Anti-Homo-Demo

17. November 2012 18:35; Akt: 17.11.2012 20:48 Print

«Ein Papa, eine Mama, ganz einfach!»

In Frankreich sind über 100'000 Menschen gegen die Homo-Ehe auf die Strasse gegangen. Sie wollen den Gesetzentwurf zur Homo-Ehe im Parlament verhindern.

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Demonstrationen und Gegendemonstrationen in ganz Frankreich, hier in Toulouse. (Bild: AFP)

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Mehr als 100'000 Menschen haben am Samstag in Frankreich gegen die geplante Homo-Ehe und das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare demonstriert. In der Hauptstadt Paris versammelten sich laut Polizei rund 70'000 Menschen zu einer Kundgebung.

Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich in Paris 200'000 Menschen an dem Protest. Die Demonstranten auf dem Platz Denfert- Rochereau hielten auf Plakaten Slogans wie «Ja zur Familie!» und «Ein Papa, eine Mama, ganz einfach!» in die Höhe.

Die Veranstalter verwiesen darauf, dass die Kundgebung weder politisch noch religiös motiviert sei und sich auch «gegen Homophobie» richte. Für den 13. Januar riefen die Veranstalter zu einem weiteren Aktionstag gegen die Pläne der sozialistischen Regierung auf.

In Toulouse im Südwesten Frankreichs versammelten sich nach Angaben der Polizei am Samstag 5000 Menschen, um gegen die Homo-Ehe zu demonstrieren. Gegen die Teilnehmer einer nicht genehmigten Demonstration von rund 350 Anhängern der Regierungspläne setzte die Polizei Tränengas ein, um die beiden Lager zu trennen.

In Lyon beteiligten sich laut Behörden 22'000 Menschen an einer Kundgebung gegen Homo-Ehe und Adoptionsrecht, bei der auch mehrere kirchliche Vertreter mitliefen. Es gab einige kleinere Zwischenfälle, die Polizei nahm zehn Menschen wegen Gewalttätigkeiten oder Waffenbesitzes fest.

Weitere rund 200 Menschen wurden festgenommen, weil sie sich an einer nicht angemeldeten Gegendemonstration beteiligten. Die Polizei trennte mehrere der Gegendemonstranten und Vertreter extrem rechter Gruppierungen, die für die traditionelle Familie demonstrierten.

Weitere Demonstration am Sonntag

Unter anderem auch in Nantes, Rennes und Marseille demonstrierten mehrere tausend Menschen gegen die Homo-Ehe und das Adoptionsrecht. Am Sonntag soll in Paris auf Aufruf der katholischen Organisation Civitas eine weitere Demonstration gegen die Regierungspläne stattfinden.

Das französische Kabinett hatte Anfang November einen Gesetzentwurf zur Homo-Ehe auf den Weg gebracht. Dieser sieht erstmals auch ein Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare vor. Die Nationalversammlung soll sich ab Januar mit dem Gesetzentwurf befassen, gegen den die konservative Opposition und die katholische Kirche Sturm laufen.

Bereits seit 1999 können homosexuelle Paare in Frankreich eine eingetragene Lebenspartnerschaft (PACS) eingehen. Adoptionen durch solche Paare sind bisher aber nicht möglich.

(sda)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Das Hauptkriterium bei der Adoption von Kindern sollte das Wohleregehen des Kindes sein, nicht Ansichten, Ausrichtungen oder ähnliche Dinge der Eltern. Wenn ein schwules oder lesbisches Pärchen dem Kind eine gute Umgebung bieten kann zum aufwachsen und es erziehen kann, dann viel lieber das als das Kind in ein Heim zu schicken. Die Missbrauchsfälle da sind bekannt, und trotzdem sieht man das lieber, als wenn ein Kind zwei Mamis oder zwei Papis hat. Komische Welt. Die ideale Welt, in der das Kind mit einem Papi und einem Mami aufwächst, gibt es heute leider eh nicht (Scheidungen etc). – Christian

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • J. Meyer am 18.11.2012 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Primäre Frage

    Hab nichts gegen Schwule oder Lesben, aber ich gestehe, das es mir schwerfällt, in einer solchen Homosexuellen Ehe ein Kind aufwachsen zu sehen. Das Argument mit Alleinerziehenden kann ich auch nicht gelten lassen, da hier das Kind im Normalfall dennoch das andere Elternteil zur Verfügung hat im Rahmen der Vereinbarungen. Bei einer Homoehe fehlt aber das geschlechtliche Gegenstück, welches m.E. wichtig für die Entwicklung des Kindes bedeutet. Will ja nicht behaupten, Homopaare wären Rabeneltern, nein, kann vielleicht gut funktionieren, aber ob der Entwicklung förderlich, das ist die Frage!

