Ukraine

21. Oktober 2014 10:17; Akt: 21.10.2014 10:17 Print

Tötete eine Streubombe den Schweizer Helfer?

Die ukrainische Armee soll umstrittene Streubomben einsetzen. Auch beim Angriff auf Donezk, bei dem unter anderem ein Schweizer IKRK-Mitarbeiter ums Leben kam.

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Schwere Vorwürfe an die ukrainische Armee: Bei ihren Versuchen, die prorussischen Rebellen aus ihren Hochburgen im Osten des Landes zu vertreiben, soll sie Streubomben einsetzen. So etwa bei den Angriffen auf Donezk am 2. und 5. Oktober, bei denen unter anderem ein Genfer Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes ums Leben kam. Das behauptet die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) in einem Bericht vom Montag.

HRW untersuchte die Einschlagstellen, die nach diesen Angriffen herrührten, und entdeckte klare Hinweise auf Streubomben. Mehr noch: Die Geschosse sollen von Gebieten aus abgefeuert worden sein, die von den ukrainischen Streitkräften besetzt waren. Der Einsatz dieser Bomben würde – falls die Berichte bestätigt werden – eine Versöhnung in der Ukraine zusätzlich erschweren, wie die «New York Times» schreibt.

Besonders heimtückische Waffe

Aus dem HRW-Bericht geht hervor, dass auch die pro-russischen Rebellen Streubomben einsetzen. Die Waffen sind wegen ihrer Wirkung besonders heimtückisch. Sie zerlegen sich noch vor dem Aufprall in unzählige kleine Sprengsätze. Da dadurch ganze Landstriche vermint werden können, stellen sie eine besonders hohe Gefahr für Zivilisten dar. Vor allem Kinder sind gefährdet, weil sie laut Spiegel Online die Sprengsätze für Spielzeug halten. Aus diesem Grund unterzeichnete auch die Schweiz ein internationales Abkommen zum Verzicht auf diese Waffen.

Die ukrainische Armee und die pro-russischen Separatisten schoben sich die Verantwortung für die Toten und Verletzten Anfang Oktober in Donezk gegenseitig zu. Das Militär wies zudem die Vorwürfe zurück, Streubomben eingesetzt zu haben. Trotz eines Waffenstillstands, der seit Anfang September gilt, dauern die Kämpfe in der Ostukraine an. Sie haben seither über 300 Menschenleben gefordert.

(kmo)