Nahe Türkei

13. November 2012 12:18; Akt: 13.11.2012 12:25 Print

Syrische Luftwaffe greift wieder Grenzposten an

Trotz heftiger Proteste der Türkei hat Syrien wieder Einsätze bei der türkischen Grenze geflogen. Beobachter sprechen von sieben Detonationen.

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Trotz scharfer Proteste aus Ankara hat die syrische Luftwaffe am Dienstag erneut Ziele unmittelbar an der türkischen Grenze bombardiert. Syrische Kampfjets hätten den von Aufständischen kontrollierten Grenzort Ras al-Ain angegriffen, berichteten türkische Medien.

Insgesamt habe es wenige hundert Meter von der Grenze entfernt sieben Detonationen gegeben. Am Vortag gab es bei solchen Angriffen auf syrischer Seite Tote und in der Türkei mindestens drei Verletzte. Ankara hat in Damaskus scharfen Protest eingelegt und Kampfjets zur Sicherung der Grenze aufsteigen lassen.

Auch in der sieben Kilometer südlich von Damaskus gelegenen Ortschaft Daraja habe die Luftwaffe Einsätze geflogen, nachdem die Aufständischen dort einen Armeestützpunkt angegriffen hätten. Dies teilte die in London ansässige oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Über ein Dutzend Hinrichtungen

Am Montag kamen laut Beobachtungsstelle insgesamt 151 Menschen bei den Kämpfen ums Leben, die meisten davon Zivilisten. Zuletzt hatte das syrische Militär immer wieder aus der Luft gegen die Aufständischen gekämpft.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) fordert vom neuen syrischen Oppositionsblock ein deutliches Signal gegen Menschenrechtsverletzungen. Wie die Organisation in New York mitteilte, müssten Rebellen, die Menschenrechte verletzen, dafür zur Verantwortung gezogen werden.

Diese Botschaft müssten auch jene Länder an die Aktivisten senden, die die Opposition mit Waffen oder Geld unterstützen. Die Menschenrechtler haben nach eigenen Angaben mehr als ein Dutzend Hinrichtungen von Angehörigen der Regimestreitkräfte durch Oppositionelle dokumentiert sowie Fälle von Misshandlung und Folter in von Rebellen betriebenen Haftanstalten.

(sda)