Dutzende Tote in Syrien

11. Dezember 2012 16:45; Akt: 11.12.2012 21:46 Print

Assads Truppen geraten in Bedrängnis

Bei Gefechten um die Scheich-Suleiman-Kaserne in der Provinzhauptstadt Aleppo haben Rebellen mindestens 35 Regierungssoldaten getötet. Auch Zivilisten und Kinder kamen bei einem Mörserangriff ums Leben.

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Ein Mann betet am 8. Dezember 2012 neben einem beschädigten Plakat des syrischen Präsidenten Assad auf den Strassen von Aleppo.

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In der nordsyrischen Provinz Aleppo geraten die Regierungstruppen in immer grössere Bedrängnis. Syrische Rebellen haben eine grosse Kaserne der Regierungstruppen in der Nähe von Aleppo ganz unter ihre Kontrolle gebracht.

Die Kämpfe um die Kaserne seien am Dienstag zu Ende gegangen, berichtete die in Grossbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Aufständischen hatten die Scheich-Suleiman-Kaserne vor zwei Tagen angegriffen.

Bei den Kämpfen seien 35 Regierungssoldaten getötet worden. 64 seien verwundet oder gefangen genommen worden, hiess es unter Berufung auf Aktivisten vor Ort.

In einem von Kurden bewohnten Viertel der Provinzhauptstadt Aleppo kamen bei einem Mörserangriff laut Aktivisten elf Menschen ums Leben, unter ihnen drei Kinder.

Militärflughafen umstellt

Keine Bestätigung von unabhängiger Seite gab es für Berichte, wonach 50 Soldaten und Offiziere, die auf dem Militärflughafen Minach nahe der türkischen Grenze stationiert waren, desertiert sein sollen. Ein Dissident aus Aleppo berichtete, schwer bewaffnete Rebellen hätten den Flughafen umstellt.

In Damaskus soll es erneut Razzien gegeben haben. Die Regimegegner zählten am Nachmittag landesweit 35 getötete Aktivisten und Zivilisten.

Verbindungen zu Al-Kaida

Zu den Rebellen gehören auch Kämpfer der islamistischen Al-Nusra-Front. Die USA haben diese am Dienstag wegen Verbindungen zum Terrornetzwerks Al-Kaida auf die Terrorliste gesetzt. Washington stufte dabei die Gruppe als «ausländische Terrororganisation» ein.

Die USA würden «Terroristen, die sich unter der Flagge einer legitimen Opposition verstecken» ins Visier nehmen, hiess es in einer Erklärung des US-Finanzministeriums. Das Vermögen der Al-Nusra-Front werde eingefroren, US-Bürgern seien Transaktionen mit der Gruppe fortan untersagt.

Die Sanktionen richten sich auch direkt gegen zwei führende Mitglieder, Maisar Ali Musa Abdallah al-Dschuburi und Anas Hasan Chattab.

Die extremistische Al-Nusra-Front lehnt die jüngst gebildete Syrische Nationale Koalition als Vertretung der Opposition ab. Sie will die jahrzehntelange Herrschaft des Assad-Clans durch einen streng islamischen Staat ersetzen.

Kurs im Keller

Wie ernst die Lage in Syrien ist, lässt sich auch am Kurs der syrischen Währung ablesen. Während man für einen US-Dollar vor dem Bürgerkrieg 26 syrische Pfund auf den Tisch legen muss, ist der Kurs jetzt auf 87 Pfund pro Dollar gestiegen. Auf dem Schwarzmarkt zahlt man sogar 93 Pfund.

Das Ministerium für Wirtschaft und Handel verhängte diese Woche ein Ausfuhrverbot für 106 Waren und Rohstoffe, darunter Weizen, Zucker, Fleisch und gepanzerte Fahrzeuge.

Flüchtlingsstrom

Mehr als eine halbe Million Syrer sind vor dem Bürgerkrieg in ihrer Heimat ins Ausland geflüchtet. Dies teilte das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Dienstag in Genf mit.

509'559 Syrer haben Zuflucht gefunden in Libanon, in Jordanien, im Irak, in der Türkei und in Nordafrika, vor allem in Ägypten. Die Zahl der Flüchtlinge sei im November pro Tag um 3200 gestiegen. Allein in den letzten zwei Nächten seien über 1000 Syrer nach Jordanien geflohen, teilte das UNHCR mit.

(sda)

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