«Sesamstrasse»-Autor

09. November 2012 23:27; Akt: 10.11.2012 00:00 Print

Syrische Opposition hat neuen Chef

Georges Sabra ist neuer Vorsitzender des oppositionellen Syrischen Nationalrats. Der ehemalige Lehrer hat die arabische Version der «Sesamstrasse» geschrieben.

storybild

Der ehemalige Lehrer George Sabra (r.) ist neuer Vorsitzender des Syrischen Nationalrats. Er hat die arabische Version der «Sesamstrasse» geschrieben. (Bild: Keystone/AP/Osama Faisal)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) hat einen neuen Vorsitzenden. An seiner seit Sonntag andauernden Tagung im katarischen Doha wählte das neue SNC-Generalsekretariat am Freitagabend den Oppositionsveteranen Georges Sabra zum Präsidenten.

Für den Christen Sabra, ein ehemaliges Mitglied der Kommunistischen Partei, stimmten 28 der 41 Mitglieder des Generalsekretariats. Sabra gilt als linksgerichteter Christ, war früher als Lehrer tätig und schrieb für die arabische Version der «Sesamstrasse».

Der 65-jährige Lehrer erklärte nach seiner Wahl, er werde im Namen des Nationalrats «darauf hinwirken, zusammen mit den anderen Bestandteilen der syrischen Opposition den Sturz des Regimes des Kriminellen (Präsidenten Baschar al-Assad) zu beschleunigen».

Sabra tritt die Nachfolge des scheidenden kurdischen SNC- Vorsitzenden Abdel Basset Saida an. Zum neuen Vize-Präsidenten wurde der Muslimbruder Faruk Tayfur gewählt.

Forderung nach Waffen

Auf die Frage, was er von der internationalen Gemeinschaft erwarte, sagte Sabra: «Wir haben nur einen Wunsch: das Blutbad zu beenden und dem syrischen Volk dabei zu helfen, dieses blutrünstige Regime zu verjagen, indem wir bewaffnet werden». Dreimal wiederholte der neu gewählte Vorsitzende: «Wir wollen Waffen».

Das SNC-Generalsekretariat war in der Nacht zum Donnerstag gewählt worden. Aus dessen Mitte wurde wiederum das elfköpfige Exekutivkomitee bestimmt. Von den elf Mitgliedern sind vier neu hinzugekommen.

Drei Mitglieder sind Islamisten. Auch ein Drittel der Mitglieder des Generalsekretariats sind Islamisten. Ethnische Minderheiten wie Kurden oder Assyrer sind ebenfalls vertreten.

Die aus Aktivisten vor Ort zusammengesetzten örtlichen Koordinierungskomitees sind in der neuen Führung des Nationalrats nicht mehr vertreten. Sie warfen den Muslimbrüdern vor, die Organisation zu kontrollieren.

Verhandlungen über gemeinsames Gremium

Unterdessen berieten andere oppositionelle Gruppen am Freitagabend unter der Schirmherrschaft von Katar und der Arabischen Liga über die Bildung eines gemeinsamen Oppositionsgremiums.

Darin sollten zivile Aufstandsgruppen in Syrien, militärische Gruppen, Religionsgelehrte und andere Vertreter der syrischen Gesellschaft repräsentiert sein. Dieses Gremium sollte wiederum eine Übergangsregierung und einen Militärrat schaffen.

Der Nationalrat zeigte sich gegenüber diesem Plan skeptisch und schlug stattdessen vor, dass ein Nationalkongress aus 300 Mitgliedern in den «befreiten Gebieten» tagen und eine Übergangsregierung bilden sollte.

(sda/dapd)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.