Autobomben in Syrien

28. November 2012 11:36; Akt: 28.11.2012 16:29 Print

34 Tote bei Doppel-Anschlag in Damaskus

In der syrischen Hauptstadt Damaskus explodierten zwei Autobomben – dabei kamen mindestens 34 Menschen ums Leben. Zu den Anschlägen hat sich zunächst niemand bekannt.

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Bei zwei Autobombenanschlägen in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind mindestens 34 Menschen ums Leben gekommen. Die Bomben explodierten am Mittwochmorgen im Stadtteil Dscharamana, wie die amtliche Nachrichtenagentur SANA meldete.

Nach Angaben der oppositionellen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte starben bei den Anschlägen sogar 54 Menschen. Etwa 120 weitere Menschen seien bei den Anschlägen verletzt worden, teilte die Beobachtungsstelle zudem mit.

In dem Viertel Dscharamana im Osten von Damaskus leben vor allem Christen und Drusen, die als Unterstützer des Präsidenten Baschar al-Assad gelten, der selbst zur Minderheit der Alawiten gehört. Zu den Anschlägen bekannte sich zunächst niemand.

Obwohl die Opposition im syrischen Bürgerkrieg keinesfalls geeint auftritt, wird sie vorwiegend von Sunniten getragen. Die Aufständischen haben wiederholt die religiösen Minderheiten ins Visier genommen, denen sie Unterstützung des Regimes vorwerfen. In dem Kampf gegen die Regierung sollen auch vermehrt islamistische Kämpfer auftreten.

Oppositionslager zerstritten

Eine erst vor kurzem unter dem Druck des Auslands gebildete Koalition der Regierungsgegner traf sich in Kairo zu ihrer ersten Sitzung. Die Oppositionellen wollten sich auf die Bildung einer Übergangsregierung verständigen, die vom Westen und Arabischen Staaten zur Bedingung für eine weitere Unterstützung gemacht wird.

«Ziel ist es, einen Ministerpräsidenten für eine Übergangsregierung zu benennen oder zumindest eine Kandidaten-Liste aufzustellen», sagte Suhair al-Atassi, einer der beiden Vizepräsidenten der Koalition. Allerdings ist nicht nur die Exilopposition zerstritten. Auch nehmen die Rivalitäten mit den Rebellen zu, die in Syrien kämpfen.

UNO-Resolution verabschiedet

In dem arabischen Land sind bisher rund 40'000 Menschen ums Leben gekommen, darunter Soldaten, Rebellen und Zivilisten. Ein UNO-Ausschuss verurteilte mit breiter Mehrheit die «schweren und systematischen» Menschenrechtsverletzungen durch syrische Sicherheitskräfte und die regierungstreuen Schabiha-Milizen.

Die nicht bindende Resolution wurde in dem für Menschenrechte zuständigen Dritten Ausschuss der UNO-Vollversammlung mit 132 Ja-Stimmen, zwölf Nein-Stimmen und 35 Enthaltungen verabschiedet.

Der von 20 europäischen und arabischen Staaten sowie den USA eingebrachte Text fordert die syrische Regierung auf, Verletzungen der Menschenrechte und alle Angriffe auf Zivilisten zu beenden und ruft alle Konfliktparteien auf, jede Form der Gewalt aufzugeben.

(sda)