Drohung aus Nordkorea

01. Januar 2018 02:38; Akt: 01.01.2018 12:57 Print

«Der Atomknopf ist auf meinem Tisch»

In seiner Neujahrsansprache warnt Kim Jong-un die USA vor einem Krieg. Versöhnliche Töne richtet er an Südkorea.

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Kim Jong-un droht mit einem Atomwaffenangriff: Südkoreaner verfolgen die Neujahrsansprache des nordkoreanischen Machthabers. (1. Januar 2018) Kim forderte die USA auf, Pyongyang als Atommacht anzuerkennen. Sein Aussenministerium unterstellt den USA eine «feindselige Politik»: Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un. (3. September 2017) «Wir sind bereit, unsere Rolle als Vermittler anzubieten», sagte Bundespräsidentin Doris Leuthard in Bern. «Es ist nun wirklich Zeit, sich an den Tisch zu setzen. Grossmächte haben eine Verantwortung.» Er hat mehrere Atomtest durchgeführt: Diktator Kim Jong-un besucht das Institut für chemisches Material der Akademie für Verteidigungswissenschaft in Nordkorea. (23. August 2017) Die Messungen der US-Erdbebenwarte USGS haben im August eine Stärke von zuerst 5,6 und später von 6,3 ergeben – ein Indiz für einen Test. Das japanische Warnsystem hat reagiert: Passanten in Südkorea sehen Nachrichten über den nordkoreanischen Raketenstart. (29. August 2017) Teile der Rakete sind östlich der japanischen Hauptinsel Hokkaido niedergegangen: Südkoreanische Nachrichten. (29. August 2017) Provoziert mit seinen Raketenstarts: Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong-un. (Archivbild) Die nordkoreanische Rakete habe eine «ernsthafte» Bedrohung der Sicherheit dargestellt: Eine japanische Flugabwehrrakete. (29. August 2017) Will seine Bevölkerung schützen: Der japanische Premierminister Shinzo Abe. (29. August 2017) Nordkorea testet eine Hwasong-14-Rakete. (Archivbild) Nordkorea setzt sich immer wieder über UNO-Resolutionen hinweg, welche Tests mit ballistischen Raketen verbieten. (Archivbild)

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Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat in seiner Neujahrsbotschaft mit einem Atomwaffenangriff gedroht. «Der Atomknopf ist immer auf meinem Tisch», erklärte Kim am Montag. Dies sei «keine Erpressung, sondern die Realität». «Das gesamte US-Festland ist in Reichweite unserer nuklearen Schlagkraft. (...) Die Vereinigten Staaten können niemals einen Krieg gegen mich oder unser Land beginnen.»

Kim forderte die USA zudem auf, Pyongyang als Atommacht anzuerkennen. Nordkorea habe 2017 das historische Ziel erreicht, seine nukleare Streitmacht «zu vervollständigen», sagte er in einer am Montag im Staatsfernsehen ausgestrahlten Neujahrsansprache.

Kurz vor einer Silvesterparty auf seinem Anwesen in Florida hielt sich US-Präsident Donald Trump mit einer Bemerkung in Richtung Nordkorea zurück. «Wir werden sehen», sagte er am Sonntagabend auf die Neujahrsansprache des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un angesprochen.

Beziehung zu Südkorea soll sich verbessern

Nordkorea habe 2017 das historische Ziel erreicht, seine nukleare Streitmacht «zu vervollständigen», sagte er und betonte zudem die wirtschaftlichen Errungenschaften des Landes. 2018 werde wichtig sein, die Lebensstandards der Nordkoreaner zu verbessern.

Auch an seinen Nachbarn Südkorea richtete er sich: Die Beziehung zwischen Nord- und Südkorea müsse sich verbessern, forderte Kim. Insbesondere nannte er die bald beginnenden Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang. Regierungsvertreter beider Länder sollten sich dringend treffen, um das Senden einer nordkoreanischen Delegation zu besprechen.

