Dramatische Eskalation

17. September 2012 10:04; Akt: 17.09.2012 12:21 Print

In Syrien droht ein endloser Krieg

Die UNO schlägt Alarm. Die Lage für die syrische Bevölkerung habe sich derart verschlechtert, dass das Leid kaum in Worte zu fassen sei. Die Verbrechen auf beiden Seiten gehen ungehindert weiter.

Bildstrecke im Grossformat »
vor den kriegerischen Auseinandersetzungen im Land. Viele von ihnen sind Kinder, schwer traumatisiert von der Gewalt. Wer es in eines der Flüchtlingscamps in der Türkei, in Irak oder - wie hier auf dem Bild - in Jordanien geschafft hat, kann sich glücklich schätzen. , aber wohlbehütet in den Armen des Vaters. brauchen dringend Geld. . Wie die Uno Ende September berichtete treibt die Gewalt täglich bis zu 3000 Menschen in die Flucht. Die Behörden sind mit den Flüchtlingscamps völlig überfordert. . Diese hier haben sich eine Fahne gebastelt. Sie haben in den letzten Monaten bestimmt einige Flaggen gesehen. , tagsüber spielen sie. Hier flitzt ein kleiner Messi mit seinem Kumpel durch die Zeltstadt. , aber sie sind - vorläufig - in Sicherheit. . Doch ihre Gesprächspartner sind Gleichaltrige. - ihre berufliche Zukunft ist gefährdet. können sich die kleinen Kriegsopfer in den Camps erholen, finden Freunde und scherzen mit den Fotografen. . Doch für die Kleinsten ist der Wasserhahn eine richtige Dusche. , völlig verängstigte und erschöpfte Menschen in den Camps an. Auch diese Familie ist , sie überquert die Grenze zwischen der syrischen Stadt Azaz und der türkischen Stadt Kilis. Die Erleichterung der Eltern spiegelt sich im Gesicht der Jüngsten. Die älteren Kinder sind misstrauischer. finden sich immer mehr Menschen ein. Sie alle warten darauf, dass sie ihr Land verlassen dürfen. Auch diese beiden Schwestern . . Der kleine Amjad leidet an einer Lebensmittelvergiftung. Vor elf Tagen musste er sein Zuhause verlassen, weil die Bombardierungen immer schlimmer wurden. Zeit für den Mittagsschlaf - in rudimentärsten Verhältnissen nahe der Grenze zur Türkei. Unterwegs von Aleppo in die Türkei, hat es sich diese 5-Jährige mit ihrer Familie in einem Schulgebäude «gemütlich» gemacht. Auch dieses Mädchen ist mit ihrer Familie . Jetzt liegt die 5-Jährige mit einer Lungenentzündung in den Armen ihres Vaters im Wartezimmers eines provisorischen Spitals. für die tausenden Flüchtlinge im eigenen Land. In den Schulen fällt der Unterricht aus, die Räume dienen als Unterkunft für die Schutzsuchenden. . Eine Ruhepause auf der nervenzerreibenden Flucht aus Aleppo. Nachts hören sie die Bomben und Granaten, am Tag erkunden sie die Trümmer. Spuren des Kriegs, doch der Alltag geht weiter. . Dieser verletzte Junge steht nach einem Bombenangriff unter Schock. Die Bilder stammen aus dem Dar-al-Shifa-Spital in der hart umkämpften Stadt im Nordwesten des Landes. Es sind erschütternde Bilder, die die Unmenschlichkeit des Kriegs zeigen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Während die Welt über eine Lösung im blutigen Syrien-Konflikt berät, geht vor Ort das Blutvergiessen unvermittelt weiter. Und laut der UNO wird die Situation immer schlimmer, besonders für Zivilisten.

Zahl, Frequenz und Intensität schwerer Verletzungen hätten stark zugenommen, sagte der Präsident der vom UNO-Menschenrechtsrat berufenen Untersuchungskommission für Syrien, Paulo Pinheiro, am Montag in Genf.

Die Menschenrechtslage in Syrien habe sich so stark verschlechtert, dass es schwierig sei, die Lage in einigen Worten zu beschreiben, sagte Pinheiro als er seinen Bericht dem Menschenrechtsrat vorstellte.

