US-Senat

07. November 2012 06:16; Akt: 07.11.2012 08:26 Print

Progressive Wahl im Agrarstaat

Mit Tammy Baldwin wird die erste offen lesbische Politikerin in die kleine Kammer des US-Kongresses einziehen. Nicht nur ihren Wählern, auch jenen ihres Kontrahenten ist ihre sexuelle Ausrichtung schnuppe.

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Die erste offen lesbische Senatorin: Tammy Baldwin umarmt den zurückgetretenen Senator Harry Kohl.

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«Ich war mir nicht einmal bewusst, dass sie lesbisch ist», sagte Owen Couch, ein Mechaniker aus Waukesha im Bundesstaat Wisconsin, der Reporterin der «Washington Post». Couch wählte Baldwins Gegenspieler, den Republikaner Tommy Thompson, weil er immer republikanisch wähle.

Auch ein anderer befragter Thompson-Wähler gab zu Protokoll, er habe sich keine Gedanken gemacht zu Baldwins sexueller Ausrichtung. «Ich weiss, dass sie lesbisch ist, natürlich, aber das spielt hier wirklich keine Rolle.»

Wähler wollen keine Hinterwäldler

Tammy Baldwin selbst, bisher Kongressabgeordnete für die Hauptstadt Madison, sagt, das Thema sei in ihrem Wahlkampf keines. Das ist einigermassen erstaunlich: Das ländliche Wisconsin, bekannt für seine Käseindustrie, wählt zwar häufig demokratisch, gilt aber nicht gerade als progressiver Fahnenträger.

Aber konservative Ansichten in sozialen Fragen haben sich in diesen Wahlen für etliche Kandidaten als Bumerang erwiesen: Die beiden republikanischen Kandidaten, die mit absurden Aussagen zu Abtreibungen Schlagzeilen machten, wurden klar geschlagen.


(bem)