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David Cameron ist auf einer dreitägigen Reise im arabischen Raum. Hier wird er vom saudischen König Abdullah in Dschidda begrüsst. (Bild: Reuters)

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Der britische Premierminister David Cameron hat einen Gang des syrischen Präsidenten Baschar al Assad ins Exil ins Spiel gebracht. Assad könnte der Abgang gewährt werden, wenn dadurch der Bürgerkrieg beendet würde, sagte Cameron am Dienstag dem arabischen Fernsehsender Al Arabija in Abu Dhabi. Die internationale Gemeinschaft sollte alle machbaren Szenarien in Erwägung ziehen, «den Mann ausser Landes zu bringen und einen sicheren Übergang in Syrien zu gewährleisten».

Er schlage indes nicht vor, dass Assad ins britische Exil kommen könne, sagte Cameron ausdrücklich. Er würde es vorziehen, wenn sich Assad nach den Regeln des Völkerrechts für seine Taten verantworten müsste. Assad könne aber geholfen werden, Syrien zu verlassen, wenn er sich dazu entscheide, sagte der Premierminister bei einer dreitägigen Reise durch die Golfregion und den Nahen Osten.

40 Tote bei Anschlag in Damaskus

Ein Anschlag in einem Vorort von Damaskus hat am Dienstagabend mindestens zehn Tote und 40 Verletzte gefordert. Das Attentat fand in einem Viertel der Stadt Kudsaja statt, in dem viele Mitglieder der Republikanischen Garde von Staatspräsident Baschar al-Assad wohnen.

Dies sagte der Vorsitzende der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, der Nachrichtenagentur AFP. Insgesamt seien drei Bomben explodiert.

Bereits in der Nacht und am Vormittag hatte es in zwei weiteren Aussenbezirken der Hauptstadt Bombenanschläge gegeben, bei denen Menschen verletzt wurden und Sachschaden entstand. Zu den Attentaten bekannte sich zunächst niemand.

Bruder des Parlamentssprechers getötet

In Damaskus haben Rebellen am Dienstag Mohammed Osama Laham, Bruder des Parlamentssprechers Dschihad Laham, bei einem Anschlag getötet. Er sei auf dem Weg zur Arbeit von bewaffneten Angreifern erschossen worden, teilte die amtliche Nachrichtenagentur SANA mit.

Das Staatsfernsehen berichtete von «Terroristen». Weitere Angaben zu den Todesumständen machte es es nicht. Die syrische Regierung spricht im Zusammenhang mit den Aufständischen immer von «Terroristen». Der Tod Al-Lahams sei «von nationaler Bedeutung», hiess es.

Unterdessen gingen die Kämpfe in Syrien am Dienstag in weiten Teilen des Landes weiter. Wie die Agentur SANA berichtete, kamen durch Mörserbeschuss bei einer Solidaritätskundgebung für Präsident Assad in der Wirtschaftsmetropole Aleppo in der Nacht auf Dienstag sechs Menschen ums Leben.

In Vororten der Hauptstadt Damaskus und in Dörfern der Provinz Homs kam es nach Angaben der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wieder zu Luftangriffen mit zahlreichen Toten. Allein sieben Opfer habe es in Homs gegeben.

Zudem hätten Regierungstruppen Dörfer in der Nähe der von Israel besetzten Golanhöhen mit Artillerie beschossen. Seit dem Beginn des Konflikts in Syrien Mitte März 2011 wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle mehr als 36'000 Menschen getötet.

(dapd)