Tägliche Bombardierungen

Zivilisten, darunter viele Kinder, seien die ersten Opfer der Gewalt. In einigen Wohngebieten in Vorstädten der Provinzen Aleppo, Damaskus, Daraa, Lattakia, Ildlib und Homs sei die Zivilbevölkerung täglich Bombardierungen aus der Luft und durch Artillerie ausgesetzt.

Pinheiro unterstrich, dass «der Gebrauch von unpräzisen Waffen in Kombination mit der Weigerung alle Massnahmen zu ergreifen, um Zivilisten zu schützen, eine besorgniserregende Missachtung» der Genfer Konventionen sei. Diese regeln unter anderem den Schutz der Zivilbevölkerung in einem Krieg oder bewaffneten Konflikt.

Haupttäter auf Regierungsseite

Die Kommission habe «genügend Gründe, um zu glauben, dass die Regierungstruppen und die regierungstreuen Shabiha-Milizen zahlreiche Kriegsverbrechen, schwere Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben».

Die Regierungsseite verübe Morde, Massenhinrichtungen, Folter, willkürliche Verhaftungen und Haft, sexuelle Gewalt, Verletzungen der Kinderrechte, Plünderungen und Zerstörungen von zivilen Einrichtungen wie Spitälern und Schulen.

Verbrechen der Rebellen

Auch die Rebellen begehen Kriegsverbrechen. Darunter seien Tötungen, Massenhinrichtungen, Folter und der Gebrauch unpräziser Waffen, die nicht zwischen dem Gegner und Zivilisten unterscheiden.

«Diese Verletzungen (des Völkerrechts) sind gravierend, sie haben aber nicht denselben Grad an Schwere, Ausmass und Intensität wie die Verbrechen der Regierungsseite erreicht», sagte Pinheiro.

Er kritisierte auch die steigenden Spannungen zwischen den Religionsgemeinschaften, die Verschlechterung der humanitären Lage, die Straflosigkeit und die zunehmende Präsenz von Kämpfern aus dem Ausland.

Der Bericht der Untersuchungskommission stützt sich auf die Befragung von Opfern des Bürgerkriegs. Die Kommission hat keinen direkten Zugang zu Syrien.

Endloser Bürgerkrieg droht

Pinheiro forderte den Menschenrechtsrat auf, den Bericht an den UNO-Sicherheitsrat zu überweisen. Der Sicherheitsrat müsse den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) einschalten.

Gemäss Pinheiro braucht es eine politische Lösung, denn eine militärische Lösung sei nicht in Sicht. Der Konflikt werde voraussichtlich so lange dauern, bis eine Seite erschöpft sei.

Der Brasilianer sprach sich auch gegen die Aufrüstung der Regierungsseite oder die Bewaffnung der Rebellen aus. «Beides würde den Konflikt nur verschlimmern und verlängern», sagte er.

Syrien bleibt Präsentation fern

Die syrische Delegation erschien am Montag erst im Menschenrechtsrat, nachdem Pinheiro den Bericht vorgestellt hatte. Der Vertreter der syrischen Regierung verurteilte diesen dann als unpräzise und voreingenommen. Zudem kritisierte er, die Kommission habe Zeugenaussagen «auf nicht legaler Basis» gesammelt.

Weiter beklagte er sich, dass Söldner und Dschihadisten «aus 17 Ländern» in Syrien aktiv seien. Kritisiert wurde auch die «fehlerhafte Berichterstattung» in den Medien. Syrien arbeite zudem mit dem Sondergesandten von UNO und Arabischer Liga zusammen, betonte der Vertreter Syriens.

(aeg/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jacky M. am 17.09.2012 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Die Uno schlägt Alarm

    Und das nachdem die halbe Welt schon weiss, was in Syrien abgeht! Toll, liebe Uno! - Die Bombardierungen erfolgen wohl kaum von den Rebellen (ja, diese haben nur "kleine, unpräzise" Waffen). Wie lange darf ein Despot sein Volk abschlachten, bevor sich irgendwas tut? Ich gehe davon aus, dass ihr nun verstärkt..... debattieren werdet....

