Syrien-Krieg

13. Dezember 2012 17:32; Akt: 14.12.2012 08:18 Print

Russland hat Assad abgeschrieben

Im Kampf gegen die Aufständischen konnte Syriens Präsident Baschar al Assad immer auf die Hilfe Russlands zählen. Dies scheint sich nun zu ändern, denn der grosse Bruder ist skeptisch.

teaser image

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Nun glaubt auch Russland nicht mehr an ein politisches Überleben von Syriens Präsident. Baschar al-Assad verliere zunehmend die Kontrolle über das Land, eine Niederlage sei nicht auszuschliessen, sagte Russlands Vizeaussenminister Michail Bogdanow am Donnerstag.

«Man muss den Tatsachen ins Auge sehen - das Regierungsregime verliert mehr und mehr die Kontrolle über einen grossen Teil des Territoriums», zitierte die Nachrichtenagentur Itar-Tass Bogdanow.

Bislang war Russland der engste Verbündete der syrischen Führung. Zusammen mit Peking blockierte Moskau alle Versuche im UNO-Sicherheitsrat, Damaskus mit Sanktionen unter Druck zu setzen. Russlands Aussenminister Sergej Lawrow, der bislang fest an Assads Seite stand, will an diesem Freitag syrische Oppositionsvertreter empfangen.

Rasmussen: Regime bricht bald zusammen

NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sagte am Donnerstag in Brüssel, der Zusammenbruch des syrischen Regimes stehe kurz bevor. Der Zerfall der Regierung von Assad sei nur noch eine Frage der Zeit.

Zudem verurteilte Rasmussen den mutmasslichen Einsatz von Scud-Raketen, den die USA und die Rebellen der Regierung vorwarfen. Dieser zeige eine völlige Geringschätzung für das Leben der Syrer.

Eine Intervention ausländischer Kräfte im syrischen Bürgerkrieg ist nach den Worten des neuen Oppositionschefs Muas al-Chatib nicht mehr erforderlich. Das syrische Volk habe seine Probleme selbst angepackt, sagte Al-Chatib in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. «Zu seinem Schutz braucht es keine internationalen Kräfte mehr.»

Al-Chatib führt den Dachverband der syrischen Opposition, die Nationale Koalition, die sich vor Kurzem gründete. Die Opposition sei bereit, Vorschläge von Präsident Assad für eine Kapitulation und ein Verlassen des Landes zu prüfen, sagte er.

Für das Erstarken radikal-islamischer Kräfte in seinem Land machte Al-Chatib die internationale Gemeinschaft mitverantwortlich. «Wenn ein ganzes Volk zwanzig Monate lang Mord und Totschlag erlebt, dann kommen eben Gruppen mit radikalen oder extremistischen Ansichten nach oben», erklärte er.

Tote durch Autobomben

Unterdessen kam es in Syrien erneut zu Anschlägen. Bei der Explosion einer Autobombe in der Stadt Katana nahe Damaskus starben 18 Menschen, darunter sieben Kinder, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die Attacke soll sich gegen eine Offizierssiedlung gerichtet haben.

Später berichtete das Staatsfernsehen von der Explosion einer weiteren Autobombe in einem südwestlichen Vorort von Damaskus, bei der acht Zivilisten gestorben seien.

Der Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge beschossen am Donnerstag Kampfflugzeuge Vororte im Osten der Hauptstadt, die von Rebellen kontrolliert werden. Im Südwesten lägen Daraja und Moadamije unter Artilleriebeschuss. Dort versuchten derzeit Aufständische Fuss zu fassen.

Am Mittwoch hatten nach syrischen Behördenangaben mehrere Bombenexplosionen das Gebäude des Innenministeriums in Damaskus erschüttert. Dabei seien mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen.

(sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ehor am 14.12.2012 07:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Russland

    Schade das russland nicht weiter helffen wil

  • spot(t)lite zh am 14.12.2012 01:03 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Unterschied

    Russland ist wie Bundesbern.. da dauert alle Einsicht ein wenig länger.

  • Beobachter am 13.12.2012 23:46 Report Diesen Beitrag melden

    Schadenfreude?

    Der Titel klingt sehr schadenfroh. Wir werden uns Assad noch zurück wünschen wenn erst mal die Taliban und die Sharia herrschen. Das wird auch fuer Europa Konsequenzen haben. Schade das 20min nie vom Programm der Taliban und Al Kaida berichten das sie in diesen Basen geplant haben.

  • Fritz am 13.12.2012 23:23 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt muss nur noch China nachziehen!

    Jetzt müssen nur noch die Chinesen gleichziehen. Leider befürchte ich ab diesem Zeitpunkt, dass die bereits jetzt von der Regierung auf die Rebellen abgeschossenen Scud Raketen, aufsmal Chemische Sprengköpfe tragen werden. Der Giftgas Krieg ist also schon beinahe vorprogrammiert. Das könnte ganz üble Weihnachten geben.

  • Nr. 6 am 13.12.2012 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu spät!!

    Toll.. Das erkenntnis kommt für die 40000 Toten zu spät...:-(