Klinik verurteilt Juxanruf

08. Dezember 2012 18:34; Akt: 08.12.2012 19:21 Print

«Diese Aktion war wahrhaft entsetzlich»

In einem scharfen Brief kritisiert das Londoner Spital die beiden Radiomoderatoren, die sich als Queen Elizabeth und Prinz Charles ausgegeben hatten.

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Das Londoner Spital, in dem zwei Schwestern auf einen Telefonstreich zweier australischer Radiomoderatoren hereingefallen waren, hat in einem Brief an den Rundfunksender die Aktion als «wahrhaft entsetzlich» verurteilt.

«Ich schreibe Ihnen, um auf das Schärfste gegen den Telefonstreich Ihres Senders 2DayFM zu protestieren», hiess es in einem Brief des Klinikpräsidenten Simon Glenarthur an den australischen Rundfunk, wie am Samstag aus einer Erklärung der Klinik hervorging. Dort war die schwangere britische Herzogin Kate wegen schwerer Übelkeit behandelt worden.

Die unmittelbare Folge des «vorsätzlichen und unüberlegten» Streichs sei die «Demütigung zweier aufopfernder Krankenschwestern» gewesen, die nur ihren Job gemacht hätten, nämlich sich um die Patienten zu kümmern. Die zweite Folge, der Tod einer der beiden Pflegerinnen, sei «unbeschreiblich tragisch», hiess es in dem Brief.

Ermittlungen dauern an

Zwei Moderatoren des Senders 2DayFM hatten sich als Queen Elizabeth II. und Prinz Charles ausgegeben und waren zu einer Krankenschwester durchgestellt worden, die Auskunft über Kates Zustand gab.

Die Schwester, Jacintha Saldanha, war am Freitag tot aufgefunden worden. Nach Darstellung britischer Medien nahm sich die Frau das Leben. Die Ermittlungen dauern aber noch an.

«So etwas darf nie wieder geschehen»

Glenarthur schrieb, die Tatsache, dass der Anruf nicht nur aufgezeichnet sondern anschliessend mit Genehmigung durch höhere Stellen des Senders auch ausgestrahlt worden sei, sei «wahrhaft entsetzlich».

Zwar könnten die Schäden, die der Streich angerichtet habe, nicht wieder gutgemacht werden. Es müsse jedoch sichergestellt werden, dass so etwas nie wieder geschehe. Die beiden verantwortlichen Moderatoren Mel Greig und Michael Christian hatten angekündigt, bis auf Weiteres nicht mehr in der Sendung aufzutreten.

(sda)