Panzer schiessen

12. November 2012 17:38; Akt: 12.11.2012 18:05 Print

Israel meldet «direkte Treffer» auf Ziele in Syrien

Nachdem wieder syrische Granaten auf den Golanhöhen eingeschlagen sind, zielten israelische Panzer auf Ziele in Syrien. Diese trafen sie auch. Im Grenzgebiet zur Türkei gab es derweil Tote.

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Syrer flüchten in die Türkei.

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m Syrienkonflikt eskaliert die Gewalt an den Grenzen zur Türkei und zu Israel weiter. Bei syrischen Luftangriffen im syrisch-türkischen Grenzgebiet gab es Tote und Verletzte. Am Montag schoss die israelische Armee erstmals gezielt auf Kampfverbände in Syrien.

Zuvor sei erneut eine Granate aus Syrien in der Nähe eines israelischen Postens eingeschlagen, teilte das israelische Militär in Tel Aviv mit. Panzer hätten daraufhin die Quelle des Feuers, eine mobile Artillerie-Einheit, unter Feuer genommen und getroffen, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Ob es sich um einen Verband der regulären syrischen Armee oder eine Rebelleneinheit handelte, war zunächst unbekannt. Auch über mögliche Opfer wurde nichts mitgeteilt.

Pufferzone kontrolliert

Das israelische Militär habe nach dem neuen Vorfall wieder Beschwerde bei der UNO-Beobachtertruppe eingelegt, die eine Pufferzone zwischen beiden Ländern kontrolliert.

In den vergangenen Tagen waren von syrischem Gebiet aus mehrere Granaten auf die von Israel besetzten Golan-Höhen abgefeuert worden. Offenbar handelte sich bei den Schüssen um Irrläufer der Auseinandersetzungen zwischen den Konfliktgruppen in Syrien.

Jahrelang ruhige Grenze

Syrien fordert grundsätzlich das von Israel seit dem Sechs-Tage- Krieg 1967 besetzte und 1981 annektierte Gebiet zurück. Die UNO erkennt die Annexion nicht an. Israel und Syrien befinden sich offiziell weiterhin im Kriegszustand.

Seit einem Abkommen der beiden Nachbarländer von 1974 patrouillieren etwa 1200 unbewaffnete UNO-Blauhelmsoldaten im Gebiet. Unter dem Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad blieb es entlang dieser Grenze jahrelang ruhig.

Luftangriffe an der Grenze zur Türkei

Auch von der syrisch-türkischen Grenze wurden am Montag Grenzverletzungen gemeldet. Nach türkischen Fernsehberichten bombardierte ein syrisches Kampfflugzeug ein Ziel in Ras al-Ain nahe dem türkischen Grenzübergang Ceylanpinar. Auch syrische Militärhelikopter seien im Einsatz gewesen. Dabei soll es auch auf der türkischen Grenze Verletzte gegeben haben.

Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London wurden in Ras al-Ain mindestens zwölf Menschen getötet. Unter ihnen seien sieben Rebellen.

Syrische Rebellen und regierungstreue Einheiten liefern sich seit Mittwoch Gefechte um Ras al-Ain. Tausende Syrer suchten seither Zuflucht in der Türkei. Das Rote Kreuz teilte in Genf mit, zur Unterstützung der bis zu 170 000 syrischen Flüchtlinge in der Türkei rasch 32,3 Millionen Dollar zu benötigen.

Positive Reaktionen auf Zusammenschluss

Im Kampf gegen das Assad-Regime schlossen sich die Oppositionsgruppen auf internationalen Druck zusammen. Als Chef der neuen Dachorganisation von Oppositionellen im In- und Ausland wählten sie am Sonntagabend in Katar einstimmig den ehemaligen Imam Moas al-Chatib. Der 50-Jährige rief umgehend alle religiösen Gruppen zur Einigkeit auf.

Nach der Einigung von Katar wurde Syriens Opposition internationale Unterstützung zugesichert. Unter anderem die Regierungen der USA, Deutschlands und Frankreichs begrüssten am Sonntag und Montag den Zusammenschluss der Gruppierungen.

Der Vizesprecher des US-Aussenministeriums, Mark Toner, erklärte etwa, das Zusammenrücken in Doha sei ein Meilenstein auf dem Weg zum «Ende von Assads blutiger Herrschaft und zum Beginn einer friedlichen, gerechten und demokratischen Zukunft» für alle Syrer.

(sda)