Syrien immer brutaler

12. Dezember 2012 17:59; Akt: 12.12.2012 18:14 Print

Assad feuert mit Scud-Raketen auf Rebellen

Syriens Präsident Assad greift im Kampf gegen die Aufständischen zu immer härteren Mitteln. Wie die New York Times schreibt, greift er mittlerweile zur selben Waffe wie einst Saddam Hussein.

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Der Krieg in Syrien wird härter. Wie die «New York Times» schreibt, haben die Regierungstruppen von Präsident Baschar al Assad Scud-Raketen gegen die Aufständischen eingesetzt. Die aus russischer Produktion stammenden Mittelstreckenwaffen können chemische und biologische Kampfstoffe transportieren. Auch Saddam Hussein setzte die Scud-Raketen in den 90er Jahren ein. Die «New York Times» beziehen sich auf US-Geheimdienstquellen.

Doch damit nicht genug. Die syrische Armee hat nach Angaben von Menschenrechtlern Brandbomben über Wohngebiete abgeworfen. Human Rights Watch (HRW) forderte die Führung in Damaskus am Mittwoch auf, künftig auf den Einsatz der mit Phosphor und Napalm gefüllten Bomben zu verzichten.

Derartige Waffen verursachten besonders schweres menschliches Leiden und richteten erhebliche Sachschäden an, sagte HRW-Direktor Steve Goose in Beirut. Nach Erkenntnissen der Organisation werden zwei Waffensysteme sowjetischer Bauart eingesetzt, von denen eines 48 Einzelsprengsätze enthält, die sich über eine Fläche von der Grösse eines Fussballfelds verteilen.

Die Erkenntnisse über den Einsatz von Brandbomben stammen laut HRW aus der Befragung von Zeugen und der Auswertung von Videos. In mindestens vier Gebieten, darunter zwei Vorstädten von Damaskus, seien derartige Waffen abgeworfen worden.

Kämpfe zwischen Kurden und Arabern in Grenzort

In der syrischen Ortschaft Ras al-Ain kam es zu heftigen Gefechten zwischen Kämpfern der Partei Kurdische Demokratische Union und Angehörigen einer arabischen Miliz. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete unter Berufung auf Augenzeugen, es seien am Mittwoch fünf Menschen verletzt worden.

Ras al-Ain liegt an der Grenze zur Türkei. Die meisten der arabischen Bewohner der Region lehnen die Autonomiebestrebungen kurdischer Parteien ab.

Landesweit wurden nach Angaben von Aktivisten am Mittwoch 41 Menschen getötet. Die meisten von ihnen starben in den Provinzen Damaskus-Land und Deir as-Saur. Bei Angriffen auf zwei Kleinstädte in der Provinz Aleppo sollen auch vier Kinder ums Leben gekommen sein.

Explosion erschüttert syrisches Innenministerium

Eine Explosion hat am Mittwoch staatlichen Medienberichten zufolge das Gebäude des Innenministeriums in der Hauptstadt Damaskus erschüttert. Der britische Rundfunksender BBC meldete unter Berufung auf das Staatsfernsehen, bei der Explosion sei der Haupteingang des Gebäudes im Bezirk Kafar Susse getroffen worden. Über mögliche Todesopfer oder Schäden war zunächst nichts bekannt.

(aeg/sda/dapd)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Izzat Jan am 12.12.2012 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Assad

    Ich finde, Assad hat zulange gewartet.Die Rebellen werden von allen Seiten unterstützt.Jetzt muss Assad sein Land verteidigen.

  • mbreu am 15.12.2012 02:46 Report Diesen Beitrag melden

    SAUDI-ARABIEN an den Pranger!

    Die Saudis wünschen sich doch einen neuen islamischen Gottesstaat.... Und der Westen liefert Waffen die dann direkt zu den Rebellen gehen. Es ist unglaublich, wie naiv der Westen ist. Assad ist kein Demokrat, aber wohl allemal besser als ein islamischer Gottesstaat.

  • Edy Brugg am 12.12.2012 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Einseitig

    Einseitige Berichterstattung kann ganz dick unterstrichen werden!

Die neusten Leser-Kommentare

  • mbreu am 15.12.2012 02:46 Report Diesen Beitrag melden

    SAUDI-ARABIEN an den Pranger!

    Die Saudis wünschen sich doch einen neuen islamischen Gottesstaat.... Und der Westen liefert Waffen die dann direkt zu den Rebellen gehen. Es ist unglaublich, wie naiv der Westen ist. Assad ist kein Demokrat, aber wohl allemal besser als ein islamischer Gottesstaat.

  • Christoph Schneider am 12.12.2012 22:51 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist höchste Zeit!

    Warum stoppt niemand diesen Despoten in Syrien? Es ist nahe liegend, dass viele Regierungen wie z.B. Russland einen ähnlichen Volksaufstand befürchten müssen. Dies ist der einzige Grund diese völkerverachtende Regierung in Syrien nicht wegzuwischen! Die Diktatoren dieser Welt sind Auslaufmodelle! Ihre Zeit ist gekommen und es kommt auch die Zeit wo sich die Bevölkerung gegen die Regierungen erheben. Nicht nur in Diktaturen! Soweit weg ist Syrien nicht von Europa...

    • Peter2106 am 13.12.2012 11:32 Report Diesen Beitrag melden

      Warum Stofftier niemand ....

      Warum stoppt niemand die westlichen Laender, die die eingeschleusten Terroristen mit Waffen und Geld versorgt mit dem dann die Zivilbevoelkerung massakriert wird? Wie lange will man zusehen, wie diese Rebellen Zivilisten von Daechern werfen, Kinder zum Morden anstiften, diese dann Menschen Köpfen? Warum schreit man nur immer nach einem Einmarschieren der Westmaechte, Saudis und Katar? Warum?

    einklappen einklappen
  • Frank Furt am 12.12.2012 20:54 Report Diesen Beitrag melden

    Die lieben humanistischen Rebellen

    Wer sind eigentlich die "Rebellen" und was ist ihr Ziel? Wieso steht nicht das ganze Volk auf, sondern nur die Sunniten aus den konservativen Regionen? Warum eigentlich unterstützt USA und EU ausgerechnet diesen Widerstand gegen diese Diktatur und nicht diejenigen gegen die Diktaturen Saudi Arabien, Jordanien und Kuwait? 2009 hatte ich dort in den meisten Orten Frauen ohne Schleier gesehen - würde dies unter der Herrschaft "Rebellen" gestattet sein? Und nochmals: Wieso genau unterstützen die USA und die EU die "Rebellen"?! Und wie handelt die "neutrale Schweiz"?

  • Izzat Jan am 12.12.2012 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Assad

    Ich finde, Assad hat zulange gewartet.Die Rebellen werden von allen Seiten unterstützt.Jetzt muss Assad sein Land verteidigen.

  • Ben Roth am 12.12.2012 20:04 Report Diesen Beitrag melden

    Krieg ist Krieg...

    ...und da setzt man nun einmal alle erdenklichen Waffen ein. Das sollte eigentlich niemanden mehr schockieren.