  • Diegho Freyler am 17.09.2012 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ich hoffe

    das die syrische Armee diese von den Saudis und Amis finanzierten und bewaffneten Mördertruppen von Alquaida, bald ausgelöscht haben und die Leute in Syrien wieder zu Frieden finden! Die Waffen dafür werden von der NATO von Lybien in dieses einst so friedliche Land geschafft und verursachen unglaubliches Leid! Wann werden diese Kriegstreiber die ganz NOrdafrika desstabilisiert haben entlich eingesperrt! Ja ich meine die Clinton und diese ganzen Killer an den Gesprächstischen!

    einklappen einklappen
  • fabian moser am 17.09.2012 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    propaganda?

    "Die Regierungsseite verübe Morde, Massenhinrichtungen, Folter, willkürliche Verhaftungen und Haft, sexuelle Gewalt, Verletzungen der Kinderrechte, Plünderungen und Zerstörungen von zivilen Einrichtungen wie Spitälern und Schulen." Macht doch irgendwie keinen Sinn, das die jetzt plötzlich damit anfangen. tönt doch eher nach einegschleusten terroristen.. wenn man es nüchtern betrachtet.. naja.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Patrik Malgiaritta am 17.09.2012 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist der Sinn?

    Wenn nur noch Kriege die Strategie bedeuten, ist der Sieg klar unbedeutend. Trübe das Gewissen irgend etwas gewonnen, durch Tod und Verwüstung dem Sinn entronnen.

  • Diegho Freyler am 17.09.2012 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ich hoffe

    das die syrische Armee diese von den Saudis und Amis finanzierten und bewaffneten Mördertruppen von Alquaida, bald ausgelöscht haben und die Leute in Syrien wieder zu Frieden finden! Die Waffen dafür werden von der NATO von Lybien in dieses einst so friedliche Land geschafft und verursachen unglaubliches Leid! Wann werden diese Kriegstreiber die ganz NOrdafrika desstabilisiert haben entlich eingesperrt! Ja ich meine die Clinton und diese ganzen Killer an den Gesprächstischen!

    • meierp am 17.09.2012 13:39 Report Diesen Beitrag melden

      recht so

      hoffe ich auch, leider verstehen das nur zu wenige..

    • Christoph am 17.09.2012 15:06 Report Diesen Beitrag melden

      Wo bleibt ihr Realitätssinn?

      Mein lieber Diegho, offenbar sind Sie nicht recht orientiert darüber, dass Syrien seit Jahrzehnten Russland als Verbündeten hat und daher praktisch alle Waffen aus Russland stammen, mit denen die Zivilbevölkerung jetzt zusammengeschossen wird. Russland verhindert ja auch systematisch Sanktionen gegen Syrien, aus rein machtpolitischen Gründen natürlich. Die wollen ihre Militärstützpunkte nicht verlieren. Die leidenden Zivilisten sind denen völlig egal. Die übliche Masche: "Die USA und die Nato sind an allem schuld", ist in diesem Fall komplett an der Realität vorbeigedacht.

    einklappen einklappen
  • Jacky M. am 17.09.2012 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Die Uno schlägt Alarm

    Und das nachdem die halbe Welt schon weiss, was in Syrien abgeht! Toll, liebe Uno! - Die Bombardierungen erfolgen wohl kaum von den Rebellen (ja, diese haben nur "kleine, unpräzise" Waffen). Wie lange darf ein Despot sein Volk abschlachten, bevor sich irgendwas tut? Ich gehe davon aus, dass ihr nun verstärkt..... debattieren werdet....

  • Mitgefühl am 17.09.2012 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausufernde Diskussionen

    Da wird lamentiert und debattiert und das unsägliche Leid hinten angestellt.

  • fabian moser am 17.09.2012 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    propaganda?

    "Die Regierungsseite verübe Morde, Massenhinrichtungen, Folter, willkürliche Verhaftungen und Haft, sexuelle Gewalt, Verletzungen der Kinderrechte, Plünderungen und Zerstörungen von zivilen Einrichtungen wie Spitälern und Schulen." Macht doch irgendwie keinen Sinn, das die jetzt plötzlich damit anfangen. tönt doch eher nach einegschleusten terroristen.. wenn man es nüchtern betrachtet.. naja.