Rassismus via Twitter

09. November 2012 11:45; Akt: 09.11.2012 12:29 Print

Wo die Obama-Hasser hocken

Die Wiederwahl von Barack Obama wird in den USA als Sieg über Fanatismus und Rassismus gefeiert. Eine Karte, die rassistische Tweets lokalisiert hat, zeichnet ein anderes Bild.

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Rot: Einzelne Hass-Tweets. Eingefärbte Bundesstaaten: Je grüner, desto rassistischer. Die interaktive Grafik finden Sie hier (Bild: geocommons.com)

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Barack Obama ist nicht nur der erste schwarze Präsident der USA, er ist auch der erste schwarze wiedergewählte Präsident der USA. Für die Vereinigten Staaten ist diese historische Wahl eng verbunden mit dem demografischen Wandel in dem Land. Schon jetzt haben die Minderheiten dem Präsidenten zur Wiederwahl verholfen – und bald schon werden die weissen Angelsachsen nicht mehr in der Überzahl sein – der Anteil an Latinos, Schwarzen und Asiaten nimmt stetig zu.

Was aber bleibt, ist der Rassismus gegen die «anderen Ethnien». Ein schwarzer Präsident ist für viele Amerikaner auch nach vier Jahren noch ein rotes Tuch. Dementsprechend heftig fielen einige Kommentare zur Wiederwahl Obamas aus. Dank der neuen Medien kommen dabei aber nicht nur Meinungen von Politikern, Analysten oder Kommentatoren an die Öffentlichkeit.

Karte zeigt die Hass-Twitterer

Auch das «normale Volk» kann sich via Twitter und Facebook an ein Millionenpublikum wenden. Gerade diese Normalbürger, oder zumindest einige von ihnen, liessen ihrem Hass nach dem 6. November freien Lauf. Ausdrücke wie «Fucking Nigger won again» («Scheiss Neger hat wieder gewonnen») fielen zu Hunderten via Twitter aus allen Teilen des Landes.

Dank den Geodaten dieser Twitterer hat geocommons.com eine Karte erstellt, die deren Standorte aufzeigt. Mit roten Punkten sind dabei die einzelnen Rassisten-Tweets dargestellt. Die Färbung der jeweiligen Bundesstaaten zeigt die Dichte an rassistischen Tweets im Verhältnis zu allen registrierten Twitterern. Je dunkler ein Bundesstaat eingefärbt ist, desto höher ist die Dichte.

Kein «Sieg über den Fanatismus und Rassismus»

Die Auswertung ist wenig überraschend. Die Südstaaten Alabama und Mississippi sind mit Abstand die Hauptsünder unter den Bundesstaaten. Danach folgen Georgia, South Dakota und der Mormonenstaat Utah. Abgeschlagen am Schluss der Liste sind die liberalen Staaten Rhode Island und Hawaii.

Der «Sieg über den Fanatismus und Rassismus», wie ihn diverse US-Kommentatoren nach der Wahl bereits feierten, ist also mit Vorsicht zu geniessen. Die Hass-Twitterei dient als Indikator für den schwelenden Rassen-Hass, der in den USA immer noch herrscht. Auch die Proteste an der Universität von Mississippi in dieser Woche vermittelten diesen Eindruck.

(aeg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Stimmenzähler am 09.11.2012 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frage des Standpunktes

    So, jetzt wissen wir also wo die "bösen" hocken. Toll. Und jetzt bringt doch bitte mal eine Grafik mit allen Tweets zu Rassismus von Schwarzen die "Fuck Romney", "Fuck all pale faces" und ähnliches geschrieben haben. Ach so, schwarzen Rassismus gibt es ja gar nicht resp. DARF es nicht geben!

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  • Alex C. am 09.11.2012 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht aussagekräftig

    Die Punkte auf der Karte zeigen auch mehr oder weniger die grössten Städte der USA. Das heisst, überall wo es eine (grosse) Stadt gibt. gibt es auch genug Obama Hasser. Die Karte ist für den Müll.

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  • d.wahler am 09.11.2012 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    amis...

    ...sind ja alles ureinwohner...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Besserwisser am 09.11.2012 19:43 Report Diesen Beitrag melden

    Wir sind nicht besser

    Wäre bei uns auch so. Stellt euch mal einen Bundesrat mit balkanischen Wurzeln und einem -ic Namen vor. Ist kaum vorstellbar, nicht wahr?

    • Krista am 12.11.2012 12:35 Report Diesen Beitrag melden

      Was soll denn dieser Titel

      Es gibt immer schlechte Verlierer. Aber gebt ihnen bitte nicht eine solch grosse Plattform. Im Vergleich zu denen, welche wirklich für Obama gestimmt haben, sind diese doch gar nichts! Ich bin mir sicher, sie haben Obama wegen seiner Klugheit, Vertrauenswürdigkeit, Menschlichkeit und seiner Weitsicht gewählt.

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  • Hans am 09.11.2012 18:53 Report Diesen Beitrag melden

    Latinos

    Witzig vor der Wahl war auch die Reportage, wie stolz die Latinos auf ihren latino Präsidenten sind, ihre Latino Schulen und das jetzt latinos gar eine eigene Zeitung drucken. DAS ist genauso Rassismus!

    • Nobody am 12.11.2012 09:02 Report Diesen Beitrag melden

      Rassismus?

      Das ist bestimmt kein Rassismus. Man kann es durchaus als Abgrenzung oder ähnliechs anschauen. Solange es nicht gegen jemand anderen gerichtet ist trifft das aber bestimmt nicht zu. Ansonsten lies mal nach

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  • guntern georg am 09.11.2012 18:45 Report Diesen Beitrag melden

    was wird gesucht?

    Wird da nicht was gesucht, um Weisse als rassisten hinzustellen? Am meisten Rassismus erfährt der Deutsche. Er wird immer noch als Mörder usw hingestellt. Auf der ganzen Welt hört man nur, dass der Weisse rassistisch ist? Wenn Indianer im Alkohol versaufen trotz hohem Reichtum, wenn im nahen Osten die Leute sich die Nase einschlagen Trotz viel Reichtum, ja dann ist immer der Weisse schuld. Nur von China hört man nie ein Klagen, aber vielleicht darum ziehen die rechts an allen vorbei. In Amerika gibt es ja nicht Weissenviertel, es gibt Schwazenviertel wo kein Weisser hinein darf "Rassismus"?

  • r.h. am 09.11.2012 16:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfassbar 

    Das macht mich wütend und auch ein bisschen traurig!

  • Globetrotter am 09.11.2012 15:58 Report Diesen Beitrag melden

    United or Divided States?

    United or Divided States - die alte Frage... Obama wird es nicht einfach haben USA zu "europäisieren" im positiven Sinne. Auch seine persönliche Sicherheit ist bei soviel Waffenbesitz nicht einfach umzusetzen. Eigentlich gibt es wahrscheinlich dringendere Probleme auf der Welt als die Hautfarbe des US-Präsidenten.