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Dramatische Eskalation
17. September 2012 10:04; Akt: 17.09.2012 12:21 Print
In Syrien droht ein endloser Krieg
Die UNO schlägt Alarm. Die Lage für die syrische Bevölkerung habe sich derart verschlechtert, dass das Leid kaum in Worte zu fassen sei. Die Verbrechen auf beiden Seiten gehen ungehindert weiter.
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Während die Welt über eine Lösung im blutigen Syrien-Konflikt berät, geht vor Ort das Blutvergiessen unvermittelt weiter. Und laut der UNO wird die Situation immer schlimmer, besonders für Zivilisten.
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Pinheiro vor dem UNO-Menschenrechtsrat in Genf.
Zahl, Frequenz und Intensität schwerer Verletzungen hätten stark zugenommen, sagte der Präsident der vom UNO-Menschenrechtsrat berufenen Untersuchungskommission für Syrien, Paulo Pinheiro, am Montag in Genf.
Die Menschenrechtslage in Syrien habe sich so stark verschlechtert, dass es schwierig sei, die Lage in einigen Worten zu beschreiben, sagte Pinheiro als er seinen Bericht dem Menschenrechtsrat vorstellte.
Tägliche Bombardierungen
Zivilisten, darunter viele Kinder, seien die ersten Opfer der Gewalt. In einigen Wohngebieten in Vorstädten der Provinzen Aleppo, Damaskus, Daraa, Lattakia, Ildlib und Homs sei die Zivilbevölkerung täglich Bombardierungen aus der Luft und durch Artillerie ausgesetzt.
Pinheiro unterstrich, dass «der Gebrauch von unpräzisen Waffen in Kombination mit der Weigerung alle Massnahmen zu ergreifen, um Zivilisten zu schützen, eine besorgniserregende Missachtung» der Genfer Konventionen sei. Diese regeln unter anderem den Schutz der Zivilbevölkerung in einem Krieg oder bewaffneten Konflikt.
Haupttäter auf Regierungsseite
Die Kommission habe «genügend Gründe, um zu glauben, dass die Regierungstruppen und die regierungstreuen Shabiha-Milizen zahlreiche Kriegsverbrechen, schwere Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben».
Die Regierungsseite verübe Morde, Massenhinrichtungen, Folter, willkürliche Verhaftungen und Haft, sexuelle Gewalt, Verletzungen der Kinderrechte, Plünderungen und Zerstörungen von zivilen Einrichtungen wie Spitälern und Schulen.
Verbrechen der Rebellen
Auch die Rebellen begehen Kriegsverbrechen. Darunter seien Tötungen, Massenhinrichtungen, Folter und der Gebrauch unpräziser Waffen, die nicht zwischen dem Gegner und Zivilisten unterscheiden.
«Diese Verletzungen (des Völkerrechts) sind gravierend, sie haben aber nicht denselben Grad an Schwere, Ausmass und Intensität wie die Verbrechen der Regierungsseite erreicht», sagte Pinheiro.
Er kritisierte auch die steigenden Spannungen zwischen den Religionsgemeinschaften, die Verschlechterung der humanitären Lage, die Straflosigkeit und die zunehmende Präsenz von Kämpfern aus dem Ausland.
Der Bericht der Untersuchungskommission stützt sich auf die Befragung von Opfern des Bürgerkriegs. Die Kommission hat keinen direkten Zugang zu Syrien.
Endloser Bürgerkrieg droht
Pinheiro forderte den Menschenrechtsrat auf, den Bericht an den UNO-Sicherheitsrat zu überweisen. Der Sicherheitsrat müsse den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) einschalten.
Gemäss Pinheiro braucht es eine politische Lösung, denn eine militärische Lösung sei nicht in Sicht. Der Konflikt werde voraussichtlich so lange dauern, bis eine Seite erschöpft sei.
Der Brasilianer sprach sich auch gegen die Aufrüstung der Regierungsseite oder die Bewaffnung der Rebellen aus. «Beides würde den Konflikt nur verschlimmern und verlängern», sagte er.
Syrien bleibt Präsentation fern
Die syrische Delegation erschien am Montag erst im Menschenrechtsrat, nachdem Pinheiro den Bericht vorgestellt hatte. Der Vertreter der syrischen Regierung verurteilte diesen dann als unpräzise und voreingenommen. Zudem kritisierte er, die Kommission habe Zeugenaussagen «auf nicht legaler Basis» gesammelt.
Weiter beklagte er sich, dass Söldner und Dschihadisten «aus 17 Ländern» in Syrien aktiv seien. Kritisiert wurde auch die «fehlerhafte Berichterstattung» in den Medien. Syrien arbeite zudem mit dem Sondergesandten von UNO und Arabischer Liga zusammen, betonte der Vertreter Syriens.
(aeg/sda)
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Alle 12 Kommentare

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Wo ist der Sinn?
Wenn nur noch Kriege die Strategie bedeuten, ist der Sieg klar unbedeutend. Trübe das Gewissen irgend etwas gewonnen, durch Tod und Verwüstung dem Sinn entronnen.
Ich hoffe
das die syrische Armee diese von den Saudis und Amis finanzierten und bewaffneten Mördertruppen von Alquaida, bald ausgelöscht haben und die Leute in Syrien wieder zu Frieden finden! Die Waffen dafür werden von der NATO von Lybien in dieses einst so friedliche Land geschafft und verursachen unglaubliches Leid! Wann werden diese Kriegstreiber die ganz NOrdafrika desstabilisiert haben entlich eingesperrt! Ja ich meine die Clinton und diese ganzen Killer an den Gesprächstischen!
recht so
hoffe ich auch, leider verstehen das nur zu wenige..
Wo bleibt ihr Realitätssinn?
Mein lieber Diegho, offenbar sind Sie nicht recht orientiert darüber, dass Syrien seit Jahrzehnten Russland als Verbündeten hat und daher praktisch alle Waffen aus Russland stammen, mit denen die Zivilbevölkerung jetzt zusammengeschossen wird. Russland verhindert ja auch systematisch Sanktionen gegen Syrien, aus rein machtpolitischen Gründen natürlich. Die wollen ihre Militärstützpunkte nicht verlieren. Die leidenden Zivilisten sind denen völlig egal. Die übliche Masche: "Die USA und die Nato sind an allem schuld", ist in diesem Fall komplett an der Realität vorbeigedacht.
Die Uno schlägt Alarm
Und das nachdem die halbe Welt schon weiss, was in Syrien abgeht! Toll, liebe Uno! - Die Bombardierungen erfolgen wohl kaum von den Rebellen (ja, diese haben nur "kleine, unpräzise" Waffen). Wie lange darf ein Despot sein Volk abschlachten, bevor sich irgendwas tut? Ich gehe davon aus, dass ihr nun verstärkt..... debattieren werdet....