Aufstand gegen Assad

30. November 2012 21:56; Akt: 30.11.2012 21:56 Print

Obama will syrische Kämpfer unterstützen

von Peter Blunschi - Die US-Regierung will sich im syrischen Bürgerkrieg verstärkt engagieren. Selbst Waffenlieferungen an die Rebellen werden nicht mehr ausgeschlossen.

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Syrische Kämpfer können vielleicht bald mit direkter Waffenhilfe aus Amerika rechnen. (Bild: Keystone/AP/Khalil Hamra)

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Lange hat US-Präsident Barack Obama gezögert, sich im Wespennest des Syrien-Konflikts mit seinen unklaren Fronten zu engagieren. Im Wahlkampf wurde er von konservativer Seite deswegen wiederholt kritisiert. Nach seiner Wiederwahl scheint Obama jedoch «eher bereit, Risiken einzugehen», heisst es in einem Bericht der «New York Times». Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, doch die Regierung prüfe «diverse Varianten».

Die US-Regierung denke derzeit darüber nach, «was man tun kann», bestätigte Aussenministerin Hillary Clinton am Donnerstag in Washington. «Ich bin sicher, dass wir in den kommenden Wochen mehr machen werden.» Konkrete Angaben lieferte Clinton nicht. Bodentruppen sind auf jeden Fall kein Thema. Dies wird angesichts der Kriegsmüdigkeit im amerikanischen Volk selbst von neokonservativen Hardlinern ausgeschlossen.

Eine Massnahme steht so gut wie fest: Die Stationierung von Patriot-Luftabwehrraketen durch die Nato im Süden der Türkei. Offiziell handelt es sich um eine rein defensive Massnahme, doch US-Regierungsvertreter gehen laut «New York Times» davon aus, dass die Raketen syrische Kampfpiloten von Angriffen im Norden des Landes abhalten könnten.

Waffen landen bei Islamisten

Erwogen werden aber auch direkte Waffenlieferungen an die Aufständischen – ein Schritt, vor dem die Regierung Obama bislang zurückgeschreckt war. Die Rebellen erhalten ihre Waffen vorwiegen von Saudi-Arabien und Katar. Es ist jedoch ein offenes Geheimnis, dass seit Monaten CIA-Leute in der Südtürkei stationiert sind. Sie sollen dafür sorgen, dass die Waffen in die richtigen Hände gelangen, sprich an die vom Westen unterstützten Kräfte. Offenbar mit wenig Erfolg: Am Ende landen offenbar die meisten Waffen doch bei den radikalen Islamisten, von denen viele mit dem Terrornetz Al Kaida verbündet sind.

«Wir wissen nicht wirklich, wohin diese Waffen gelangen», räumte ein hoher Regierungsvertreter gegenüber der «New York Times» ein. Mit direkten Lieferungen könnten die USA dafür sorgen, dass die erwünschten Gruppierungen zum Zuge kommen. Dies würde wohl einen CIA-Einsatz in Syrien selbst bedingen. Und selbst dann gäbe es keine Erfolgsgarantie. Einmal im Land, könnten die Waffen überall landen, meint «The Atlantic»: Beim Assad-Regime oder «schlimmer, in den Händen Irans».

Glaubwürdigkeit bei Rebellen gewinnen

Doch es gibt gute Gründe für ein stärkeres US-Engagement. Das Blatt in Syrien scheint sich langsam zugunsten der Rebellen zu wenden. Sie konnten in den letzten Tagen einige Erfolge vermelden, etwa die Einnahme von Militärbasen im Osten des Landes sowie eines strategisch wichtigen Staudammes am Euphrat. Mit einer verstärkten Unterstützung könnten die USA an Glaubwürdigkeit gewinnen, sagten Regierungsvertreter und unabhängige Syrien-Experten der «New York Times».

Die Regierung Obama spüre, dass Baschar Assads Tage gezählt seien, so «The Atlantic». Falls sie nichts für dessen Sturz tue, könne sie nicht mit Wohlwollen vonseiten jener rechnen, die ihn ersetzen werden. Im Klartext: Wollen die Amerikaner bei der künftigen Gestaltung Syriens ein Wort mitreden, dann müssen sie auch jene Kräfte unterstützen, die dafür kämpfen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ProAssad am 01.12.2012 01:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waffenlieferungen

    ... waren da noch nie ausgeschlossen. Was in Syrien stattfindet, ist ein Bürgerkrieg und andere Länder haben sich da nicht einzumischen. Es sind Extremisten am Werk, die sich als Rebellen tarnen und von den arabischen Diktaturen und der Türkei finanziert und mit Waffen versorgt werden. Bitte schlagt in Wikipedia unter FSA nach.

  • John am 30.11.2012 23:37 Report Diesen Beitrag melden

    zum kotzen

    Toll! und China und Russland sind auf der Seite der Regierung... ich hoffe Europa hält sich raus und unterstütz nicht noch die USA.... Sonst haben wir bald den 3. Weltkrieg! Und dann sind wir alle weg... Top10 stärkste Armee der Welt 1. USA 6. PAKISTAN 7. TÜRKEI vs. 2. CHINA 3.RUSSLAND 4. NORDKOREA 5. INDIEN 8. IRAN 9. VIETNAM 10. MAYANMAR

  • Mike am 01.12.2012 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bumerang

    Nachdem Ägypten in die Hand der Islamisten gefallen ist, werden die USA ihr blaues Wunder erleben, wer nach Assad in Syrien die Macht hat. Vom Volk wird der konflikt wohl schon lange nicht mehr gestützt. Der Weg zum Frieden führt über Moskau, Peking und Teheran - für die USA leider ein no go.

Die neusten Leser-Kommentare

  • t.U. am 01.12.2012 11:57 Report Diesen Beitrag melden

    die naiven Amis

    sollen sich bitte auch um die Flüchtlinge kümmern!

  • Matthias am 01.12.2012 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch

    Einmal mehr mischt sich der Ami in etwas ein, das ihn nichts angeht. Wäre gescheiter, sie würden mal vor der eigenen Türe wischen und schauen, dass sie ihre Probleme endlich auf die Reihe kriegen.

  • Mike am 01.12.2012 07:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bumerang

    Nachdem Ägypten in die Hand der Islamisten gefallen ist, werden die USA ihr blaues Wunder erleben, wer nach Assad in Syrien die Macht hat. Vom Volk wird der konflikt wohl schon lange nicht mehr gestützt. Der Weg zum Frieden führt über Moskau, Peking und Teheran - für die USA leider ein no go.

  • ProAssad am 01.12.2012 01:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Waffenlieferungen

    ... waren da noch nie ausgeschlossen. Was in Syrien stattfindet, ist ein Bürgerkrieg und andere Länder haben sich da nicht einzumischen. Es sind Extremisten am Werk, die sich als Rebellen tarnen und von den arabischen Diktaturen und der Türkei finanziert und mit Waffen versorgt werden. Bitte schlagt in Wikipedia unter FSA nach.

  • Martin am 01.12.2012 01:18 Report Diesen Beitrag melden

    Verstehe ich langsam nicht mehr

    Hingehen, allen die Waffen wegnehmen, helfen das Land wieder aufzubauen. Was soll der Vorteil von Waffenlieferungen sein? Sehe ich einen Politischen Hintergrund nicht? Würde eine grössere Macht nicht mitmachen? Wären die Grossmächte dazu eben gerade nicht in der Lage? Ich kapier's nicht. Entwaffnen und aufbauen helfen. Keine Ahnung wieso das nicht funktionieren soll.