Doris Leuthard in Argentinien

20. April 2017 20:37; Akt: 20.04.2017 20:37 Print

«Das Potenzial ist riesig»

von K. Leuthold, Buenos Aires - Freihandelsabkommen und Kooperationen: Bundespräsidentin Doris Leuthard will die frostige Beziehung zu Argentinien auftauen.

Bundespräsidentin Doris Leuthard reiste am 17. April nach Argentinien. Mit 20 Minuten sprach sie über die Schweizer Beziehung zum südamerikanischen Land. (Video: 20 Minuten / kle)
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Kaum in Buenos Aires angekommen, erwarteten Doris Leuthard und ihre grosse Wirtschaftsdelegation seit Dienstag drei arbeitsintensive Tage. Die Bundespräsidentin traf zunächst ihren argentinischen Amtskollegen Mauricio Macri, es folgten Termine mit Aussenministerin Susana Malcorra und Vertretern aus dem Wirtschaftsbereich sowie aus der Wissenschaft, dem Bau und den Finanzen. Das Ziel: das distanzierte Verhältnis zwischen der Schweiz und Argentinien aufzubrechen und die Länder anzunähern.

Frau Leuthard, welche Investitionen sind in Argentinien vorgesehen?
Das hier ist die erste Reise einer Schweizer Bundespräsidentin nach Argentinien, gerade in einem Moment, in dem sich Argentinien ziemlich stark verändert. Wir wollen mehr exportieren und deshalb sind wir mit einer Wirtschaftsdelegation hierhergekommen, weil wir überzeugt sind, das Potenzial ist riesig. Uns gefällt, was die Regierung macht, und das wollen wir unterstützen. Wir haben gesehen, es gibt Potenzial im Bereich der Infrastruktur und natürlich gerade für uns im Eisenbahnbereich. Wir haben grosse Möglichkeiten im Energiebereich und im Finanzdienstleistungssektor sowie in klassischen Bereichen wie Maschinen- und Uhrenindustrie.

Was kommt konkret der Schweiz zugute?
Wir sind jetzt schon das Land, mit dem sechstgrössten Investitionsvolumen in Argentinien. Der Schweizer Markt ist klein, darum ist es für uns immer gut, dass wir Partnerländer haben, in die wir investieren und für die wir produzieren können. Ich glaube, der Moment dafür ist gut, weil bald mit der Regierung erste Verhandlungen für ein Freihandelsabkommen Mercosur-EFTA stattfinden. Die argentinischen Zollgebühren sind immer noch sehr hoch und auch die Löhne in Argentinien sind relativ hoch im Vergleich zu anderen Tieflohnländern.

Aber wieso gerade jetzt, wo das Land in einer Rezession ist und die Inflation sehr hoch ist?
Wir haben die Zahlen genau verfolgt. Die Rezession war letztes Jahr, dieses Jahr wird ein Wachstum von 2,7 Prozent erwartet. Die Daten, die der Staat veröffentlicht, stimmen auf jeden Fall. Man hat auch die Inflation schon heruntergebracht, obwohl sie für Schweizer Verhältnisse immer noch hoch ist. Aber ich glaube, die Währung ist jetzt viel stabiler. Natürlich spürt man noch bei den Unternehmen einige Fragezeichen, aber bei den vielen Gesprächen, die wir führten, haben wir viel Zuversicht angetroffen. Bei vielen Ministerien will man wirklich vorwärtskommen, und ich glaube, die Bevölkerung will auch nicht mehr zurück in ein altes System. Ich glaube, die Bevölkerung will Demokratie und Jobs.

Eine grosse Community von Auslandschweizern

Rund 16'000 Schweizerinnen und Schweizer leben nach Angaben des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) heute in Argentinien – sie bilden somit die grösste Auslandschweizergemeinschaft Lateinamerikas. Das Land ist hinter Brasilien und Mexiko der drittwichtigste Investitionsstandort für Schweizer Unternehmen in Lateinamerika.

Am Mittwochabend liess sich die Bundespräsidentin dann bei einem Empfang in der Residenz von Botschafter Hanspeter Mock vor der Community der Auslandschweizer zu einem Tango-Tanz überreden. Am Donnerstagmorgen reiste Leuthard mit der Schweizer Delegation nach Peru weiter, wo sie am Freitag von Präsident Pedro Pablo Kuczynski empfangen wird.

Bundespräsidentin Doris Leuthard in Argentinien

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kurt am 20.04.2017 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunderbar

    Macht sie doch wunderbar unsere Doris! Vielleicht kann sie so gut vermitteln, dass noch mehr Schweizer nach Argentinien auswandern können, um dort ihren Lebensunterhalt zu bestreiten! Bei uns wird es allmählich knapp mit der immensen Zuwanderung!

  • tomy am 20.04.2017 21:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Reisegeil

    Die soll doch mal in der CH aufräumen. Und was ist mit CO2 in der von ihren besuchten Ländern? Showtime auf Kosten der CH Steuerzahler!

  • Mari am 20.04.2017 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragwürdig

    Wenn diese Frau nur herum reisen kann dann gehts ihr gut! Wäre an der Zeit daß sie für einmal etwas Sinnvolles für die Schweiz macht

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Jeko am 21.04.2017 13:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorteile nur für Multis

    Das Kleinvolk soll weiter überteuerte Preise zahlen und möglichst nicht im Ausland günstiger einkaufen können.

  • Reto Gantenbein am 21.04.2017 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ideallösung

    Am liebsten wäre es mir als Durchschnittsschweizer, die ausländischen Vertretungen kämen zu uns und bäten uns um enge Handelsbeziehungen. Dann bräuchten unsere Regierungsmitglieder nicht in der Welt herumzureisen und mühsam Handelsbeziehungen zu knüpfen. Das wäre gut und unserem Status angemessen. Aber leider gehen wir Eidgenossen den meisten auf dieser Welt am Allerwertesten vorbei. Also, müssen wir doch zu künftigen Handelspartnern hinfahren und Steuergelder verpulvern.

  • CH_BUERGER am 21.04.2017 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Ziellos

    Hat sie wieder ein schönes Reisli gemacht ohne irgendwelche konkreten Zielen und noch vielmehr, ohne irgendwelche Ergebnisse.

  • wooz am 21.04.2017 12:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich glaube

    Die Dame nutzt für mich zu oft den Ausdruck "ich glaube". Das macht keinen kompetenten Eindruck.

  • nene am 21.04.2017 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Immer wenn

    einer dieser "Elitären" ins Ausland gehen wo es eine Krise gibt, kann man damit rechnen dass die nächsten "Gastarbeiter" die CH überfluten werden. Kelten ahoi!

    • Sven müller am 21.04.2017 13:02 Report Diesen Beitrag melden

      Kelten?

      Wieso kelten? Wir sind doch germanen, allemannen wenn ich mich recht entsinne. Wir sprechen doch kein französich.

    • Ueli am 21.04.2017 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sven müller

      Das sind auch Germanen: Franken und Burgunder. Von Kelten ist bei uns nur noch soviel übrig wie wie der Anteil von Alkohol im Weissbrot. Tja, das haben uns unsere immigrierende Vorfahren aus der Ostseegegend eingebrockt.

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