Kim Jong-un droht mit einem Atomwaffenangriff. (Video: Tamedia/AFP)

USA sei nun in Reichweite

Im vergangenen Jahr hat sich der Atomkonflikt zwischen Nordkorea und den USA zugespitzt, die Rhetorik wurde auf beiden Seiten verschärft. Pyongyang hat zig Raketentests durchgeführt.

Im September testete das Land eine Wasserstoffbombe, die nach japanischen Angaben eine Sprengkraft von 160 Kilotonnen hatte – mehr als zehnmal so viel wie die Atombombe, welche die US-Streitkräfte 1945 über Hiroshima abwarfen. Ende November brüstete sich Nordkorea mit dem Test einer Interkontinentalrakete und erklärte, das gesamte US-Festland liege nun in Reichweite nordkoreanischer Raketen. Der UNO-Sicherheitsrat verhängte wiederholt Sanktionen gegen Nordkorea, zuletzt am 22. Dezember.

(roy/sda/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • P.S. am 01.01.2018 02:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Donald vs Kim

    Fängt ja gut an mit den Nachrichten im Jahr 2018...

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  • .Nicolas. am 01.01.2018 02:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bericht nicht fertig.

    Mindestens eine Rakete soll technisch in der Lage sein, das US-Festland zu (roy/sda) ??? zu was? schwache Leistung aso bitte.

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  • Möbel Märki Mir am 01.01.2018 03:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonderangebot 2018

    Atomknopf Tische in verschiedenen Variationen günstig zu verkaufen! :-)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Koko Lore am 02.01.2018 11:35 Report Diesen Beitrag melden

    Und Frederik...

    Ach, das kleine fette Ferkelchen plustert sich wieder auf, kaum ist das neue Jahr angebrochen. Und so geht das Geschichtchen weiter. Bleibt zu hoffen, dass die Natur dem irgendwann ein Ende setze, wenn's die geheimniskrämernden Facharbeiter schon nicht tun.

  • Eva am 01.01.2018 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nord Korea...

    Wenn allen sich mal mit den Landes Problemen würden beschäftigen, statt nur an Krieg und Macht zu denken, sähe es schon viel besser in der Welt aus, aber es ist gerade das Ablenken von den Problemen, und nur nach Macht zu streben... Das kennen wir nur genug aus der Vergangenheit.. Der Mensch bleibt ein Raubtier... Leider...

  • B. Kerzenmacher am 01.01.2018 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wäre...

    man US-Bürger und wüsste, das diese Bedrohung real ist und die eigene Regierung in der Lage ist, diese Bedrohung zu neutralisieren, würde man erwarten, dass die eigene Regierung mein und das Leben meiner Familie schützt. Nebenbei: "2018 werde wichtig sein, die Lebensstandards der Nordkoreaner zu verbessern", sagte Kim Jong-un in der Ansprache. Auf das Niveau von Somalia?

  • Tacheles am 01.01.2018 19:33 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch logisch!

    Wenn eine kriegshungrige Nation wie die USA ständig mit dem Säbel rasselt, dann kann man sich entweder unterwerfen, oder dagegen stellen. Und tut man zweiteres, dann hat man besser was in der Hand um ihre Invasion zu stoppen. Sonst endet man wie Saddam am Galgen. Die USA werden natürlich nie und für nichts jemals zur Rechenschaft gezogen. Immer die andern sind die Verrückten Bösewichte. Irgendwie seltsam, oder?

  • Elfe68 am 01.01.2018 19:31 Report Diesen Beitrag melden

    Friedliche Lösung

    "Der Atomknopf ist immer auf meinem Tisch", sagte Kim Jong Un. Ich habe da ein paar Fragen: glaubt dieser Typ wirklich, dass wenn er den Knopf drückt, sein Land unbehelligt bleibt? Denkt er denn nicht an seine Landsleute, die ihn unterstützen, was er natürlich als selbstverständlich nimmt. Ist ihm eigentlich egal, was mit seinem Land geschieht und glaubt er wirklich, dass die Welt einfach nur zuschaut, wenn er den Knopf drückt?Warum kann man denn das Kriegsbeil nicht begraben und Grösse zeigen. Denn friedliche Lösungen finden, das wäre die wirkliche Grösse und Stärke eines Machthabers.