  • Kurt am 17.11.2012 20:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    keine Adoption

    Gegen Ehen bin ich nicht, aber falls es zu einer erlaubten Adoption von Kindern für Homosexuelle kommt, dann geht das echt zu weit. Das würde mir jetzt schon sehr Leid tun - was die alles in der Schule zuhören bekommen werden - echt grausam.

  • Schwuler am 17.11.2012 21:21 Report Diesen Beitrag melden

    Noch nicht die Zeit dafür... :(

    Ich hoffe, dass eines Tages die Welt für die Gleichstellung von Hetero-Ehen und Homo-Ehen sowie die Adoption und Leihmutterschaft für homosexuelle Paare bereit sein wird. Offensichtlich sind wir noch weit davon entfernt. Eine Zwangsdurchsetzung solcher Gleichstellungsgesetze würde sich fatal auf die innerpolitische Sicherheit auswirken. Gewalttätige Demonstrationen und noch grösserer Hass gegenüber Homosexuellen wären vorprogrammiert.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dave am 19.11.2012 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild für die Schweiz

    Ich finde das auch die Schweiz die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnen sollte. Eine Familie definiert sich doch über sich liebende Menschen, und nicht über deren Geschlechter. Übrigens funktioniert dieses System schon in einigen Länder (z.B Belgien) sehr gut.

  • Mike Meier am 19.11.2012 17:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ehe = Mann und Frau mit Kindern

    Das ist auch der überwiegende Normalfall. Die Ursache von kinderlosen Paaren beseitigen durch Family Mainstreaming statt Gender Mainstreaming, dann hat es noch mehr liebevollen Raum für Kinder. Partnerschaften zwischen lesbischen oder homosexuellen Kindern können den geeigneten Raum für Kinder gar nicht bieten, weil die Grundvoraussetzungen dafür fehlen.

    • Fiona am 20.11.2012 09:31 Report Diesen Beitrag melden

      Ehe = zwingend Kinder, Hund, Eigenheim

      "kinderlose Paare beseitigen durch Family Mainstreaming" - jedes heterosexuelle verheiratete Paar muss also Kinder haben, ob eigene oder adoptierte spielt keine Rolle, ob sie möchten oder nicht ebenfalls, genauso wie ob sie überhaupt im Stande sind eine Familie zu führen. Das ist doch nur noch doof... Und übrigens - "Partnerschaften lesbischer und homosexueller Kinder" - was ist das genau?

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  • Antonio, Zürich am 19.11.2012 15:23 Report Diesen Beitrag melden

    An all diejenigen, die ...

    ..., die hier über Natur reden. Es gibt in der Fauna genug Beispiele von gleichgeschlechtl. Paare, die Junge grossziehen. ..., die hier über Mobbing reden. Wenn ihr eurem Nachwuchs beibringt, es sei nicht normal, zwei Väter zu haben, dann ist es vorhersehbar, dass die Betroffenen gemobbt werden. ..., die hier über die Werte der trad. Familie reden. Heute wird geheiratet u. a. wegen ungewollter Schwangerschaft, Publicity, des Geldes wegen oder um Aufenthaltsbewilligung zu erhalten etc. Sind das die Werte, die ihr beschützt & anderen Menschen das Recht auf eine eigene Familie verwehrt?

    • Susanne am 19.11.2012 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sorry

      Wie wollen denn zwei Gleichgeschlechtliche eine "eigene Familie" zeugen? Biologisch gesehen wäre das ein Wunder! Also ist's eh ein Flickwerk! "Normal" ist schwul sin rein rechnerisch nicht, da keine 10% davon betroffen. Meine Erkrankung hat sogar nur 1% der Bevölkerung und ist somit auch nicht normal und Vegetarier gibt's etwa 3% und dies ist auch von der Norm extrem abweichend.. Normal hat grundsätzlich keine Wertung, sondern erklärt die Häufigkeit!

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  • Schweizer Normalo am 19.11.2012 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Demonstranten haben recht

    Wenn schon Schwule heiraten müssen, dann muss es wenigstens per Gesetz verboten sein, dass sie Kinder haben dürfen. Ein Kund braucht zwingend einen männlichen Vater und eine weibliche Mutter.

  • J. Meyer am 18.11.2012 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Primäre Frage

    Hab nichts gegen Schwule oder Lesben, aber ich gestehe, das es mir schwerfällt, in einer solchen Homosexuellen Ehe ein Kind aufwachsen zu sehen. Das Argument mit Alleinerziehenden kann ich auch nicht gelten lassen, da hier das Kind im Normalfall dennoch das andere Elternteil zur Verfügung hat im Rahmen der Vereinbarungen. Bei einer Homoehe fehlt aber das geschlechtliche Gegenstück, welches m.E. wichtig für die Entwicklung des Kindes bedeutet. Will ja nicht behaupten, Homopaare wären Rabeneltern, nein, kann vielleicht gut funktionieren, aber ob der Entwicklung förderlich, das ist die Frage!